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Die Deutsche Telekom will Unternehmen die internationale Telekommunikation und die Steuerung von Industrieanlagen quer über den Erdball erleichtern. 

Bereits heute sind in Firmen Maschinen und Roboter intelligent vernetzt. Einkauf und Logistik, Vertrieb und Service – die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen ist digital. In Industrie 4.0-Firmen organisiert die sogenannte Smart Factory Fertigung und Logistik ohne menschliche Steuerung selbst. 40 Milliarden Euro will die deutsche Industrie bis 2020 in Industrie 4.0 investieren, sagt eine Studie des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers.

Voraussetzung hierfür sind durch Software gesteuerte Netze (Software Defined Networks, kurz SDN), wie sie die Telekom mit dem ngena-Weltnetz für Großkunden zum Einsatz bringt. Das im vergangenen Jahr auf dem Mobile World Congress in Barcelona von den Gründungsmitgliedern Deutsche Telekom, CenturyLink, Reliance Jio, SK Telecom und Technologiepartner Cisco vorgestellte Netz deckt inzwischen große Teile des Erdballs ab und erstreckt sich über Nord- und Südamerika, weite Teile Europas und einige Regionen Asiens.

Mehr als zehn Mitglieder sind der weltweit ersten Star Alliance für Firmen-Netze inzwischen beigetreten, darunter Altice mit SFR & Portugal Telecom, Inmarsat, Neutrona, PCCW Global, und Telstra. Geschäftsführer Marcus Hacke sagt: „Das ngena-Weltnetz ist engmaschig geworden und bekommt in diesem Jahr kräftige Knoten, über die wir die Kunden mit Netzleistungen versorgen. Der Frankfurter Knoten steht bereits, bis Ende des Jahres sollen es etwa zehn sein, die nächsten in den USA, Südkorea und China.“

Patrick Molck-Ude, der das Großkunden-Netzgeschäft der Deutschen Telekom verantwortet, sagt: „Mit ngena treffen wir den Nerv multinationaler Kunden. Schnell verfügbare, sicherere, leistungsfähigere und globale Netzdienste sind der Motor für die Industrieproduktion der Zukunft und ein Wachstumsfeld für die Deutsche Telekom. Der Markt für Netzzugang und Transportdienste hat bereits heute ein Volumen von 50 Mrd. Dollar und legt jährlich 3,5 % zu.“

Hintergrund: Software Defined Networks und Industrie 4.0

In der Industrie 4.0-Welt sind Maschinen, Einzelteile und Gegenstände mit Sensoren ausgestattet. Diese sammeln Daten, mit deren Hilfe der Weg des Produkts durch die Fertigungsanlagen und die einzelnen Arbeitsschritte gesteuert wird. Immer mehr funkende Sensoren bedeuten aber auch immer mehr Datenverkehr, höhere Echtzeit-Anforderungen (Latenz) und erhöhten Bandbreitenbedarf. Hinzu kommen etwa angebundene ERP-Systeme (Enterprise Ressource Planning) mit Tausenden von Nutzern, Big Data-Analyseprogramme und Cloud-Dienste, die auf das Netz zuggreifen.

Die historisch gewachsenen Netzwerke der Provider sind diesen Anforderungen schon heute kaum noch gewachsen. Ein Grund: Netzwerkressourcen werden teilweise noch manuell zugeteilt. Das ist teuer und langsam – es dauert Tage, Wochen oder sogar Monate, bis eine zuverlässige Verbindung für den unternehmenskritischen Einsatz steht. Kein Administrator kommt den Datenströmen der Zukunft noch hinterher. Software Defined Networks (SDN) automatisieren das Konfigurieren von Einzelsystemen, indem sie die Administrationsarbeiten auf eine zentrale Management-Konsole verlagern. Daher sind SDNs Basis für eine neue Generation industrieller Produktionsnetze wie das von ngena. Gleiches gilt für die gerade beginnende Entwicklung von Industrienetzen auf dem kommenden 5G-Standard.

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