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YahooDas Internetunternehmen Yahoo soll mit amerikanischen Geheimdiensten zusammengearbeitet haben. Sämtliche Accounts wurden in Echtzeit Suchanfragen für bestimmte Wörter und Sätze unterzogen - interessante E-Mails wurden dann online für FBI und/oder NSA gespeichert - noch dazu so schlecht, dass diese leicht gehackt hätten werden können.

Programm durchsuchte Mails

Yahoo-CEO Marissa Mayer soll einem "Reuters"-Bericht gemeinsam mit dem rechtlichen Leiter Ron Bell ohne Widerstand einer geheimen Regierungsanweisung gefolgt sein. Im ersten Halbjahr 2015 soll ein Programm kreiert worden sein, das sämtliche ein- und ausgehende E-Mails nach Schlüsselworten durchsuchte. Davon wusste nicht einmal das hauseigene Sicherheitsteam, dass das im Mai 2015 entdeckte Programm zuerst für einen Hacker-Angriff hielt. Der damalige Verantwortliche für Informationssicherheit, Alex Stamos, zog im Juni desselben Jahres den Hut und arbeitet nun bei Facebook.

Facebook, Twitter, Microsoft und Google nutzten den Skandal gleich, um sich abzuputzen: "Wir haben noch nie so eine Anweisung bekommen, aber wenn es so wäre, wäre unsere Antwort ein einfaches 'keinesfalls'", verlautete ein Google-Sprecher gegenüber "TechCrunch". Auch Facebook will nie so eine Regierungsanfrage erhalten haben, hätte aber mit Sicherheit dagegen gekämpft. Twitter lässt ausrichten, dass sie vor Gericht gegangen wären. Microsoft hat bereits im April das US-Justizministerium verklagt, weil das Abgreifen von User-Daten gesetzlich geschützt ist.

Transparenzberichte kritisiert

Yahoo gibt zwar Transparenzberichte heraus, diese hinterlassen aber einen schalen Nachgeschmack - dort ist für das Jahr 2015 von weltweit 23.540 durch die Regierung veranlassten Zugriffen auf Konten die Rede, in den USA kommen noch null bis 499 National Security Letters hinzu (die vom FBI bewilligt wurden), durch die kein Content abgegriffen werden darf. Weltweit kommen zu diesen Zahlen noch 100 Anfragen in Notfällen hinzu, die schlagend werden, wenn die abgefragte Information ein Leben retten oder schwere körperliche Verletzungen vermeiden kann. Von der Massenüberwachung von Millionen Accounts ist im Transparenzbericht natürlich keine Rede.

Kurz nach dem Bekanntwerden des Skandals meldete sich auch Whistleblower Edward Snowden auf Twitter zu Wort: "Du verwendest Yahoo? Sie haben im Geheimen alles überwacht, was du jemals geschrieben hast, weit darüber hinausgehend, was das Gesetz verlangt. Schließe heute dein Konto."

www.pressetext.com
 

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