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Android Guard OnlineJe beliebter ein Betriebssystem, desto rasanter steigen gewöhnlich die Nutzerzahlen. Und gemäß höherer Nutzerzahlen wird ein Betriebssystem auch automatisch interessanter für die Verbreitung von Schadsoftware, ob in Form von Malware, Viren, Trojanern oder Adware. In diesem Zusammenhang ist auch Android keine Ausnahme.

Jedes Betriebssystem ist potentiell anfällig

Wenngleich laut Android-Sicherheitschef Adrian Ludwig 99 Prozent der Android-Nutzer nicht mal einen einfachen Virenschutz benötigten, ergibt eine Untersuchung des Sicherheitsunternehmens Lookout ein ganz anderes Bild. Schadsoftware werde intelligenter, reagiere schneller und passe sich gar politsch-geographischen Gegebenheiten an. Erst kürzlich haben außerdem drei Forscher der Columbia University ein eklatantes Sicherheitsleck entdeckt, das potentiellen Hackern Zugang zu Facebook- und Twitter-Accounts vieler Android-Nutzer ermöglicht.

Aktuelle Bedrohungen

Am meisten verbreitet sind aktuell klassische Trojaner-Versionen. Deren Schadenswirkung reicht dabei vom Diebstahl des Adressbuchs über Angriffe beim Online-Banking bis hin zu SMS-Premium-Diensten. Letztere unterstellen dem Nutzer, ein oftmals teures Abo abgeschlossen zu haben, ohne dass dieser tatsächlich bewusst sein Einverständnis für diese Bestellung erklärt hat.

Auch das Rechtesystem von Android begünstigt Apps, die sich datenhungrig zeigen oder Trojaner auf das bisher saubere Smartphone tragen. Bei der Installation von Apps müssen nicht mehr alle Rechte angezeigt werden, die von der App eingefordert werden. Und durch Updates können zusätzliche Rechte unbestätigt erschlichen werden, so lange sie in die gleiche Kategorie fallen wie diejenigen, die der Nutzer der App vorher schon eingeräumt hat. Unter diesen Umständen ist es also umso wichtiger, das eigene Smartphone effektiv zu schützen, die offenen und versteckten Tätigkeiten der installierten Apps zu kennen und anderen Schäden vorbeugend zu begegnen.

Android Security

Umfassender Schutz

Klassische Viren- und Malware-Scans sind meistens nicht mehr ausreichend, um das eigene Smartphone wirklich vor den verschiedenen Schädlingen und fremden Zugriffen zu schützen. Diese reagieren nur auf schon bekannte Bedrohungen – sicherlich auch ein ratsamer Schutz, aber eben nicht optimal. Umso empfehlenswerter sind aus diesem Grund Apps, die über das klassische Scannen hinaus Zusatzfunktionen bieten. Es ist demnach ratsam, eine Security App mit möglichst vielen Schutzfunktionen zu installieren und diese gemäß dem eigenen Nutzungsverhalten durch weitere Apps, die spezifische Sicherheitslücken abdecken, zu ergänzen.

Lookout Mobile Security bietet dabei ein besonders breites Spektrum an Leistungen und Funktionen. Email-Anhänge und Apps werden auf Viren und Trojaner überprüft und persönliche Daten können auf den Servern des Unternehmens gespeichert werden. Bei Verlust des Smartphones kann dessen Aufenthaltsort gar auf einer Karte verfolgt und ein Alarm aktiviert werden.

Für einen umfassenden Schutz ist zweifellos auch McAfee WaveSecure interessant, da diese App ohne Passwort nicht gelöscht werden kann und die Gerätesperrung aus der Ferne ermöglicht. Zusätzlich ist es möglich, Daten zu sichern und bei Bedarf auf ein neues Gerät zu übertragen.

Auch Mobile Security von BitDefender bietet die gängigen und wichtigsten Funktionen, glänzt mit einer sehr hohen Erkennungsrate von Schädlingen, lässt sich bei Diebstahl per SMS steuern und verrät den letzten Standort des gestohlenen Geräts. Insgesamt ist die Leistungsdichte gerade bei der der Erkennungsrate der umfassenderen Security Apps recht hoch, daher können Nutzer bei der Wahl nicht viel falsch machen.

Zusätzliche Schutzleistungen

Mithilfe von Protector kann der geneigte Nutzer jeder App ein eigenes Passwort zuweisen, das wiederum als Wort, Muster oder Geste definiert wird. Für eine effektive Abwehr von Adware bietet sich dagegen der sogenannte Addons Detector an. Jede App wird von diesem auf versteckte Werbung oder Benachrichtigungen gescannt und kann bei Bedarf direkt deinstalliert werden.

Der Clueful Privacy Advisor von Bitdefender hilft, sich einen schnellen Überblick der eingeräumten Rechte zu verschaffen, die von den installierten Apps genutzt werden. Solche, die den Standort weitergeben oder ungewollt Mitteilungen verschicken können so schnell identifiziert und entfernt werden. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert auch die App aSpotCat, die alle jemals genehmigten Rechte für alle Anwendungen auflistet.

Überdies lässt sich jedes Android Smartphone auch durch eine Firewall schützen. DroidWall verhindert so den ungewollten Netzzugriff von Apps und ist besonders für Nutzer mit einem beschränkten Datenvolumen eine sinnvolle Option. 

In eine etwas andere Richtung weisen die Funktionen der Trend Mobile Security App. Dieser Cloud-Service schützt Nutzer in Echtzeit vor aktuellen Schädlingen, kann also im Gegensatz zu vielen klassischen Virenscannern noch schneller auf aktuelle Bedrohungen reagieren. Außerdem bietet die App Filter-Listen, um ungewollte Anrufer oder Schreiber zu abzublocken, Backup-Servies um Datenverlust zu vermeiden und eine Kindersicherung. 

Für optimalen Diebstahlschutz sorgt letztlich die App Theft Aware 2.0. Mithilfe dieser kann das Smartphone vollständig ferngesteuert werden. Erwähnenswert ist bei dieser App besonders der Unsichtbarkeits-Modus. Diebe suchen auf diese Weise vergebens nach einer Security App und bekommen von deren Wirken gar nichts mit. Ermöglicht wird das unbemerkte Löschen und Sichern persönlicher Daten und die Abfrage der aktuellen Position des verlorenen Geräts. Es sei hier aber erwähnt, dass einige der Schutzfunktionen nur auf dem laufenden System wirken. Wird das Smartphone an PC oder Laptop angeschlossen, lassen sich einige dieser Mechanismen recht leicht umgehen.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Die Zahl der Schädlinge für Android Smartphones ist schon recht hoch, die Wachstumszahlen wirken noch bedrohlicher. Den Nutzern bieten sich allerdings sehr viele und, noch wichtiger, vielseitige Werkzeuge, diese Gefahren zu umgehen oder zumindest zu minimieren. Auf welche Funktionen man persönlich den größten Wert legt und welche aufgrund der eigenen Nutzung zu vernachlässigen sind, muss jeder Nutzer selbst beurteilen können.

David Becker von Netzsieger.de

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