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Suchmaschine

Das Surfen im Internet gehört für die Deutschen zum Alltag – 40 Prozent der Deutschen sind hauptsächlich online, um nach Informationen zu suchen. Verwendet werden dafür meist Suchmaschinen, die auf jede Frage eine Antwort haben. Aber warum hat die Suchmaschine eigentlich immer ein passendes Suchergebnis für uns?

Wo ist der nächstgelegene Hautarzt und wie lange brauche ich von hier bis zu meinem besten Freund? Diese und viele andere Fragen stellen wir unserer Suchmaschine tagtäglich und freuen uns über die hilfreichen Antworten. Doch wenn es um das Thema Datenschutz geht, sind viele Nutzer inzwischen verunsichert: Wie nutzen Suchmaschinen die Daten, die wir preisgeben? Wird jedem die gleiche Werbung angezeigt? Wann werden die Daten gelöscht und welchen Einfluss hat es, von welchem Land aus ich meine Suchanfragen eingebe?

Eric Léandri, Gründer und Geschäftsführer der europäischen Suchmaschine Qwant, arbeitet seit vielen Jahren bei und für Suchmaschinen und kennt daher die größten Irrtümer im Bereich Datenschutz. Im Folgenden gibt er einen Einblick, was Nutzer denken und wie die Realität dagegen aussieht.

1. Irrtum: Werbeeinblendungen haben nichts mit der Suchmaschinen-Nutzung zu tun

Suchmaschinen finanzieren sich über die Nutzerdaten. Alles, was die Nutzer dort über sich preisgeben, wird für das gezielte Platzieren von Werbung genutzt. Die Werbepartner zahlen der Suchmaschine Geld, damit diese ihre Werbung bei vermeintlich passenden Nutzern platziert. Ziel ist hierbei ganz klar, Produkte zu verkaufen. Aus diesem Grund verfolgen bestimmte Werbeanzeigen den Nutzer regelrecht und poppen auf jeder Seite auf, die besucht wird. Éric Léandri weiß: „Persönliche Daten sind eine Goldgrube für Suchmaschinen. Die Algorithmen dahinter wissen, wonach wir häufig suchen, auf welche Seiten und Links wir klicken und welche Produkte wir bestellt haben. Die Suchmaschine muss dafür nichts tun – wir geben ihr alle Informationen freiwillig.“

2. Irrtum: Suchanfragen werden nach einer bestimmten Zeit automatisch wieder gelöscht

Wer glaubt, dass die Suchmaschinen alle erhobenen Daten nach dem Ablauf einer bestimmten Frist automatisch löschen müssen, irrt sich. Je nach Suchmaschinenanbieter werden die Daten unbegrenzt lange gespeichert. Für die Nutzer bedeutet dies Folgendes: Von Geschlechtskrankheiten bis hin zu Dating-Tipps wird die Suchmaschine zu allen Themen befragt – und das über einen langen Zeitraum hinweg. Eric Léandri: „Möglicherweise hatten wir vor fünf Jahren gesundheitliche Probleme, vor drei Jahren Liebeskummer und haben letzten Monat unter Umständen unseren Job verloren. All das merken sich die Suchmaschinen und lassen es in die Suchergebnisse einfließen. Das Erschreckende: Die meisten Suchmaschinen vergessen nichts. Wer vor fünf Jahren Krebs hatte und sich über Therapien informierte, wird sich mit dem Gedanken beschäftigen müssen, dass die Suchmaschine dies weiß und niemals vergisst.“

3. Irrtum: Deutsche Datenschutzbestimmungen regeln den Umgang mit meinen persönlichen Daten

Ein Punkt, über den sich die wenigsten Nutzer Gedanken machen, ist der Ort, an dem die persönlichen Daten gespeichert werden. Die am häufigsten genutzten Suchmaschinen kommen nicht aus Deutschland, sondern aus den USA. Dementsprechend liegen die gesammelten Daten über die Nutzer auch auf Servern in den USA. Dieser Fakt sollte nicht als nebensächlich wahrgenommen werden, denn in den USA gelten andere Datenschutzbestimmungen als in Europa oder Deutschland. Während Datenschutz in Deutschland zum Grundrecht gehört, ist es in den USA lediglich Teil des Verbraucherschutzrechts. In Deutschland bedarf es grundsätzlich einer richterlichen Anordnung sowie einer Informationspflicht der Behörden gegenüber den Betroffenen, bevor auf persönliche Daten zugegriffen werden darf. In den USA hingegen haben bestimmte Einrichtungen wie FBI, NSA oder CIA ohne richterliche Anordnung Zugriff auf die Server von US-Unternehmen. „Es ist wichtig, dass sich die Nutzer darüber im Klaren sind, wo ihre persönlichen Daten gespeichert werden und was das für Konsequenzen hat oder haben könnte. Mit einer Suchmaschine, die ihren Sitz und ihre Server in Europa hat, kann man sich sicher sein, dass diese den europäischen Datenschutzbestimmungen folgt“, sagt Léandri.

Fazit

Viele Nutzer sind souverän im Netz unterwegs, wissen aber manchmal gar nicht, wie es sich nun genau mit dem Datenschutz verhält. Dass die Werbung an jeden Nutzer angepasst wird und Daten unbegrenzt gespeichert werden, ist vielen kaum oder gar nicht bewusst. Auch dass die Tatsache, wo die Suchmaschine ihren Firmensitz und ihre Server hat, eine große Rolle spielt, wissen die wenigsten.

Eric Léandri ist es deshalb wichtig, dass Nutzer auch Alternativen zu den etablierten Suchmaschinen kennen:

„Jeder Nutzer sollte sich genau überlegen, was es bedeutet, eine Suchmaschine zu verwenden, die den Suchverlauf speichert. Wenn man nach Symptomen über Krankheiten, politische Fragen, religiöse Inhalte, Dating-Websites usw. sucht, oder sogar nach weniger sensiblen Dingen, wie Rezepte, Marken, Filme usw., sollte man verstehen, dass dies Fragen sind, die dennoch viele intime Details über einen offenbaren. Diese Abfragen werden von den meisten Suchmaschinen gespeichert und analysiert, um zu erraten, wer man ist und in welche Schublade man passen könnte. Es sind Informationen, die verwendet werden können, um den Nutzer anzusprechen und um zu manipulieren, was er online sieht. Nur mit einer Suchmaschine, die die Suche wirklich schützt, können die Nutzer ihre Freiheit im Netz bewahren", sagt Eric Léandri.

www.qwant.com/de
 

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