Eine Schwachstelle in der Chrome-Erweiterung Adobe Acrobat ermöglichte den Zugriff auf Inhalte von WhatsApp Web. Adobe hat den Fehler behoben.
Sicherheitsforscher des Unternehmens Guardio haben unter der Bezeichnung HermeticReader beziehungsweise CVE-2026-48294 eine Verkettung von Sicherheitslücken in der Chrome-Erweiterung Adobe Acrobat aufgedeckt. Der Fehler erlaubte es präparierten Webseiten, ohne vorherige Authentifizierung Befehle an die interne Integrations-Engine Hermes der Erweiterung zu senden. Hermes dient als Schnittstelle zwischen der Adobe-Erweiterung und WhatsApp Web. Über einen unzureichend geschützten URL-Parameter einer internen HTML-Ressource konnten externe Webseiten Befehle an den Service Worker der Erweiterung übermitteln. Die Forscher von Guardio Labs erklärten die Schwachstelle im Detail:
„Die Erweiterung verfügt über eine interne HTML-Ressource, die Teil der Erweiterung ist, aber es JEDER Seite ermöglicht, sie als Iframe einzubinden. Die Art und Weise, wie diese interne HTML-Seite Befehle empfängt, erfolgt über einen URL-Parameter, der später verarbeitet und an den Service Worker gesendet wird, bei dem es sich um das Backend der Erweiterung mit allen genutzten Berechtigungen handelt, ohne zu prüfen, ob er von einem echten Adobe-Content-Skript oder einer anderen Seite stammt.“
Forscher von Guardio Labs
Auslesen von Kontakten und Nachrichten in WhatsApp
Durch die direkte Ansprache des WhatsApp-Tabs über die Erweiterung konnten Angreifer Manipulationen am Document Object Model von WhatsApp Web vornehmen. In einer Demonstration zeigten die Forscher, wie sich der im Browser gerenderte Seitentext über ein Formular an einen externen Server übermitteln ließ. Dadurch konnten sichtbare Chatverläufe, Kontaktlisten, Nachrichteninhalte sowie Profilnamen ausgelesen werden. Nicht geladene oder nicht im Fenster gerenderte Nachrichten waren von dem Auslesen nicht betroffen. Session-Cookies wurden für den Angriff nicht benötigt.
Schnelle Behebung durch Adobe in Version 26.5.2.3
Die Schwachstelle betraf die Versionen 26.5.2.1 und älter der Adobe Acrobat Erweiterung für Google Chrome. Laut Angaben der Sicherheitsforscher wurde der Fehler vier Stunden nach dessen Entstehung durch ein Update entdeckt und von Adobe innerhalb von zwei Tagen korrigiert. Die behobene Version 26.5.2.3 wurde automatisch an die Nutzer verteilt. Hinweise auf eine aktive Ausnutzung der Sicherheitslücke außerhalb von Laborbedingungen lagen den Forschern nicht vor.
(red)