Einführung von Benutzernamen

Betrüger jagen nach besten WhatsApp-Benutzernamen

WhatsApp
Bildquelle: Ink Drop / Shutterstock.com

WhatsApp führt schrittweise Benutzernamen ein, um Telefonnummern zu verbergen. Experten warnen jedoch vor zunehmendem Identitätsdiebstahl.

Das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie hat den US-Konzern Meta angewiesen, die Einführung der neuen Benutzernamen-Funktion für den Messenger-Dienst WhatsApp in Indien vorerst auszusetzen. Die Behörde reagierte damit auf Warnungen von Strafverfolgungsbehörden, wonach die Umstellung von Telefonnummern auf frei wählbare Namen das Risiko für Online-Betrug, Phishing und Identitätsdiebstahl massiv erhöhen könnte.

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Indien ist mit über 853 Millionen Anwendern der weltweit größte Markt für WhatsApp. Die Regierung forderte das Unternehmen auf, innerhalb von drei Tagen eine detaillierte Erklärung zur Sicherheitsarchitektur vorzulegen und die Funktion so lange blockiert zu lassen, bis die Konsultationen abgeschlossen sind. Insbesondere wird befürchtet, dass Kriminelle die Namen von offiziellen Behörden oder Banken imitieren könnten.

Sicherheitsbedenken durch unvollständige Sperrlisten

Praktische Tests des US-Medienunternehmens TechCrunch zeigten kurz nach dem Start der Reservierungsphase, dass die Schutzmechanismen von Meta Lücken aufweisen. So war es Testern möglich, Namensvarianten des indischen Premierministers Narendra Modi sowie bekannter Bollywood-Schauspieler wie Shah Rukh Khan und Amitabh Bachchan zu registrieren. Auch der Gründer der Krypto-Börse Binance, Changpeng Zhao, teilte auf der Plattform X mit, dass er seinen üblichen Namen nicht reservieren konnte, was die Gefahr von gefälschten Profilen verdeutlicht. Experten warnen zudem vor der Verwendung optisch ähnlicher Schriftzeichen, wie dem Austausch eines großen I durch ein kleines l, was für normale Anwender im Chat kaum zu unterscheiden ist.

Technische Schutzmaßnahmen des Mutterkonzerns

Meta verteidigte das neue System und betonto, dass die Funktion zum Schutz der Privatsphäre dient, da Nutzer künftig miteinander kommunizieren können, ohne ihre privaten Mobilfunknummern preiszugeben. Ein Sprecher von WhatsApp erklärte zu den Vorwürfen:

„Zum Schutz vor Identitätsdiebstahl haben wir die prominentesten Namen zurückgehalten – denken Sie an Personen des öffentlichen Lebens, Regierungsorganisationen, Prominente, verifizierte Meta-Konten –, sodass sie nur von ihren legitimen Eigentümern beansprucht werden können, und ähnlich aussehende Varianten bekannter Namen werden ebenfalls zurückgehalten.“

WhatsApp-Sprecher

Darüber hinaus plant das Unternehmen weitere Sicherheitsbarrieren, wie die Begrenzung neuer Kontakte pro Zeitraum und eine automatisierte Erkennung von Missbrauchsmustern. Bevor Nutzer auf eine Nachricht von einem unbekannten Profil antworten, soll WhatsApp zudem Informationen über das Herkunftsland und das Alter des Kontos einblenden.

(red)

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