Unbestätigte Behauptung

Angebliche Bumble-Nutzerdaten von 110 Millionen Konten im Darknet

Bumble
Bildquelle: Boumen Japet/Shuterstock.com

In einem einschlägigen Untergrundforum bietet ein Verkäufer angeblich Daten von 110 Millionen Bumble-Nutzern für lediglich 300 US-Dollar an.

Bumble zählt nach eigenen Angaben mehr als 40 Millionen aktive Nutzer, die behauptete Zahl von 110 Millionen betroffenen Konten würde die tatsächliche aktive Nutzerbasis der Plattform damit deutlich übersteigen. Als 36 Stichproben veröffentlichte der Verkäufer nach Analyse von Cybernews Datensätze mit Telefonnummern, E-Mail-Adressen, demografischen Angaben sowie Details aus den eigentlichen Dating-Profilen. Auch der ungewöhnlich niedrige Preis gilt als deutliches Warnsignal, da ein tatsächlicher Datensatz dieser behaupteten Größenordnung nach Einschätzung der Forscher einen erheblich höheren Preis erzielen müsste. Die in den Stichproben sichtbaren Daten selbst wirkten dagegen echt statt frei erfunden, einzelne Zeitstempel reichten bis in den August 2026, ein Hinweis darauf, dass es sich möglicherweise nicht um bereits bekannte, wiederverwertete Altdaten handelt.

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Die Cybernews-Forscher warnten vor den möglichen Folgen eines solchen Datenabflusses: Die Auswirkungen wären vor allem personalisierte Betrugsversuche. Offengelegte Dating-Profile könnten zudem für Identitätsvortäuschung auf anderen Plattformen missbraucht werden, insbesondere wenn Profilbeschreibung, persönliche Angaben und Kontaktdaten gemeinsam in einem einzigen Datensatz vorlägen, was auch sogenannte Romance-Scam-Betrugsmaschen begünstigen könnte. Zusätzlich bestehe ein Risiko für Belästigung, besonders für queere Nutzer, für die eine Offenlegung dating-bezogener Informationen in manchen Gesellschaften mit realen körperlichen Risiken verbunden sein könnte. Bumble reagierte bislang nicht auf eine Anfrage von Cybernews.

Möglicher Zusammenhang mit früherem Datensatz unklar

Bereits im Juni war in einem anderen Untergrundforum ein früherer angeblicher Bumble-Datensatz mit 32 Millionen betroffenen Nutzern aufgetaucht, damals ebenfalls von Cybernews mit Skepsis aufgenommen, unter anderem wegen eines neu angelegten Forenprofils sowie eines auffällig niedrigen Preises für den gesamten Bumble-Nutzerbestand. Die Forscher stellten fest, dass die Feldbezeichnungen der Dating-Profile in beiden Datensätzen übereinstimmen, was auf eine ähnliche zugrunde liegende Struktur hindeuten könnte. Der ältere Datensatz enthielt jedoch zusätzlich Passwort-Hashes, die im neueren Angebot fehlen, zudem unterscheiden sich die Zeitstempel deutlich. Die Forscher halten es für möglich, dass der neuere Datensatz mit derselben Methode wie der frühere gesammelt und anschließend um bestimmte Felder bereinigt wurde, ausreichende Belege für diese These liegen nach eigenen Angaben derzeit jedoch nicht vor.

(red)

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