Eine Tochtergesellschaft von Thomson Reuters hat einen Cybersicherheitsvorfall auf der Fallverwaltungsplattform C-Track offengelegt.
Nach eigenen Angaben von Thomson Reuters ergab die anschließende Untersuchung, dass bestimmte Gerichtsakten betroffen waren, darunter Namen sowie persönliche Angaben. Welche konkreten Daten im Einzelnen kompromittiert wurden, blieb bislang unklar. Betroffen waren laut einer eigens eingerichteten Informationsseite der zuständigen Thomson-Reuters-Einheit West Publishing die Gerichtssysteme der US-Bundesstaaten Alabama, Pennsylvania, Kentucky, Montana, Nevada, North Dakota, South Carolina, Tennessee, Ohio, New Hampshire und Wyoming sowie der US-Jungferninseln.
Die obersten Richter des Court of Appeal for Ontario, des Ontario Superior Court of Justice sowie des Ontario Court of Justice erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, Thomson Reuters habe unautorisierte Aktivität in einer der eigenen Cloud-Umgebungen festgestellt und gemeinsam mit dem Justizministerium der Provinz Ontario sowie den Gerichten selbst Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen. Man sei zudem informiert worden, dass Thomson Reuters externe Cybersicherheitsexperten zur Beratung und Untersuchung hinzugezogen, Strafverfolgungsbehörden informiert und die betroffene C-Track-Umgebung abgesichert habe.
Thomson Reuters betont fortlaufenden Betrieb
Ein Sprecher von Thomson Reuters bestätigte gegenüber Reuters die ergriffenen Eindämmungs- und Sicherheitsmaßnahmen sowie die erfolgte Benachrichtigung betroffener Kunden und erklärte:
Es hat infolge des Vorfalls keine operative Beeinträchtigung von C-Track gegeben.
Sprecher von Thomson Reuters
Die eigenen Produkte und Dienste blieben demnach vollständig funktionsfähig und sicher nutzbar, unabhängige Cybersicherheitsexperten hätten sowohl bei der Untersuchung mitgewirkt als auch die umgesetzten Behebungsmaßnahmen bestätigt. Wer für den Vorfall verantwortlich ist, blieb bislang unklar, Reuters selbst konnte dies unabhängig nicht feststellen. Nach Angaben der beteiligten Gerichte in Ontario könnten Personen, die an Gerichtsverfahren beteiligt waren oder in Gerichtsdokumenten genannt wurden, von der Offenlegung persönlicher Daten betroffen sein. Für Rückfragen richtete Thomson Reuters Canada ein ab dem 4. September erreichbares Callcenter ein, auch in den USA würden entsprechende Anfragen über eine eigene Kontaktstelle beantwortet.
Bereits 2022 hatten Cybernews-Forscher eine offen zugängliche Thomson-Reuters-Datenbank mit mehreren Terabyte an Daten entdeckt, damals nach Unternehmensangaben verursacht durch einen isolierten Fehler, der zu einer versehentlichen Fehlkonfiguration einer nicht-produktiven Umgebung geführt habe.
(red)