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Ransomware

Früher wurden eher Privatpersonen mit Ransomware abgezockt, heute nehmen sich Täter zunehmend auch große Unternehmen vor. Die Ermittler sehen im Rennen mit den Betrügern noch eine Aufholjagd vor sich.

Hacker fahren beim Einsatz von Verschlüsselungstrojanern («Ransomware») nach Beobachtungen von Ermittlern verstärkt Angriffe auf zahlungskräftige Unternehmen. Die letzten Monate hätten sehr deutlich bewiesen, «dass die Täter mit großen technischen Möglichkeiten auch vor großen Opfern nicht mehr zurückschrecken», sagte Thomas Goger von der Zentralstelle Cybercrime in Bamberg.

Die Masche habe sich in den vergangenen fünf, sechs Jahren zunehmend weg von Privatleuten als Opfern verschoben: «Von "Wir treffen möglichst viele und kassieren jeweils 500 Dollar ab" hin zu "Uns reicht schon einer, bei dem wir 70 Millionen abkassieren können"».

Bei einem Ransomware-Angriff wird ohne das Wissen des Opfers Schadsoftware installiert, die Daten verschlüsselt. Geschädigte können so nicht mehr auf diese zugreifen. Die Täter verlangen Lösegeld (englisch «ransom») für die Entschlüsselung.

Behörden lernen dazu

Man beobachte, dass sich Täter ganz gezielt wirklich zahlungskräftige Unternehmen suchten und sich Zeit nähmen, diese auszukundschaften, sagte Goger. So traf es in diesem Jahr etwa das Modehaus Hirmer und die Elektromärkte Media Markt und Saturn. In den Fällen führe die Zentralstelle Ermittlungen, sagte Goger.

Bei Ransomware handle es sich um organisierte Kriminalität. Viele Spuren führten nach Russland, auch in der Ukraine habe es Festnahmen gegeben. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, 2021 wurde seitens der Zentralstelle in dem Bereich niemand festgenommen. «Wenn das ein 100-Meter-Lauf ist, dann sind wir gerade erst aus dem Startblock rausgekommen», sagte Goger. «Da hat man noch eine Aufholjagd vor sich.» Im Umgang mit Bitcoin - der Kryptowährung, die die Betrüger oft verwenden - haben die Ermittler zumindest keine Schwierigkeiten mehr. Das Verständnis und der «Werkzeugkasten» der Behörden sei viel besser geworden, sagte Goger.

Die Täter nutzten oft Schwachstellen in weit verbreiteter Standardsoftware aus. «Teils ist man überrascht, welche Sicherheitslücken noch offen sind, die eigentlich schon seit Jahren hätten geschlossen werden können», sagte er. Meistens sei das Einfallstor aber trotzdem immer noch der Mitarbeiter, der unbedacht auf irgendwas klicke.

dpa


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