Anzeige

Hacker

Die Bedrohung durch Ransomware nimmt stetig zu und mehr Akteure drängen auf den Markt. Gleichzeitig steigt aber auch der Druck auf die Kriminellen durch neue und bessere Ermittlungstaktiken. Das führt dazu, dass bekannte Gangs immer öfter aufgeben.

In der vergangenen Woche hat die Ransomware-Gruppe Ragnarok, auch bekannt als Asnarok, aufgegeben und eine Abschiedsnachricht auf ihrer Webseite veröffentlicht, wie verschiedene Quellen berichten. Als kleines Abschiedsgeschenk hinterließen sie dabei auch den Schlüssel, mit dem ihre Opfer ihre Daten wieder entschlüsseln können – völlig kostenlos und offenbar auch funktionsfähig. Aktuell wird an einer sicheren Version gearbeitet, die in Kürze über das NoMoreRansom-Portal von Europol zugänglich sein wird.

Wie der Blog The Record berichtet, ist Ragnarok bereits die dritte Ransomware-Gruppe, die in den vergangenen Monaten das Handtuch geworfen hat. Erst im Juni hatte Avaddon aufgegeben, Anfang August folgte SyNack. Hinzu kommen mit REvil und DarkSide zwei weitere prominente Ransomware-Unternehmungen, die unter dem steigenden Druck der Ermittlungsbehörden zusammengebrochen sind.

Das sollten eigentlich gute Nachrichten sein, denn es wird deutlich, dass es große Fortschritte bei der Verfolgung solcher Straftaten gibt. Doch ganz so einfach ist es leider nicht, denn die entstandenen Lücken werden schnell von neuen Akteuren geschlossen, wodurch die Bedrohungslage eher noch weiter zunimmt, anstatt zu sinken. Ob es sich dabei um andere Hacker handelt oder ob sich die Mitglieder der zerschlagenen Gruppen neu formieren, ist noch nicht ganz klar.


Das könnte Sie auch interessieren:

eBook

Ransomware-Abwehr mit Unified Security

Das Aufkommen von Ransomware, der vielleicht lukrativsten Methode der Cyberkriminalität, markiert einen deutlichen Wandel in der Art und Weise, wie Internetkriminelle aus den Daten ihrer Opfer Profit schlagen.

 Download 
 

Deutsch, 8 Seiten, PDF 769 KB, kostenlos


Beispiele für solche neuen Gruppen sind Haron und BlackMatter, die große Unternehmen ins Visier genommen haben, die in der Lage sind, enorme Beträge als Lösegeld aufzubringen. Bei beiden Gruppierungen steht die Vermutung im Raum, dass sie sich aus den ehemaligen Mitgliedern bekannter Ransomware-Gangs rekrutieren. Bei Haron bestehen deutliche Ähnlichkeiten zum Vorgehen von Avaddon, wie die südkoreanische Sicherheitsfirma S2W Lab berichtet. BlackMatter wurde hingegen vom Sicherheitsunternehmen Recorded Future als Nachfolger von DarkSide und REvil beschrieben. Ob diese Einschätzungen korrekt sind, muss sich noch zeigen. Der Erfolg und die relativ einfache Verfügbarkeit von Ransomware werden jedoch auch in Zukunft immer wieder neue Akteure auf den Plan rufen.

Die Tatsache, dass Ransomware-Gangs auch immer häufiger unter dem Druck der Ermittlungsbehörden aufgeben, zeigt aber, dass es auch an dieser Stelle vorangeht. Probleme von ganz anderer Seite hatte übrigens kürzlich die Ransomware-Gruppe Conti: Hier hat ein offensichtlich enttäuschtes ehemaliges Mitglied das vollständige Regelwerk der Gruppe inklusive der Vorgehensweise veröffentlicht. Es wollte sich offenbar dafür rächen, dass die Gruppe ihm zu wenig Geld gezahlt hat.

www.8com.de
 


Artikel zu diesem Thema

Hacker
Aug 21, 2021

Skrupellos, aber schusselig: Fünf belustigende Ransomware-Pannen

Skrupellos, organisiert, vernetzt: Ransomware ist längst kein Gelegenheitszeitvertreib…
Cybercrime
Aug 21, 2021

Wer steckt hinter REvil – eine eCrime Entwicklungsgeschichte

In den Medien wird der Angriff auf das IT-Dienstleistungsunternehmen Kaseya stark…
Hacker
Jun 23, 2021

Arbeitsteilung bei Ransomware: Die Zusammenarbeit cyberkrimineller Gruppen

Die Bedrohungslage in Sachen Ransomware hat sich in den letzten Wochen und Monaten…

Weitere Artikel

Hacker

Hacker zielen verstärkt auf kritische Infrastrukturen

Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind für das reibungslose Funktionieren unserer Gesellschaft und Wirtschaft unerlässlich. Da diese Strukturen hochsensibel sind, stellen sie für Cyberkriminelle ein ganz besonderes Ziel dar und sie unternehmen große…
Ransomware

Die Ransomware-Krise braucht einen globalen Lösungsansatz

Ransomware hat sich mittlerweile zu einem globalen Problem entwickelt. Cyberkriminelle Gruppen operieren von Ländern aus, die ihnen einen sicheren Unterschlupf bieten und es ihnen ermöglichen, sogar raffinierteste Angriffe zu starten. Um eine Eskalation zu…
Facebook Hacker

Spionagekampagne gegen Kurden durch hinterhältige Facebook-Posts

ESET-Forscher haben eine mobile Spionagekampagne untersucht, die sich gezielt gegen Kurden richtet. Die Operation läuft mindestens seit März 2020 und verbreitet sich über spezielle Facebook-Profile. Hierüber werden zwei Android-Backdoors verteilt, die als 888…
Ransomware

Großteil der Unternehmen zweifelt an eigener Ransomware-Resilienz

Anhaltende Cyberbedrohungen und neue Technologien wie Cloud-native Anwendungen, Kubernetes-Container und Künstliche Intelligenz stellen Unternehmen weltweit bei der Datensicherung vor große Herausforderungen. Das zeigt der Dell Technologies 2021 Global Data…
Hacker E-Mail

E-Mail-Account gehackt – Was nun?

Was tun, wenn man die Kontrolle über das E-Mail-Konto verloren hat? Wie sollte man sich im Fall der Fälle verhalten und welche Maßnahmen sollten ergriffen werden, um den Schaden eines gehackten E-Mail-Accounts so gering wie möglich zu halten.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.