Anzeige

Malware

Bereits seit mehreren Jahren treibt die Malware AdLoad ihr Unwesen und bedroht Apple-Geräte mit dem Betriebssystem MacOS. Nun umgeht eine neue Variante des Schädlings Apples interne Sicherung XProtect.

Eine Serie neuer Angriffe auf Apple-Rechner bedient sich eines alten Bekannten: Die Adware AdLoad ist bereits seit mehreren Jahren im Umlauf und befällt Computer mit dem Betriebssystem MacOS. Das ist an und für sich nichts Besonderes, denn normalerweise schützt Apples Malware-Scanner XProtect vor AdLoad. Doch bei der aktuellen Welle scheint das nicht zu klappen, denn es sind rund 150 neue Versionen im Umlauf, die von XProtect nicht erkannt werden.

Bei AdLoad handelt es sich um eine Art Trojaner, die eine Hintertür in befallene MacOS-Systeme öffnet, um anschließend Adware oder andere unerwünschte Programme nachzuladen. Darüber hinaus ist die Malware in der Lage, Informationen über den infizierten Computer, wie beispielsweise den Nutzernamen an die Hintermänner, weiterzuleiten. Außerdem wurden Fälle beobachtet, bei denen die Malware Suchergebnisse manipuliert und Werbung in andere Webseiten eingefügt hat. Da jedoch Apples interner Malware-Scanner XProtect einen relativ zuverlässigen Schutz vor AdLoad bot, haben die Hintermänner nun scheinbar aufgerüstet, wie Sicherheitsforscher von SentinelLabs berichten.


Das könnte Sie auch interessieren:

Whitepaper

macOS Sicherheit in Unternehmen

Das Whitepaper enthält einen Überblick über den aktuellen Stand der macOS Sicherheit sowie Anleitungen dazu, wie die sicherheitsrelevanten Apple Basiswerte auf effiziente, effektive und benutzerfreundliche Weise verbessert werden können.

Download

Deutsch, 17 Seiten, PDF 1,1 MB, kostenlos


Die aktuellen Varianten von AdLoad nutzen einen neuen Weg, um Apple-Rechner zu infizieren. Zuerst wird eine Datei mit der Endung .system oder .service auf den Computer des Opfers geschleust. Meldet sich der Benutzer dann an, wird ein Verzeichnis angelegt, das ein Anwendungspaket, darunter einen Dropper und einen versteckten Tracker, enthält. Dabei enthalten die entdeckten Dropper teilweise sogar von Apple ausgegebene Entwicklerzertifikate.  Diese werden zwar meist innerhalb von Stunden von Apple widerrufen, allerdings tauchen ständig neue Versionen mit neuen Zertifikaten auf, wie es die Sicherheitsforscher beschreiben. Der Dropper schließlich führt die eigentliche Malware aus, die von der aktuellen Version von Apples XProtect V2149 nicht erkannt wird.

Dem Bericht von SentinelLabs zufolge läuft die derzeitige Kampagne mindestens seit November letzten Jahres, allerdings hat sie seit Juli deutlich an Fahrt aufgenommen. Hierzu bemerken die Sicherheitsforscher, dass die Cyberkriminellen eventuell ausnutzen, dass das letzte Update von XProtect bereits Mitte Juni ausgespielt wurde und somit einige Zeit her ist. Andere Anti-Viren-Programme haben hingegen schneller reagiert, wodurch AdLoad trotz der neuen Vorgehensweise in vielen Fällen aufgespürt wird. Das beweist einmal mehr, dass man sich nicht ausschließlich auf die systemeigenen Sicherheitsmaßnahmen verlassen, sondern zusätzliche Schutzmaßnahmen ergreifen sollte – egal bei welchem Betriebssystem.

www.8com.de


Artikel zu diesem Thema

Spyware
Aug 20, 2021

ShadowPad – Forscher untersuchen Spionage-Software aus China

ShadowPad ist ein raffinierter modularer Spionage-Trojaner, der als Hintertür im Code der…

Weitere Artikel

Hacker Corona

Corona-Virus als Treiber für Cyberangriffe

Tenable hat die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, nach der 78 % der deutschen Unternehmen die jüngsten geschäftsschädigenden Cyberangriffe auf Schwachstellen in Technologien zurückführen, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurden.
Cyber Security

Cybercrime: Worum sich Unternehmen jetzt kümmern sollten

Online-Betrug ist so präsent wie nie zuvor. Allein im Bereich E-Commerce sind neun von zehn Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz im vergangenen Jahr mit Betrug oder entsprechenden Versuchen konfrontiert worden, wie die Studie „Betrug im…
LKW

Fortschrittliche LKW-Technologie begünstigt Cyberangriffe

Je mehr Hightech in LKW-Flotten verbaut wird, desto effizienter wird das Flottenmanagement. Hinzu kommen Sicherheitsaspekte im Straßenverkehr. Doch mit der Vernetzung steigen auch die Risiken für einen Cyberangriff auf die Logistikbranche.
Digitale Forensik

Digitale Forensik gewinnt an Bedeutung

Die Digital Forensics Umfrage 2021 vor beschäftigt sich mit der Professionalisierung des Berufszweigs und der Bewertung der Fähigkeiten durch die Befragten. Die Umfrage zeigt, dass die meisten der 370 Umfrage-Teilnehmer grundlegende Fähigkeiten und Wissen…
Bundestagswahl

So angreifbar ist die Bundestagswahl

Aufgrund des analogen Wahl- und Auszählverfahrens gilt die Bundestagswahl als relativ sicher gegen direkte Manipulationsversuche durch Hacker. Doch auch wenn es für Cyber-Kriminelle kaum möglich sein dürfte, die Wahl direkt zu beeinflussen, gibt es im Vorfeld…
Cyberangriff

Cyberbedrohungen 2021: Phishing und Identitätsdiebstahl am wichtigsten

Das SANS Institute, Anbieter von Cybersecurity-Trainings und -Zertifizierungen, stellt die Ergebnisse seines SANS 2021 Top New Attacks and Threat Reports vor.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.