Anzeige

Gesundheitswesen

Cyberangriffe auf Krankenhäuser steigen. Die Bundesregierung registrierte 2020 bis Anfang November 43 erfolgreiche Angriffe auf Gesundheitsdienstleister – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Das zeigt: Krankenhäuser müssen ihre IT Security effizienter aufstellen. „Ein angegriffenes medizintechnisches Gerät, beispielsweise ein Operationsroboter, kann das Netzwerk eines ganzen Krankenhauses stilllegen. Um diese Gefahr einzudämmen, ist ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept notwendig“, sagt Jürgen Busch, Consultant der xevIT GmbH, Mitglied des Digitalisierungsverbunds Innovation Alliance.

Vier Stufen für mehr IoMT-Sicherheit

Ein Krankenhaus mit 1.000 Betten hat im Durchschnitt 4.000 vernetzte medizintechnische Geräte im Einsatz. Bei Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen nutzen Cyberkriminelle diese Internet of Medical Things (IoMT)-Geräte als Brückenköpfe, um IT-Infrastrukturen zu kontrollieren. Um Cyberattacken (inklusive schwerwiegende Folgen wie Datendiebstahl und Erpressung) abzuwehren, sind aktive Präventions-, Detektions- und Reaktionsmaßnahmen notwendig:

  • Stufe 1: Erkennung von Geräten und Kommunikation: 
    Mithilfe eines passiven Scanverfahrens wird festgestellt, welche Medizingeräte in dem Netzwerk miteinander kommunizieren, und wo es Sicherheitslücken gibt.
     
  • Stufe 2: Netzwerksegmentierung: 
    Netzwerke werden in „Zonen“ isoliert, um eine effektive Netzwerkzugangskontrolle zu ermöglichen. Ziel ist es, Angriffsflächen zu verkleinern und die Verbreitung von Angriffen so einzuschränken.
     
  • Stufe 3: Erkennung von Bedrohungen und Bekämpfung: 
    Eine wesentliche Schutzmaßnahme ist es, bekannte und unbekannte Bedrohungen im Unternehmensnetzwerk mit Hilfe erprobter Verfahren wie Viren-Scanner und Mustererkennung zu entdecken. Cyberkriminelle gestalten Angriffe mittlerweile oft so, dass sie erst zu einem späteren Zeitpunkt ein schädliches Verhalten zeigen. Auf Sicherheitsvorfälle schnell zu reagieren, stellt besondere Anforderungen an die IT-Verantwortlichen in Krankenhäusern.
     
  • Stufe 4: IT & IoMT zur präventiven und laufenden Überwachung: 
    Die IT-Sicherheitsvorfälle werden gespeichert und ausgewertet, um sich auf künftige Bedrohungen vorzubereiten. Eine ganzheitliche Übersicht ermöglicht zudem eine schnelle Reaktion und Behebung bei Angriffen.

Krankenhäuser haben Nachholbedarf

Hans-Martin Kuhn, Account Manager der SWS Computersysteme AG, sagt: „Den Chancen der vielen vernetzten medizintechnischen Geräte stehen hohe IT-Sicherheitsrisiken entgegen, die performante IT-Sicherheitsstrategien erfordern. Dazu zählt auch ein sehr gutes Passwortmanagement.“ So setzen die Hersteller der Geräte oft Standard-Passwörter, die aber von den Gerätenutzern nicht verändert werden. 

https://www.innovationalliance.de/


Artikel zu diesem Thema

Gesundheitswesen
Mai 16, 2021

Hohe Risiken für Patientendaten und medizinische Forschungsergebnisse

Der neue Datenrisiko-Report für den Gesundheitssektor von Varonis Systems zeigt ein…
Darknet
Mai 13, 2021

Soziale Netzwerke im Darknet

Wenn wir an soziale Netzwerke denken, ist das Darknet vielleicht die letzte Assoziation,…

Weitere Artikel

Phishing

DHL: die meist imitierte Marke bei Phishing-Versuchen

Der aktuelle Q4 Brand Phishing Report von Check Point Research zeigt auf, welche Marken am häufigsten von Hackern nachgeahmt wurden.
Phishing

Phishing-E-Mails werden immer raffinierter

KnowBe4, der Anbieter für Sicherheitsschulungen und Phishing-Simulationen, gibt die Ergebnisse seines Phishing-Berichts für das vierte Quartal 2021 bekannt.
Hacker

Gefahr durch Brand Impersonation und Ransomleaks wächst

Cyberkriminalität bleibt eine der größten Bedrohungen weltweit: Im neuen Cyber Threat Report Edition 2021/2022 veröffentlicht der E-Mail-Cloud-Security- und Backup-Provider Hornetsecurity die neusten Insights und Daten zur aktuellen Bedrohungslage mit Fokus…
Ukraine Hack

Der Angriff und das Defacement von Webseiten der ukrainischen Regierung

Am Freitagmorgen wurden mehrere Webseiten der ukrainischen Regierung und Botschaft angegriffen. Im Folgenden finden Sie einen Kommentar von John Hultquist, Vice President, Intelligence Analysis bei Mandiant, zu diesem Vorfall.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.