Anzeige

Hacker Gesundheitswesen

Im Jahr 2020 hat die COVID 19-Pandemie zu einer unvorhergesehenen Belastung für die Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt geführt. Die Krankenhäuser hatten nicht nur teilweise Schwierigkeiten, neue Patienten aufzunehmen, sondern stehen außerdem vor einer weiteren Herausforderung: die zunehmende Komplexität der Cyberattacken.

Dabei sind insbesondere die Angriffe gefährlich, die auf die Verfügbarkeit von Diensten abzielen, bekannt als Distributed-Denial-of-Service (DDoS)-Angriffe.

In der EMEA-Region hat die Zahl der Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in den letzten 12 Monaten zugenommen. Die größten im Jahr 2020 beobachteten Vorfälle liegen im Umfang von 30 - 40 Gbps (Gigabit pro Sekunde, eine Messung der Datenübertragungsgeschwindigkeit für Hochgeschwindigkeitsnetze). Auch in Deutschland gab es in den Spitzenmonaten der Pandemie 16 Angriffe über ein Gbps. Diese sind zwar weit von einem Weltrekord entfernt, aber Angriffsziele wie Krankenhäuser und Gesundheitszentren haben in der Regel keine leistungsfähigen Internetverbindungen. Die überwiegende Mehrheit, wenn nicht sogar all diese Organisationen, können solche Verkehrsmengen nicht bewältigen und müssen sich daher an Internet Service Provider oder Cloud-DDoS-Schutzdienste wenden.

Kirill Kasavchenko, Principal Security Technologist, CTO Office bei NETSCOUT kommentiert:

"Obwohl es sehr schwer vorstellbar ist, wer eine Gesundheitsorganisation angreifen würde, können die Motive hinter DDoS-Angriffen sehr unterschiedlich sein. Angesichts unserer 20-jährigen Erfahrung bei der Eindämmung von DDoS-Angriffen haben wir Fälle gesehen, die von reinem Vandalismus bis hin zu gut organisierten Erpressungsversuchen reichen.

Da die COVID-19-Situation in Deutschland und in Europa nach wie vor unsicher ist, erwarten wir, dass sich die gleiche Unsicherheit im Cyberspace in allen Sektoren widerspiegelt. Heutzutage nutzt die Mehrheit der DDoS-Angriffe infizierte Internet of Things (IoT)-Geräte wie intelligente Lampen, angeschlossene Haushaltsgeräte, digitale Videorekorder und ähnliches. Da die prognostizierte Zahl solcher Geräte im Laufe des Jahres auf über 20 Milliarden ansteigen wird, gehen wir davon aus, dass die Größe, Häufigkeit und Komplexität von DDoS-Angriffen weiter zunehmen wird. Kurz gesagt, die Organisationen des Gesundheitswesens müssen das Risiko erkennen und sich darauf vorbereiten. Angesichts all der Digitalisierungsprojekte, die Ihre Organisation wahrscheinlich geplant hat, könnte dies eine Herausforderung sein. Wir raten nachdrücklich dazu, sich für mögliche DDoS-Bedrohungen zu wappnen und sich von Internet Service Providern beraten zu lassen, um einen formellen Reaktionsplan zu entwickeln.“

Kirill Kasavchenko, Principal Security Technologist
Kirill Kasavchenko
Principal Security Technologist, CTO Office NETSCOUT

Artikel zu diesem Thema

Webinar
Sep 12, 2020

DDoS-Angriffe erfolgreich abwehren

Schutz vor DDoS-Attacken greift zu spät, wenn Abwehrmaßnahmen allein on-premise oder erst…
DdoS-Attack
Aug 08, 2020

Renaissance von DDoS-Attacken während des Corona-Lockdowns

Link11, ein europäischer IT-Sicherheitsanbieter im Bereich Cyber-Resilienz, hat seinen…
Gesundheitswesen Sicherheit
Jul 08, 2020

Das erste Angriffsziel im Gesundheitssektor: IoT-Geräte

Das Check Point Research Team, ein Anbieter von Cyber-Sicherheitslösungen, vermeldet eine…

Weitere Artikel

Hacker

IDOR-Schwachstelle gefährdet Einzelhändler und E-Commerce

Hackerone warnt in seinem jüngst veröffentlichten Blogbeitrag vor der wachsenden Bedrohung vieler Unternehmen des Einzelhandels und des E-Commerce durch sogenannte Insecure Direct Object References (oder IDOR).
Hacker

Neue Cyberattacke zielt auf Microsoft Office und Adobe Photoshop Cracks

Bitdefender hat eine neue Bedrohung für Anwender entdeckt, die raubkopierte Versionen von Microsoft Office und Adobe Photoshop CC nutzen.

Deepfakes als kommende Bedrohung: Wie man einen bösen Flaschengeist bezwingt

Nach Ransomware wird der nächste gemeine Flaschengeist der Cyberkriminalität höchstwahrscheinlich die Erstellung von Deepfakes sein: Audio- und Videomaterial, erzeugt mittels künstlicher Intelligenz (KI) in böswilliger Absicht, etwa zu Manipulations- und…
Cyber Attack

Cyberangriffe gegen digitale Identitäten häufen sich

SailPoint Technologies veröffentlichte die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter Sicherheits- und IT-Verantwortlichen, die klären sollte, warum auch große, ressourcenstarke Unternehmen weiterhin kompromittiert werden. Dabei trat ein gemeinsamer Nenner…
Ransomware

Ransomware: Immer mehr Unternehmen zahlen Lösegeld

Wer das Lösegeld nach einer Ransomware-Attacke zahlt, erhöht die Attraktivität der Malware für Cyberkriminelle, warnt das Royal United Services Institute (RUSI) in einem aktuellen Report.

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.