Noch vor wenigen Jahrzehnten war Cyberkriminalität kaum mehr als eine abstrakte Bedrohung. Natürlich gab es bereits in früheren Zeiten Cyberangriffe. Genannt sei hier etwa der „ILOVEYOU“-Virus, der im Jahr 2000 per E-Mail von einem Computer auf den nächsten übertragen wurde und dadurch Schäden in Milliardenhöhe verursachte.
Inzwischen sind Privatpersonen sowie Unternehmen jedoch längst nicht mehr mit nur einer Cyberangriffsmethode konfrontiert. Stattdessen versuchen Kriminelle, sich mit zahllosen Attacken Zugriff auf Systeme und Daten zu erschleichen.
Insbesondere für Firmen ist es daher essenziell, sich effektiv vor solchen Angriffen schützen zu können.
Cybersicherheit – ein Thema für die Chefetage
Die Angriffe auf die deutsche Wirtschaft nahmen in den vergangenen Jahren stetig zu. So berichteten 87 Prozent der für die Studie „Wirtschaftsschutz 2025“ befragten Unternehmen, Opfer einer oder mehrerer Cyberattacken geworden zu sein. Darunter Datendiebstahl, Erpressung und Sabotage. Weitere zehn Prozent vermuteten einen Angriff.
Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor, im Jahr 2015, lag die Anzahl der von Cyberkriminellen attackierten Firmen in Deutschland noch zwischen 40 und 50 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, dass Cybersicherheit längst kein Nischenthema mehr ist. Stattdessen wird ein solides Cybersecurity-Konzept für deutsche Unternehmen zum Fundament der eigenen Existenz.
Der Schutz des Unternehmens vor solchen Angriffen ist daher Chefsache. Es obliegt Entscheidern, sich über aktuelle Bedrohungen zu informieren und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Eine stetige Weiterbildung ist dafür essenziell. So können CEOs, Topmanager und Sicherheitsspezialisten einen Live-Hacking-Vortrag besuchen, um den Ablauf eines modernen Cyberangriffs mit eigenen Augen zu sehen.
Cyberangriffe als Existenzbedrohung für Unternehmen
Durch Cyberangriffe entstehen in Unternehmen jährlich Schäden in Milliardenhöhe. So meldete Bitkom, der Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, für das Jahr 2022 eine Schadenshöhe von 203 Milliarden Euro durch Spionage, Sabotage sowie den Diebstahl von Daten und IT-Ausrüstung. Im Jahr zuvor waren es sogar 223 Milliarden Euro.
Jedoch schädigen Attacken durch Cyberkriminelle nicht nur die deutsche Wirtschaft an sich. Für jedes einzelne Unternehmen bedeutet ein nicht vereitelter Angriff:
- finanzielle Einbußen durch Verzögerungen und Produktionsstillstand
- Verluste von Geschäfts- und Kundendaten
- Vertrauensverlust von Kunden und Partnern
Insbesondere die verlangsamten Produktionsprozesse sowie der Imageverlust können für Firmen dabei zu nachhaltigen Konsequenzen führen. Das zeigt sich etwa am Beispiel der Prophete-Gruppe aus Rheda-Wiedenbrück.
Im November 2022 wurde der Fahrrad- und E-Bike-Hersteller Opfer eines Cyberangriffs, der die IT-Systeme des Unternehmens kompromittierte. Der Betrieb wurde unterbrochen und die gesamte Produktion kam zum Stillstand. Zwar kämpfte Prophete bereits im Vorfeld mit starken Lieferkettenproblemen. Der Cyberangriff bedeutet für die Traditionsfirma jedoch das Aus. Im Dezember 2022 musste sie Insolvenz anmelden.
Vorsicht schafft Cyberresilienz
Das Wissen um die Gefahr, die von einer Cyberattacke ausgehen kann, ist für Unternehmen wesentlich, um vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. So empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Firmen sollten sich auf Bedrohungen dieser Art vorbereiten. Das bedeutet nicht nur, einen Cybersecurity-Verantwortlichen zu berufen. Vielmehr müssen Entscheider ihre Mitarbeitenden sensibilisieren und schulen.
Regelmäßige Übungen, die einen Cyberangriff nachstellen, sind eine wirkungsvolle Vorbereitung auf den Ernstfall. Dabei ergibt es Sinn, immer wieder neue Szenarien durchzuspielen und die entsprechenden Krisenreaktionsmechanismen aufzusetzen. Ebenso wichtig für den Fall eines Hackerangriffs: klare Befugnisse und Verantwortlichkeiten. Wer trägt wann welche Entscheidungsgewalt? Wer ist im Notfall außerhalb der Bürozeiten zu erreichen? Bleiben diese Fragen ungeklärt, bleibt auch die Cyberresilienz auf der Strecke.