Öffentlicher Exploit-Code im Umlauf

Cisco warnt vor ClamAV-Schwachstellen mit öffentlichem Exploit-Code

Cisco
Bildquelle: MacroEcon/Shutterstock.com

Cisco warnt vor sieben ClamAV-Schwachstellen in seinen Secure-Endpoint-Connector-Produkten. Für zwei der Lücken ist bereits Exploit-Code öffentlich verfügbar.

ClamAV ist eine quelloffene, plattformübergreifende Engine zur Erkennung von Schadsoftware, die unter anderem einen mehrfädigen virtuellen Scanner, E-Mail-Filterung sowie automatische Datenbank-Updates bietet. Die als CVE-2026-20337 bis CVE-2026-20339 sowie CVE-2026-20345 bis CVE-2026-20348 erfassten Schwachstellen wurden in den ClamAV-Parsern für die Dateiformate ZIP, GPT, PESpin, PDF, Mach-O und XAR gefunden und könnten von einem nicht authentifizierten, entfernten Angreifer zur Auslösung einer Dienstblockade ausgenutzt werden. Behoben wurden die Lücken bereits in ClamAV Version 1.5.4, die zugleich auch eine Path-Traversal-Schwachstelle in WinRAR für Windows schließt, über die sich beliebiger Code hätte ausführen lassen.

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Kurz nach der Veröffentlichung dieser ClamAV-Fixes gab Cisco eine eigene Sicherheitsmitteilung heraus, in der das Unternehmen vor bereits existierendem Exploit-Code für die beiden Schwachstellen CVE-2026-20337 und CVE-2026-20338 warnt. Workarounds stehen für keine der Lücken zur Verfügung, entsprechende Sicherheitsupdates für sämtliche Secure-Endpoint-Connector-Produkte will Cisco im Laufe des Augusts bereitstellen.

Höheres Risiko unter Windows

Nach Angaben von Cisco stellen die Schwachstellen für Windows-Nutzer ein hohes Risiko dar, da der ClamAV-Scanprozess auf dieser Plattform in einem privilegierten Sicherheitskontext läuft. Unter macOS und Linux stuft Cisco das Risiko dagegen als mittel ein, da der Scanprozess dort mit geringeren Rechten ausgeführt wird. Die Cloud-Variante Secure Endpoint Private Cloud selbst ist von den Schwachstellen nicht betroffen, wohl aber die zugehörige Secure-Endpoint-Connector-Software. Kunden wird empfohlen, die bereits verfügbaren Patches, enthalten in den Secure-Endpoint-Private-Cloud-Versionen 4.2.8 und neuer, von der Cloud aus auf ihre Endgeräte auszurollen. Cisco erklärte, bislang keine Hinweise auf eine Ausnutzung der Schwachstellen in freier Wildbahn zu haben.

(red)

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