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Welttage sind super. Im Kalender oder auch auf Wikipedia findet man eine Menge davon. Von einigen hat man schon gehört, andere muten eher überraschend an und wieder andere haben es vom Aktionstag sogar zum Feiertag geschafft – jedenfalls in Berlin. 

Es gibt da den Weltwaldtag, den Welttag der sauberen Luft, den Weltpoliotag, den Internationalen Händewaschtag und den Weltspartag. Montag also der Weltfrauentag. Und ja, richtig, in Berlin ist das sogar ein Feiertag. 

Die UN hat den diesjährigen Frauentag unter folgendes Motto gestellt: „Frauen in Führungspositionen: Für eine ebenbürtige Zukunft in einer COVID-19-Welt“. Corona begleitet uns also sogar bei unseren Aktionstagen. Die UN hat dies zurecht verbunden, zeigt doch die Pandemie, dass Covid-19 vor allem eine Spezies abstraft, berufstätige Mütter. Flugs fallen wir im Kontext von Rollenverständnissen um 20 Jahre zurück, mindestens. Der Spagat zwischen Beruf und Familie ist schon in normalen Zeiten für Frauen nicht einfach – jetzt bringt er sie mittlerweile an ihre Grenzen. 

Betrachten wir das UN-Motto, beinhaltet es zweierlei: „Frauen in Führungspositionen“ und „ebenbürtige Zukunft“. Auch das ist realistisch betrachtet auch ohne Covid-19 schon eine Herausforderung. In vielen Bereichen unseres Lebens haben wir eben leider immer noch keine Gendergerechtigkeit – und das nach über 100 Jahren Weltfrauentag. 

Aber seien wir nicht ungerecht. Es ist in den vergangenen Jahren auch viel passiert. Mädchen und Jungen haben – zumindest in unseren Breitengraden - die gleichen Bildungschancen, können dieselben Ausbildungsberufe und Studiengänge wählen, ihre Abschlüsse machen. Wir mühen uns ab mit Girlsdays, MINT-Mädchen und tecgirls, um das weibliche Geschlecht von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Problem: Die, die in den angebotenen Projekten mitmachen, haben meist schon wenigstens ein marginales Interesse an diesen Fächern – sonst gehen die Mädels am Girlsday nämlich doch lieber in die Anwaltskanzlei oder die Zahnarztpraxis. 

„Mädchen interessieren sich eben nicht dafür“ ist völliger Quatsch! Ja, viele Mädchen gehen den Weg Richtung Kommunikation, Medizin und Pflege, Pädagogik, etc. Wenige schreiben sich für ein Informatikstudium ein. 

Die Frage ist doch also, wie und wann wecken wir in jungen Menschen überhaupt die Begeisterung für diese MINT-Fächer – und ich schließe Jungs da direkt mit ein. Wie unterrichten wir heute? Wie wecken wir die natürliche Neugierde unserer Kinder? Wann bringen wir Fächer zusammen und zeigen Beziehungen auf, die uns staunen lassen? Sind Blüten in einem genialen Chaos angelegt oder steht dahinter eine ganz konkrete mathematische Formel? Was macht die Blüte so schön, dass wir beim Betrachten entzückt sind und die Pflanze das bestmögliche Ergebnis hinsichtlich ihrer Bestäubung erzielt? Ganz einfach, es ist der „Goldene Winkel“, den die Natur einsetzt, um das beste Ergebnis zu erzielen: eine spiralförmige Anordnung der Blättchen im Winkel von 137,5 Grad. 

Und warum empfinden wir Menschen oder Dinge als gut proportioniert? Weil sie nach einem bestimmten Verhältnis aufgebaut sind – nämlich nach dem „Goldenen Schnitt“, ganz einfach zu berechnen. Mathe kann faszinierend sein! Technik kann faszinierend sein und genauso auch Informatik. 

Mädchen nutzen weitestgehend gleich intensiv Informationstechnologie wie Jungen: sie halten sich in Sozialen Medien auf, sie shoppen online, sie tiktoken, instagramen und pintresten. Sie chatten, spielen und machen Präsentationen für die Schule. 

Aber wie funktioniert das eigentlich? Wo und wie bewegen wir uns online? Was passiert im Computer und was in der Cloud? Und worauf müssen wir achten, wenn wir uns digital bewegen? Welche Gefahren lauern online? Was sind eigentlich Likes, Follower und Bots und was ein Algorithmus? Und was ist ethisch okay und was nicht? Ein breites Spektrum, das die digitale Welt bietet!

Ein tolles Spielfeld für Mädchen und Frauen bietet da die Cybersicherheit. Eine gute Mischung aus IT, Kommunikation, Verhaltenspsychologie und Betriebswirtschaft. Viele Kompetenzen, in denen Frauen besondere Stärken und Interessen mitbringen, sind hier vereint. Die in der Regel homogen männlichen Teams in den Unternehmen sind chronisch unterbesetzt, denn der Mangel an Experten ist riesig. Und die größte Herausforderung, der sich Unternehmen heute stellen müssen, ist die zunehmende Cyber-Kriminalität. Daran wird sich auch absehbar nichts ändern. Wir sprechen also über Jobs mit Zukunft – für Frauen oftmals ein starkes Argument. 

Gemischte Teams bringen neue Perspektiven und bessere Ergebnisse. Und genau darauf kommt es in der Cybersicherheit an. Und auch wenn wir in diesem Bereich sicher nicht auf einen „Goldenen Winkel“ setzen können, so doch vielleicht auf eine „Goldene Regel“ für mehr Security Awareness. Immer mit dem Ziel, zwar nicht 137,5 Grad, aber vielleicht annähernd 100% cybersicher zu werden. Ein gutes Motto für einen Weltcybersicherheitstag.

Christine Kipke, Senior Advisor
Christine Kipke
Senior Advisor, KnowBe4

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