Peter Steinberger, Entwickler des gehypten KI-Agenten-Tools OpenClaw, hat Europa in einem Post auf X scharf kritisiert, nachdem bekannt wurde, dass er von OpenAI angeheuert wurde und nun von Europa in die USA übersiedelt.
Steinberger, gebürtiger Österreicher, lebte zuletzt abwechselnd in London und Wien. Ein Hochschulprofessor fragte auf X, warum Europa solche Talente nicht halten könne. Die Antwort des Entwicklers fiel deutlich aus: In den USA begegne ihm Begeisterung, in Europa werde er vor allem mit Mahnungen zu Verantwortung und Regulierung konfrontiert.
Auch die Arbeitsbedingungen thematisierte Steinberger direkt. Bei OpenAI arbeiteten die meisten Mitarbeiter sechs bis sieben Tage pro Woche, und würden entsprechend bezahlt. In Europa wäre das schlicht illegal, so Steinberger.
Einen Hoffnungsschimmer sah Steinberger noch in der Initiative EU INC, die einen einheitlichen Unternehmensrechtsrahmen für ganz Europa schaffen soll. Doch auch dieses Projekt scheine zu versanden, schrieb er: „Verwässert, zu viel egoistisches nationales Interesse, das am Ende allen schadet.”

KI-Agent für jedermann
Steinbergers machte sich mit OpenClaw einen Namen in der Szene. Das Tool ist eine quelloffene Software, die als Grundlage für persönliche KI-Agenten dient. Nach Installation über die Kommandozeile lässt sich damit auf einem handelsüblichen Rechner ein Dienst betreiben, der über gängige Messenger wie WhatsApp, Telegram oder Signal gesteuert wird und Aufgaben vollständig autonom ausführt. Die Software erhält dabei vollen Zugriff auf den Rechner und wählt selbstständig, welche Schritte zur Lösung einer gestellten Aufgabe nötig sind. Erweitern lässt sich der Funktionsumfang durch sogenannte Skills, etwa um einen Passwortmanager anzubinden und damit auch passwortgeschützte Dienste autonom nutzen zu können. Das Projekt durchlief zuvor zwei Umbenennungen – von Clawdbot über Moltbot zu OpenClaw – und entstand durch Vibe Coding, zunächst mithilfe von Claude.AI, später mit OpenClaw selbst.