Der deutsche IT-Arbeitsmarkt bleibt auch 2026 ein Arbeitnehmermarkt. Zumindest für die Richtigen.
Das zeigt der neue Gehaltsreport IT 2026 von Amadeus Fire und Gehaltsreporter, der auf mehr als 9.000 realen Gehaltsangaben aus dem Zeitraum Januar 2024 bis August 2025 basiert. Das Fazit ist eindeutig: Wer sich spezialisiert und sein technisches Know-how mit Geschäftssinn verbindet, kann mit deutlichen Gehaltsaufschlägen rechnen. Wer hingegen standardisierte Tätigkeiten ausführt, gerät zunehmend unter Druck.
Consulting, Security und SAP an der Spitze
Besonders lukrativ sind demnach Positionen in den Bereichen Consulting und Engineering, SAP- und ERP-Beratung, IT-Security sowie Projektmanagement. In diesen Feldern liegen die Medianjahresgehälter häufig zwischen 75.000 und über 80.000 Euro. Wer es bis in Führungspositionen wie CTO oder CISO schafft, kann je nach Verantwortungsbereich auch deutlich sechsstellig verdienen.
Am anderen Ende der Skala stehen klassische Helpdesk-Tätigkeiten und standardisierte Administrationsaufgaben mit entsprechend niedrigeren Gehaltsbändern. Der Report zeichnet das Bild eines Marktes, der eine immer ausgeprägtere Gehaltshierarchie entwickelt.

KI setzt Junior-Positionen unter Druck
Als Treiber dieser Entwicklung identifiziert der Report den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Routineaufgaben werden zunehmend automatisiert, was vor allem Junior-Positionen und standardisierte Tätigkeiten trifft. Gleichzeitig wächst der Bedarf an IT-Fachkräften, die technisches Wissen mit Beratungskompetenz und strategischem Denken verbinden können.
„Unternehmen müssen heute mehr denn je klare Entwicklungswege anbieten – etwa vom Entwickler zum Consultant oder Architekten. Gefragt sind IT-Experten, die Technologie nicht nur beherrschen, sondern auch wirtschaftlich einordnen können“, sagt Dennis Gerlitzki, Vorstandsmitglied der Amadeus Fire Group und verantwortlich für das Geschäftsfeld Personaldienstleistungen.
Bayern und Baden-Württemberg führen das regionale Ranking an
Neben der Spezialisierung bleibt auch der Standort ein entscheidender Gehaltstreiber. An der Spitze liegen Bayern und Baden-Württemberg, gestützt durch starke Industrie- und Technologiecluster. Hessen profitiert vom Finanzplatz Frankfurt, Hamburg von seiner Bedeutung als Logistik- und Handelszentrum. Das klassische West-Ost-Gefälle besteht weiterhin, wenngleich einzelne ostdeutsche Bundesländer positiv aus dem Rahmen fallen. Für Arbeitgeber, die überregional rekrutieren wollen, bedeutet das laut Gerlitzki: Gehälter müssten nicht nur marktgerecht, sondern auch standortgerecht gestaltet werden.

Was der Report für Unternehmen bedeutet
Der Gehaltsreport IT 2026 richtet sich primär an Personalverantwortliche und Führungskräfte, die ihre Vergütungsmodelle auf den Prüfstand stellen wollen. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels dürfte ein unrealistisches Gehaltsangebot schnell dazu führen, dass Kandidaten zur Konkurrenz abwandern oder gar nicht erst das Gespräch suchen.
(lb/Amadeus Fire Group)