Erfolgreiche IT-Frauen müssen sichtbarer werden

Während der durchschnittliche Frauenanteil in der Tech-Branche bei nur rund 17 Prozent liegt, beschäftigt das Stuttgarter IT-Tech-Beratungsunternehmen Zoi ganze 30 Prozent Frauen – und möchte diesen Anteil noch weiter erhöhen. Wir haben mit Yara Abdellatif, DevOps-Expertin, über die Eleganz von Kubernetes und die Notwendigkeit von sichtbaren (weiblichen) Vorbildern in der IT gesprochen. 

Was fasziniert Sie an Kubernetes und Container-Technologien?

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Was mich an Kubernetes und Container-Technologien fasziniert, ist die Tatsache, dass es sich um eine hochmoderne Technologie handelt. Mit ihnen lassen sich wirklich elegante Lösungen für alle Arten von Geschäftsanforderungen entwickeln. Sie lassen sich in verschiedenen Bereichen wie verteilte Microservices, Datenanalyse, IoT und Edge Computing perfekt einsetzen. 

Containertechnologien füllen das Puzzle, wenn es um Microservice- und Serverless-basierte Lösungen geht. Sie ermöglichen es Unternehmen nicht nur, mit der rasanten Softwareentwicklung Schritt zu halten und eine hohe Effizienz zu erreichen, sondern sie lassen sich auch leicht so aufbauen, dass sie maximale Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit bieten.  

Welche Voraussetzungen sollten Unternehmen mitbringen, um Schritt halten zu können? 

Die Unternehmen müssen verstehen, dass Veränderungen unvermeidlich sind. Nicht nur in der IT, sondern auch in der Art und Weise, wie der Markt das Geschäft immer wieder neu gestaltet. Um mit diesen Veränderungen Schritt halten zu können, müssen die Unternehmen bedenken, dass die kontinuierliche Entwicklung und das Wissen ihrer Mitarbeitenden eine große Investition ist, die stets berücksichtigt werden muss.

Aber das ist noch nicht alles! Aktuelles Wissen allein kann mit der Entwicklung des Geschäfts nicht Schritt halten. Die Unternehmen müssen sich auf neue Denkweisen einlassen und bereit sein, ihre Kultur zu ändern. 

Was ist nötig, um Cloud-Dienste intern „am Leben“ zu erhalten?

Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, wie Cloud-Dienste intern am Leben erhalten werden können, da dies je nach Größe und Komplexität des Unternehmens sehr unterschiedlich sein kann. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die man im Zusammenhang mit Cloud-Diensten beachten sollte

Die Kultur ist entscheidend! Die Teams, die Zugang zu den Cloud-Diensten benötigen, sollten das nötige Fachwissen haben, damit sie ihre Ziele klar verstehen. 

Ein weiterer Aspekt ist die Integration der Sicherheit in die Unternehmenskultur. Jeder sollte lernen, Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Dies ist jedoch nicht einfach, da die Art und Weise, wie die Menschen Sicherheit wahrnehmen, geändert werden muss. „Warum sollte man dasselbe Passwort nicht zweimal verwenden?“ Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Mitarbeitenden ist hier unbedingt zu beachten.

Schließlich und vor allem: Seien Sie bereit, selbst in der Cloud kann es zu Ausfällen oder Problemen kommen. Daher ist es immer gut, Backups und einen Notfallplan bereit zu halten. Außerdem ist es sinnvoll, durch entsprechende Tests sicherzustellen, dass die Anwendung Ausfälle und besondere Belastungen übersteht. Es gibt viele Wege/Technologien, die das Testen möglich machen, von denen die Chaos-Testing-Philosophie erwähnenswert ist.  

Was sind die kommenden Trends bei DevOps?

Meiner Meinung nach ist der Aufstieg von DevSecOps einer der heißen Trends im DevOps-Bereich. Heutzutage setzen Unternehmen vermehrt auf Container, serverlose und cloud-native Technologien. Das sind wirklich evolutionäre Technologien, aber damit ist auch der Bedarf an einer ebenso starken Sicherheitsmentalität entscheidend geworden.

Durch die Integration von Sicherheit in den DevOps-Prozess und die DevOps-Kultur können Sie eine sicherere Umgebung schaffen und gleichzeitig die Zusammenarbeit und Kommunikation verbessern.

Das Ziel von DevSecOps ist es, sicherzustellen, dass Anwendungen sicher entworfen, entwickelt, getestet, bereitgestellt, betrieben und überwacht werden. Durch die Einbeziehung von Sicherheitsaspekten in jede Phase des Softwareentwicklungsprozesses können Unternehmen kostspielige und peinliche Sicherheitsverletzungen vermeiden und gleichzeitig neue Funktionen in kürzester Zeit bereitstellen.

Worauf sollten Unternehmen achten, um für die Zukunft gerüstet zu sein? 

Die Zukunft ist unvorhersehbar, aber es gibt ein paar Dinge, die Unternehmen tun können, um vorbereitet zu sein. Natürlich ist es wichtig, Technologietrends im Auge zu behalten und bereit zu sein, neue Technologien schnell zu übernehmen, aber es ist auch wichtig, sicherzustellen, dass die Mitarbeitenden mit den für den zukünftigen Arbeitsplatz erforderlichen Fähigkeiten ausgestattet sind.

Es ist auch sehr wichtig, eine starke digitale Präsenz zu haben, nicht nur um Kunden, sondern auch einzigartige Talente und Führungskräfte anzuziehen.

Wenn wir einen Blick auf die nächsten Generationen werfen: Was würde Ihrer Meinung nach junge Frauen dazu inspirieren, sich in der Technologiebranche zu engagieren?

Ich denke, dass mehr Vorbilder, die ihren Weg mit anderen teilen und neue Generationen anleiten können, eine IT-Karriere einzuschlagen, junge Frauen dazu inspirieren würden, sich in der Technik zu engagieren. Ihnen mehr Sichtbarkeit zu geben, was sie tun und aufbauen können. Sie sollten die Möglichkeit haben, die IT-Welt für sich zu entdecken, und mit dem Vorurteil aufräumen, dass Mädchen und junge Frauen in technischen Berufen nicht vertreten sein können.

Mädchen brauchen positive weibliche Vorbilder, die ihnen zeigen, dass sie in diesen anspruchsvollen Bereichen erfolgreich sein können – und dass es keine Grenzen gibt, was sie erreichen können.

Dies könnte zum Beispiel durch neuartige Bildungsprogramme an Universitäten erreicht werden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Frauen in der IT?

Ich würde mir wünschen, dass der berufliche Aufstieg von Frauen sichtbarer wird. Sie sollten mehr Verantwortung übernehmen und große Projekte/Organisationen leiten. Es gibt bereits Frauen, die in solchen Bereichen erfolgreich sind, aber sie sind nicht sehr sichtbar, wenn man das große Ganze betrachtet. Dieser Bereich wird immer noch von Männern dominiert.

Um dies zu erreichen, müssen die Unternehmen das Potenzial erkennen, das Frauen einbringen können. Sie müssen diese Frauen stärken und sie gleich behandeln, wenn es um ihre Chancen geht. Frauen sollten nicht härter arbeiten müssen, um gesehen zu werden!

Yara Abdellatif

Zoi -

DevOps-Expertin

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