Architektur-Alternative für KI

Tech-Veteran Cringely baut halluzinationsfreie KI

KI

Der Tech-Journalist Robert Cringely stellt nach einer Pause sein Startup 2Brains vor, das das Halluzinationsproblem von KI architektonisch lösen will.

Der 73-jährige IT-Journalist Robert Cringely, der seine Karriere im Jahr 1978 im Stanford Artificial Intelligence Lab begann, hat die Hintergründe seiner zweijährigen Veröffentlichungspause erklärt. Neben den Folgen eines Herzinfarkts und eines Schlaganfalls im Juli 2025 lag der Grund für die Abwesenheit in der Gründung des Startups 2Brains Inc. im Jahr 2022 gemeinsam mit zwei Partnern. Die Arbeit an dem gemeinsamen Projekt ist noch unvollständig, wird jedoch von einem kleinen Team unter Cringelys Beteiligung fortgeführt. Die entsprechenden Patente wurden bereits angemeldet und die Systemarchitektur dokumentiert.

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Kritik am Skalierungsmodell der Tech-Konzerne

Cringely kritisiert die aktuelle Strategie der führenden Technologieunternehmen, die Milliardensummen in die bloße Vergrößerung von Rechenleistung und Modellen investieren. Die Branche folge der Annahme, dass sich das Problem der sogenannten Halluzinationen – also das selbstbewusste Verbreiten von Falschinformationen durch künstliche Intelligenz – durch reine Skalierung von alleine löst. Laut Cringely ist diese Annahme ein potenzieller Fehlglaube. Solange KI-Systeme Fakten erfinden, seien sie für den verlässlichen Einsatz in Krankenhäusern, Banken oder Gerichten ungeeignet. Das direkte Lösen des Halluzinationsproblems sei daher der entscheidende Faktor für den produktiven Einsatz von Unternehmens-KI.

Neue KI: Architektonische Trennung von Sprache und Fakten

Das Startup 2Brains verfolgt einen technischen Ansatz, der das Problem nicht durch größere Modelle, sondern über die Systemarchitektur löst. Die Software trennt den Teil des Systems, der Sprache generiert, strikt von der Komponente, die Fakten abruft und verifiziert. Beide Prozesse werden abgeglichen, bevor eine Ausgabe an den Endnutzer erfolgt.

Da das System Fakten gezielt nachschlägt, anstatt sie statistisch zu erraten, wird das Erfinden von Informationen blockiert. Die Technologie läuft auf herkömmlichen Prozessoren und senkt den Energiebedarf im Vergleich zu großen KI-Modellen erheblich. Cringely fasst den wirtschaftlichen und technischen Vorteil der Entwicklung zusammen:

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„Der Grund, warum 2Brains nicht lügt, und der Grund, warum es billig ist, sind derselbe Grund. Es schlägt die Tatsache nach, anstatt sie zu erraten – so kann es nichts erfinden, und das Nachschlagen läuft auf einem Prozessor, der Strom nippt, statt auf einem Chip, der ihn verschlingt. Vertrauen und Sparsamkeit sind kein Kompromiss, den man gegeneinander abwägen muss. Sie ergeben sich aus einer einzigen Designentscheidung. Sie zahlen keinen Aufpreis für die ehrliche Version. Die ehrliche Version ist die billige Version. Dieser Satz ist das ganze Unternehmen.“

Robert Cringely, IT-Journalist

(red)

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