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Industrie

In innovativen Industrieunternehmen nimmt die Bedeutung von Stammdaten stetig zu. Denn sie bilden die Basis für den automatisierten und vernetzten Informationsaustausch. Um Prozesse intelligent und nachhaltig zu digitalisieren ist eine hohe Datenqualität unbedingt notwendig.

Die Digitalisierung ist längst in den größeren Industrieunternehmen angekommen: Vernetzte Produktionsanlagen, Kommunikation zwischen Maschinen in Echtzeit oder intelligente Roboter setzen schon 59 Prozent der Unternehmen ein. Und wer noch nicht mit diesen Technologien arbeitet, der plant es in näherer Zukunft (21 Prozent), ergibt eine aktuelle Umfrage des Bitkom. Digitalisierung ist der Schlüssel, um zukunftsfähig zu bleiben.

Damit die intelligente Automatisierung und der reibungslose Informationsaustausch in vernetzten Systemen funktionieren, ist eine konsistente und hochwertige Datenbasis die Voraussetzung. Das gilt nicht nur für die Kommunikation von Maschine zu Maschine, sondern auch zwischen den internen Abteilungen und zu Geschäftspartnern. Für zukunftsfähige Industrieunternehmen werden daher Stammdaten zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Durch Digitalisierung Stammdaten wertschöpfend nutzen und Datenqualität verbessern

Heute entstehen im gesamten Unternehmen große Mengen an Daten, die an zahlreichen Stellen verarbeitet werden. Das Datenvolumen in Betrieben wird schnell unübersichtlich. Die Vielzahl an Informationen, die in den Fachabteilungen gesammelt werden, erhöhen das Risiko für Fehler in der Datenpflege: beispielsweise durch Tippfehler, die Anlage von Dubletten oder die Verwendung veralteter Daten. Ineffizienz und hohe Kosten für die Fehlerbereinigung sind die Folge.

Die Lösung: ein unternehmensübergreifendes und digitales Master Data Management. Damit werden Stammdaten wertschöpfend genutzt und die Datenqualität kann signifikant verbessert werden. Schlüssel für den Erfolg sind dabei festgelegte Verantwortlichkeiten in der unternehmensweiten Datenpflege sowie der Einsatz eines Stammdaten-Tools für die Harmonisierung, Datenpflege und -verteilung. Denn durch Kommunikation über E-Mail oder auch die Bearbeitung einer Excel-Datei durch mehrere Mitarbeitende werden manuelle Prozesse oft undurchsichtig. An diese Stelle treten passgenaue automatisierte Workflows, die die Datenpflege beschleunigen, die Abstimmung zwischen Abteilungen vereinfachen und die Einhaltung von Compliance-Vorgaben gewährleisten. Die Automatisierung durch ein digitales Master Data Management kommt dem gesamten Unternehmen zugute.

Praxisbeispiel: Workflow für effiziente SAP Material-Anlage

Wenn in einem produzierenden Unternehmen ein Konstrukteur eine neue Komponente zur Verwendung in Stücklisten benötigt, dann muss diese zunächst im SAP-System als Material angelegt werden. Somit kann die Komponente beim Lieferanten beschafft und in SAP verarbeitet werden. Alle Beteiligten arbeiten im ERP-System nach einem definierten Workflow, der mehrere Genehmigungsstufen beinhaltet.

Der Konstrukteur fordert das neue Material über ein vordefiniertes Web-Formular in SAP an und erfasst ganz einfach die benötigten Informationen. Dann kommt im nächsten Schritt das Stammdaten-Team zum Einsatz, das die allgemeinen Sichten pflegt. Durch die Vergabe eindeutiger Artikel-Bezeichnungen wird die Suche im System vereinfacht und die Anlage von Materialstammduplikaten oder   fehlerhafte Klassifizierungen verhindert. Jedes Mal, wenn ein neues Material angelegt werden muss, wird über vordefinierte Regeln ein Großteil der Materialstammfelder – bis zu 90 Prozent – automatisch vorbelegt. Der Bearbeitungsaufwand und auch Fehlereingaben reduzieren sich dadurch enorm. Anschließend erfolgen die Pflege der Buchhaltungs-, Einkaufs- und Außenhandels-Sichten durch die entsprechenden Fachabteilungen. Auch hier beschleunigt das Stammdaten-Tool die Datenpflege und minimiert Fehlerpotenziale. Ist der Workflow beendet, erhält der Konstrukteur eine Benachrichtigung per E-Mail über die erfolgreiche Material-Anlage.

Datenqualität ist für zukunftsfähige Industrieunternehmen entscheidend

Die Datenqualität entscheidet, ob ein Unternehmen Digitalisierungs-Szenarien erfolgreich umsetzen und somit Potenziale für die Prozessautomatisierung umfassend nutzen kann. Durch den Einsatz eines Stammdaten-Tools und die Einführung passgenauer Workflows, werden eine konsistente Anlage, Pflege und Verwaltung von Daten sichergestellt. Das erhöht die Datenqualität signifikant und legt in modernen Fertigungsbetrieben den Grundstein für eine erfolgreiche Digitalisierung.

Claudio Endres, Produktmanager bei der FIS Informationssysteme und Consulting GmbH

www.fis-gmbh.de/de/
 


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