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Lkw am Hafen

Eine neutrale Plattform vernetzt alle Teilnehmer der Logistikkette über alle Verkehrsträger hinweg. Die Plattform ermöglicht das einfache Andocken mit der eigenen IT und übernimmt den Datenaustausch in unterschiedlichste Systeme. Zu den Pilotkunden zählen Lufthansa Cargo, Schaeffler und der Gefahrgut-Spezialist NMMN. 

Das CIO Magazin hat sich im Januar dieses Jahres weit aus dem Fenster gelehnt. In dem Artikel „Die IT-Trends bis 2024 von IDC“ steht, was wir an Entwicklungen in den nächsten Jahren zu erwarten haben. Marc Twain wird das wunderbare Zitat zugeschrieben: „Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“. In diesem Fall wäre Marc Twain stolz auf’s CIO Magazin. Denn wenn Big Player im Markt sich eines Themas annehmen, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass sich ein Trend festigt. Zu den Themen, die im genannten Artikel hervorgehoben werden, gehört als einer von vier wesentlichen Punkten die ‚Dritte Plattform‘: „Bis 2023 werden 75 Prozent der gesamten IT-Ausgaben in Technologien der Dritten Plattform der IT (Cloud, Mobile, Big Data & Analytics, Social, KI, AR/VR, IoT, Robotics, 3D Print, Next Gen Security) fließen“, heißt es da.

Neue Markt-Chancen für kleine und mittlere Anbieter

Richtig ist: Gerade dort, wo komplexe Vernetzungen bestehen und durch Digitalisierung hohe Effizienzgewinne zu erwarten sind, entfalten neue Technologien wie IoT und Cloud ihre größte Wirkung. Kein Wunder also, dass sich besonders die Logistik-Branche um neue Ansätze bemüht. Die Anforderungen sind breit gestreut: Sie reichen von einer effizienten und einfach zu bedienenden Supply Chain Management-Software über das Problem von Schnittstellen und Datenformaten bei der Kommunikation dutzender Systeme miteinander bis hin zur Frage der Anbindung kleiner und mittlerer Dienstleister an die Systeme der großen Marktteilnehmer.

Bis vor kurzem waren solche Probleme klar geregelt. Große Marktteilnehmer machten die Vorgaben. Kleinere Dienstleister mussten sehen, wie sie mit diesen Vorgaben klar kamen. Wer sich teure Systeme nicht leisten konnte, musste Wettbewerbsnachteile hinnehmen. Die Frage der passenden Investitionen in die richtige IT gehörten für Logistiker zu den strategischen Aufgaben der Geschäftsführung. Aber auch die Großen hatten Nachteile durch dieses System. Denn durch den fehlenden Zugang zu den IT-Systemen verengte sich der Markt und verkleinerte das Angebot.

Neutrale Plattform für alle Teilnehmer der Logistikkette

In der Schweiz haben sich deshalb 2017 mehrere Verbände zusammengeschlossen und das Portal efreight (www.efreight.ch) gegründet, um mit einer neutralen Plattform allen Teilnehmern der Logistikkette über alle Verkehrsträger hinweg die Möglichkeit der Vernetzung zu geben. Die Plattform ermöglicht das einfache Andocken mit der eigenen IT und übernimmt den Datenaustausch in unterschiedlichste Systeme, sodass die Teilnehmer keine Investitionen in jeweils anbieterabhängige IT vornehmen müssen. Informationen, Statusmeldungen und Begleitpapiere liegen damit allen Partnern in der jeweils aktuellen Form elektronisch vor.

Jetzt hat efreight das Thema nach Deutschland exportiert und zusammen mit der Lobster GmbH die Logistics Data Cloud (www.logisticsdata.cloud) gegründet. Zu den Referenzkunden gehören bereits Lufthansa Cargo, Schaeffler und der Gefahrgut-Spezialist NMMN – ein Zeichen dafür, dass die Großen im Markt die Kooperation mit den kleinen und mittleren Marktteilnehmern forcieren wollen. „Durch den Einsatz der Logistics Data Cloud erhalten wir 12 Prozentpunkte mehr Trackinginformationen im Inbound und reduzieren den manuellen Tracking-Aufwand für mehr als 5.000 Transaktionen pro Jahr. Darüber hinaus sehen wir das große Potenzial die Transparenz in unserem Logistiknetzwerk kontinuierlich zu erhöhen,“ sagt Dr. Harald Kolbe, Head of Digital Innovation der Lufthansa Technik Logistik GmbH. Mit Plattformlösungen wie dieser entsteht mehr Wettbewerb und gleichzeitig mehr Transparenz bei höherer Effizienz durch komplett digitalisierte Prozesse. Das kann für die Entwicklung von Technologien der Dritten Plattform durchaus eine Blaupause für andere Industrien sein.

Zusammen mit Marc Twain sollte man also dem CIO die Daumen halten, dass sich die ehrgeizigen Vorhersagen der IT-Entwicklung auch weiterhin erfüllen.

Diese Serie von Steffen Brehme über IIoT könnte Sie ebenfalls interessieren:

Teil 1: Handlungsbedarf bei der Datenintegration

Teil 2: IIoT-Einführung - Checkliste: Diese Hürden müssen sie nehmen

Teil 3: Erfolgsfaktor Integriertes Supply Chain Management 

Teil 4: Kreativität 4.0 - Checkliste: Datenintegration als Treiber für IIoT

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Teil 6: Vernetzung 4.0 - So gelingt die standardisierte Datenintegration

Teil 7: Über sieben Brücken - Datenmigration Schritt für Schritt 

Steffen Brehme, Leiter Software-Entwicklung
Steffen Brehme
Leiter Software-Entwicklung, Lobster GmbH
Steffen Brehme studierte ab 1988 in Tralee (Irland) Informatik. Nach Abschluss war er Anfang der 90er Mitgründer von SimpleWork (Warenwirtschafts-System), das man 96 verkaufte. Anfang 97 wurde er Interims-IT-Leiter bei Maxdata, Ende 97 war er Mitgründer der Beans AG (Shop-System), 2002 Mitgründer der Lobster GmbH (gut 100 MA, 1000 Kunden). Steffen ist Leiter Software-Entwicklung und Geschäftsführer bei Lobster und der geistige Vater des Hauptprodukts Lobster_data, Standard-Software für hybride Datenintegration.

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