Cloud Expo Europe
28.11.17 - 29.11.17
In Frankfurt

Data Centre World
28.11.17 - 29.11.17
In Frankfurt

IT-Tage 2017
11.12.17 - 14.12.17
In Frankfurt, Messe Kap Europa

Net.Law.S 2018
20.02.18 - 21.02.18
In Nürnberg, Messezentrum

CESIS 2018
20.02.18 - 21.02.18
In München

Puzzle Business 119911057 500

Seit der Einführung des ersten Business Warehouse Systems (BIW 1.2A) der SAP im Jahr 1997, entwickelte das Unternehmen die Business Warehouse Technologie konsequent weiter und bietet heute mit SAP BW/4HANA ein Data Warehouse der nächsten Generation. Parallel dazu erfolgte in den vergangenen Jahren eine weitere Revolution: SAP HANA. 

Das leistungsfähige System stellt eine echte Konkurrenz für Datenbanken wie MSSQL, Oracle und DB2 dar. Dabei arbeitet SAP HANA nicht nur als leistungsfähige In-Memory Datenbank, sondern bietet darüber hinaus eine Palette an modernen Werkzeugen. De facto erhalten Anwender und Entwickler ein eigenständiges, vollausgestattetes Analyse-System mit zeitgemäßen Analytics-Optionen. Für viele Marktbeobachter stellt sich die Frage: „Löst die HANA Platform irgendwann das SAP BW ab?“ Dieser Artikel zeigt auf, dass sich die beiden SAP Produkte hervorragend ergänzen.
Mehr als Datenbank

Die Funktionalität der SAP HANA Platform geht weit: Die Anwendung lässt sich ohne zusätzliche Tools auch als Data Warehouse verwenden. Datensätze können - egal ob im Delta- oder im Full-Modus - mit Hilfe des sogenannten Enterprise Information Management-Frameworks (EIM) weiterverbucht werden. Das erfolgt mit den sogenannten Smart Data Integration-Bausteinen (SDI). Zugleich bietet das Framework Datenqualitätsprüfungen und Profiling-Optionen an. Komplexe Applikationslogik zur Performancesteigerung kann direkt auf der Datenbankebene abgebildet werden, indem Stored Procedures und User Defined Functions mit der SAP HANA-eigenen Sprache SQLScript geschrieben werden. Und dennoch: Die HANA-Platform ist ein eigenes Produkt mit einem anderen Anwendungsbezug als das BW. Sie sollte vielmehr als Ergänzung zum SAP BW gesehen werden. Zwar wäre es technisch möglich, das Unternehmensreporting nur mit HANA Native zu betreiben, dennoch gibt es grundsätzliche Unterschiede bei den beiden Softwarelösungen.

Unterschiedliche Stärken

SAP BW ist für Reporting konzipiert. Dies lässt sich unter anderem daran erkennen, dass es ein ausgereiftes Konzept für Daten- und Analyseberechtigungen besitzt. Auf einfache Art und Weise lassen sich Datenscheiben berechtigen, damit nur diejenigen die Informationen einsehen können, die es sollen. Eine weitere Besonderheit eines SAP BW sind die vordefinierten und vorkonfigurierten Content-Lösungen. Per Knopfdruck lassen sich fertige Lösungen zu anderen SAP-Systemen aktivieren und dies vom Anlagenmanagement über das Finanzmanagement bis hin zu Marketing und Fertigung. Durch die Einführung von BW/4HANA und S/4HANA rückt ein durch die SAP komplett überarbeiteter Business Content wieder in den Vordergrund der IT-Abteilungen, denn genau dieser gut entwickelte Content spart den Entwicklungsabteilungen enorm viel Zeit und Geld. 

Die Stärke von SAP HANA hingegen liegt eher in der Verarbeitung von großen Datenmengen (Big Data) in Echtzeit. Integrierte Anwendungsservices vereinfachen die Entwicklung und Einführung neuer Geschäftsanwendungen, die die Datenverarbeitungsfunktionen von HANA nutzen, zum Beispiel Textsuche und -analysen, Advanced und Predictive Analytics oder die Verarbeitung von Geodaten. Durch den in die SAP HANA Platform integrierten Application Server „Extended Application Services“ können moderne SAPUI5-Webanwendungen bereitgestellt werden, deren Entwicklung in der Programmiersprache JavaScript erfolgt. 

Aber auch in Java oder C++ entwickelte Programme können dort ausgeführt werden. Die Vielfalt dieser Anwendungen reicht von einfachen Reporting-Dashboards bis hin zu interaktiven Analyse-Applikationen. SAP HANA ergänzt SAP BW zudem im Bereich der Datenmodellierung. Während SAP BW zum Teil durch starre Modellierungsvorgaben eingeschränkt wird, erfolgt die Modellierung bei SAP HANA auf Tabellenebene, so dass der Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind. Somit können alternative Datenmodelle realisiert werden, die auf spezielle Anwendungsfälle zugeschnitten sind. Durch das in SAP HANA Data Warehousing Foundation 2.0 SPS 01 bereitgestellte Native DataStore Object (NDSO) wird seit kurzem auch die Implementierung einer vollumfänglichen Stagingschicht ermöglicht und schafft zudem die Interoperabilität zwischen nativen Data Warehouses und SAP BW/4HANA. Das NDSO gleicht vom Funktionsumfang grundlegend einem Advanced DSO aus SAP BW und kann direkt in einem XS Flowgraph zum Einsatz kommen. Somit entfällt nun auch die Implementierung diverser Wartungsskripte.

Kundenindividuelle Angebote

Wer beim Unternehmensreporting weder auf Echtzeitinformationen noch auf Analytics-Funktionen verzichten möchte, sollte beide Welten miteinander kombinieren.

Folgendes Beispiel aus dem Telekommunikationsbereich zeigt die Vorteile des hybriden Ansatzes auf: Ein Mobilfunkanbieter möchte seinen Kunden individuelle Angebote unterbreiten, die von seinem aktuellen Nutzungs- und Verbrauchsverhalten seines monatlichen Surfvolumens gesteuert werden. Verfügt der Kunde nur über ein begrenztes Datenvolumen und geht dies voraussichtlich vor Monatsende zur Neige, soll mittels Predictive Analytics kundenindividuell ermittelt werden, welchen Preis er für eine kurzfristige Aufstockung seines Datenvolumens zu zahlen bereit ist. Die für die Analyse benötigten Daten (vor allem Kundenstammdaten sowie historische Vertrags(nutzungs)daten liegen im SAP BW-System. Die kundenindividuelle Preisprognose erfolgt hingegen im Livesystem mit HANA Native. Das Livesystem greift direkt auf die benötigten Daten im BW/4HANA zu und berechnet diese aufgrund der großen Rechenleistung in kürzester Zeit. Der Kunde erhält daraufhin eine SMS mit einem individuellen Angebot, das seine Preistoleranz berücksichtigt. Seine Reaktion – Ablehnung oder Annahme des Angebots zur Datenvolumenaufstockung – wird gespeichert und dient dazu, die Preisprognose für den Folgemonat zu verbessern.

BW4HANA

Fazit

Obgleich die HANA Platform weit mehr bietet als eine In-Memory Datenbank, kann es das Business Warehouse nicht ersetzen. Das BW hat nach wie vor seine Daseinsberechtigung und wird auch zukünftig nicht aus den Unternehmen verschwinden. Durch SAP HANA halten jedoch moderne Technologien und zahlreiche Analytics-Komponenten Einzug, die in Kombination mit SAP BW neue Einsatzmöglichkeiten schaffen.

Sven Broeske  Peter Neckel
Autoren: Sven Broeske und Peter Neckel, mayato GmbH


 

GRID LIST
SAP

SAP-Anwender verlangen mehr als einen stabilen ERP-Kern | DSAG-Jahreskongress 2017

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) stellt auf ihrem 18. Jahreskongress…
SAP Raute

SAP und Datenschutz: Anwender müssen umdenken

Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) tritt bald in Kraft. Die darin geforderte…
SAP

Arvato Systems führt einheitliches Business-System bei amor ein

Arvato Systems hat das Handelsunternehmen amor maßgeblich bei seiner weiteren…
Papierflut

Dokumentenmanagement trifft ERP - Sieg über ewigen Papierkrieg

Dokumentenmanagementsysteme (DMS) versprechen, Abläufe zu digitalisieren und die…
SAP

Bereit für SAP S/4HANA: SAP-Migration mit ECM-Lösung nscale

Schneller, einfacher, kostengünstiger: Mit S/4HANA hat SAP seine ERP-Systemfamilie…
elektronische Rechnung

Outsourcing im Mittelstand - Warum sich E-Invoicing rechnet

Wenn es um Optimierungsprozesse und Kostenersparnis geht, setzen immer mehr…
Frische IT-News gefällig?
IT Newsletter Hier bestellen:

Newsletter IT-Management
Strategien verfeinert mit profunden Beiträgen und frischen Analysen

Newsletter IT-Security
Pikante Fachartikel gewürzt mit Shortnews in Whitepaper-Bouquet