Gar nicht mal so kopflos: Warum Ihr Content mehr kann, als Sie denken

Headless Content-Management dreht einen, für das Internet essentiellen, technischen Vorgang auf links: Wo bisher das CMS bestimmte, wie Content auszusehen hat, bestimmt bei der Headless-Variante das jeweilige Endgerät das angezeigte Format des Inhalts.

Wie das funktioniert und warum es gerade heute Vorteile bringt, jedes Nutzergerät mitsamt dem passenden Ausgabeformat ansprechen zu können, das erklärt Dominik Angerer, CEO und Mitgründer von storyblok.

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Warum eigentlich ohne Kopf?

Das klassische CMS (Content Management System) vereint sowohl Backend, also die Handhabung des Contents innerhalb einer Benutzeroberfläche, als auch Frontend. Das Frontend ist dabei der Teil, den die Website-Besucher:innen am Ende sehen – mitsamt aller Farben, Formen und vorgegebenen Formatierungen für jedes einzelne Endgerät. Das Headless CMS wiederum verdient seinen Namen dadurch, dass es den “Head”, in dem normalerweise alle Vorgaben zur Darstellung im Frontend stehen, vom Rest des Inhalts abtrennt – demnach ist eine Headless-Lösung immer “backend-only”. 

Den Vorteil von Headless-Content-Management-Systemen verstehen auf Anhieb nur die Programmierer:innen, die stets neuen Content auf Websites mit klassischen CMS-Lösungen einpflegen.

Der Ablauf der herkömmlichen Contentpflege

Die herkömmliche Content-Pflege ist nicht damit erledigt, die Inhalte nur in das Backend zu laden. Mit jedem Content, der auf einer Webseite integriert wird, folgt immer auch ein Testing der Funktion auf allen Endgeräten – mitsamt Frontend-Programmierung und Anpassungen. Jedes Endgerät bekommt im Head der Seite mitgeteilt, wie der gesamte Inhalt auszusehen hat. Dabei fragt die Website ab, um welches Gerät es sich handelt und übergibt dann das passende Frontend oder passt die Darstellung dem Format direkt an. Wird dann später Inhalt auf bestehenden Webseiten ergänzt, entstehen dabei oft zusätzlich Probleme im Code. Die Folge: Die meiste Zeit verbringt der/die Programmierer:in in diesen Fällen mit der Fehlerbeseitigung und der erneuten Zuschreibung von Darstellungsparametern. Nun schauen wir uns das Ganze einmal “kopflos”, also unter der Verwendung eines Headless-CMS an.


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Nie mehr Redundanz

Bei der Headless-Variante lädt der/die Content-Manager:in ebenfalls alle Inhalte ins Backend. Handelt es sich um den Aufbau einer neuen Website, muss natürlich auch hier festgelegt werden, wie der Inhalt jeweils angezeigt werden soll. Der Vorgang klingt und funktioniert also sehr ähnlich – bis an diese Stelle. Die Definition, wie der Content auszusehen hat, geschieht ebenfalls im Frontend, dieses ist aber nicht direkt mit dem Content verbunden. Das Frontend bekommt den Content stattdessen von einer API bzw. Schnittstelle.

Da durch die Übergabe ans Frontend nun jedes einzelne Gerät genau weiß, wie die Arten von Content aussehen, jedoch nicht welcher Content überhaupt kommt, muss der/die Programmierer:in diese Zuordnung nicht mehr wiederholen. Noch besser: Manche Frontends, bspw. von Smart-Speakern, stellen die Hersteller mitsamt Ausgabeparametern bereit – und die zugehörigen APIs warten nur darauf angesprochen zu werden. Es ist also vollkommen egal, welches Video, Bild oder welchen Text das Backend über die API an das Frontend sendet. Die Ausgabe erfolgt immer gleich – und damit auch immer gleich richtig. Das heißt, dass bei zusätzlichem Content keine Neuprogrammierung des Frontends erfolgt und das spart Zeit und Nerven.

Was bringt ein Headless-CMS und für wen eignet es sich?

Der Wechsel zu Headless ergibt ebenfalls in nahezu allen Fällen Sinn, außer dem einen, dass die bestehende Website zu einer hohen Prozentzahl aus Wordpress-Plugins besteht. Was sind aber weitere Vorteile von Headless?

Neben dem Zeitvorteil, den das Content-Management-Team gewinnt, sind Headless-Lösungen auch zukunftssicher. Jede neue Art von Nutzer:innen-Gerät kann sich, durch einmalige API-Definition, an das bestehende Backend anschließen. Auch native Apps, die oftmals eine eigene API mitbringen, können sich vom Backend mit Content füttern lassen. Das ist gerade in Bezug auf den Trend hin zur virtuellen Realität zielführend. Auch in Angesicht des Metaverse und weiteren technologischen Neuerungen, die uns die großen Unternehmen täglich vorstellen, kann es nie schaden vorbereitet zu sein. Jede erdenkliche und ans Internet angeschlossene Technologie kann so von Content profitieren und diesen problemlos abfragen.

Ob es sich also um eine iOS-App, eine VR-Brille oder einen Webshop handelt: Ihr Content spricht sie alle an – dadurch erreichen Sie aber zusätzlich ein ganz anderes Ziel. Je mehr Endgeräte Sie adressieren können, umso mehr Kontaktmöglichkeiten bekommt Ihr Content mit Ihrer Zielgruppe. Und das ist es doch, worauf es letztendlich ankommt.

Dominik Angerer

Storyblok -

CEO

Dominik Angerer (27) ist Co-Founder und CEO von Storyblok, ausgewiesener Web-Performance-Spezialist und Perfektionist. Nachdem er für große Agenturen als Full-Stack-Entwickler gearbeitet hatte, gründete er gemeinsam mit Alexander Feiglstorfer im Jahr 2017 Storyblok. Dominik ist aktives Mitglied in der Open-Source-Community und einer der Organisatoren von Stahlstadt und ScriptConf.
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