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Google Core

Quelle: salarko / Shutterstock.com

Googles Core Web Vitals bewerten die Nutzerfreundlichkeit einer Website anhand von Ladezeit, Stabilität und Interaktivität. Aber genügen diese neue Bewertungsfaktoren, um die User Experience einer Website erfolgreich zu optimieren? 

Wenn eine Website zu lange lädt, ihre Gestalt während des Ladens ändert oder nur verzögert auf User-Eingaben reagiert, straft Google sie im Suchmaschinenranking ab. im Sinne von Website-Besucher ist diese nutzerorientierte Bewertung der weltweit wichtigsten Suchmaschine durchaus wünschenswert. Denn wer hat schon Lust, für eine kurze Information erst an Werbebannern und unnötigen Spielereien vorbei zu navigieren? Von nicht-responsiven Webdarstellungen auf Smartphones ganz zu schweigen. Das heißt: Die Ranking-Bewertung fordert schlanke, gut funktionierende Websites mit einer einwandfreien Nutzbarkeit.

Allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen, dass nun Websites automatisch oben in den Suchergebnissen landen, wenn sie vornehmlich in die Faktoren Ladezeit, Stabilität und Interaktivität investieren. Schließlich bleiben zahlreiche klassische Ranking-Faktoren – wie relevanter Inhalt, technischer Aufbau, verweisende Links – weiterhin in Kraft. Helfen Googles neue Metriken den Website-Anbietern andererseits, auf einfache Weise die User Experience ihrer Websites zu optimieren? Nur im Ansatz, denn die mit den Core Web Vitals eingeführten Kriterien bilden nur einen Teil dessen ab, was zur User Experience gehört. 

Googles Page Experience beschreibt die grundlegenden Voraussetzungen für eine nutzerfreundliche Website. Bereits bisher gültige nutzerorientierte Leistungswerte – wie ‚bounce rate‘ und ‚time on site‘ – wurden im Zuge der Core Web Vitals um weitere, wie ‚largest contentful paint‘, ‚cumulative layout shift‘ oder ‚first input delay‘ ergänzt.

So entsteht für den Suchmaschinen-Anbieter ein umfassenderes Bild der Nutzerfreundlichkeit der indizierten Websites. Dennoch: Diese Leistungswerte allein reichen nicht aus, um Nutzer zufrieden zu stellen. Ähnliches gilt auch für die UX als Disziplin. Klassisch qualitative Erkenntnisse aus dem User Research werden zunehmend durch quantitative Metriken – wie System Usability Scale (SUS), Customer Effort Score (CES) und Customer Satisfaction (CSAT) – ergänzt. Das ist sicherlich ein sinnvoller Schritt, greift aber zu kurz, wenn nur letztere betrachtet werden.

Wie gelingt es also, das emotionale Erlebnis einer guten Nutzererfahrung zu gewährleisten, ohne es auf einzelne trügerische Kennwerte (‚Vanity Metrics‘) zu reduzieren? Wer im Ranking und bei den Nutzern gleichermaßen gut ankommen möchte, sollte folgende Punkte beachten:

Features einer Website im Test

Lädt das Video im Header zu langsam? Sind zu viele Unterebenen oder ein Slider mit mehreren Bildern angelegt? Manches ergibt Sinn, anderes verzögert tatsächlich die Ladezeit einer Website. Daher ist es hilfreich, regelmäßig zu überprüfen, was bestehen bleiben soll oder was Optimierung bedarf. Dabei geht es jedoch nicht darum, alles dem Kriterium „Ladezeit“ unterzuordnen. Hochwertige Inhalte dürfen bleiben. Denn die Website soll weiterhin so ansprechend gestaltet sein, dass User sich gerne und lange dort aufhalten. 

Der positive Eindruck zählt

Eine gute Nutzerführung, die das Webangebot einfach zugänglich, auf allen Devices bedienbar und verständlich macht, steht klar ganz oben auf der Liste. Die Inhalte der Website müssen für die User glaubhaft aufbereitet, nützlich und wünschenswert sein. Dann steigt die Zufriedenheit mit dem digitalen Angebot und hinterlässt einen positiven Eindruck. 

Content im Einklang mit der Technik

Eine gelungene User Experience braucht ganzheitliches Denken und gut kombinierte Metriken. Die gefährliche Konzentration auf technische Faktoren kennen wir bereits aus der Geschichte der Suchmaschinenoptimierung. In der Vergangenheit setzten Website-Anbieter häufig auf inflationär verwendete Keywords oder zweifelhafte Backlinks, um den Algorithmus der Suchmaschine auszutricksen. Guter, relevanter Content geriet dabei unter die Räder, die Nutzer waren enttäuscht – und Google strafte entsprechende Praktiken schließlich ab.

Auch bei der Schaffung einer optimierten User Experience geht es um mehr als nur einzelne, einfach messbare technische Kriterien. Für Konzeption und Umsetzung bedeutet das, die Disziplinen SEO und UX nicht in Silos voneinander zu trennen, sondern zusammenzuführen. Die Empathie für den Nutzer muss bei beiden im Vordergrund stehen, um relevante Inhalte zu identifizieren und nutzergerecht zu präsentieren.  

Dialog und relevante Inhalte bleiben der Schlüssel zum Erfolg

Idealerweise entsteht gute User Experience im Dialog zwischen Nutzer und Anbieter und begründet mithilfe eines begehrenswerten und fortlaufend aktualisierten Angebots eine längerfristige Kundenbeziehung und eine positive Customer Experience. Hochwertiger Content und Content Marketing bleiben auch mit den Core Web Vitals relevant. Klug besetzte Keywords und Themenwelten, die die Suchintention der Nutzer bedienen, gehören dazu. Um diese Aspekte in das bestehende Gesamtkonzept der Website zu integrieren, bedarf es einer durchdachten Informationsarchitektur. 

Performance-Optimierung allein macht noch keine gute UX aus

Steht die nächste Optimierung an, sollten Website-Betreiber Themen wie Kundenzufriedenheit und Kundenbindung ebenfalls miteinbeziehen. Einzelne Kennziffern wie Absprungrate, Verweildauer und Conversion Rate sind zwar wichtig, sie bilden jedoch nicht die realen Nutzerprobleme und -Bedürfnisse ab. Gehen SEO und UX hingegen Hand in Hand, kommt dies nicht nur dem Suchmaschinen-Ranking zugute – auch die Nutzer sind zufrieden und kehren gerne wieder. 

Marc O. Schürmann, Head of UX & Strategy bei Triplesense Reply, www.triplesensereply.de

 

 

 

 

 

Dr. Oliver Bohl führt als Geschäftsführer das 70-köpfige Team von Triplesense Reply, www.triplesensereply.de


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