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Online-Shopping liegt im Trend: Für durchschnittlich 1.000 Euro kauften deutsche Verbraucher vergangenes Jahr pro Kopf ein. Das gab der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Anfang April bekannt.

Am Online-Shopping schätzen Verbraucher vor allem die Transparenz. 71,3 Prozent der 2.000 vom Verbraucherforum mydealz Befragten erklärten bei einer Umfrage, online einzukaufen, weil sie dort „die Preise besser vergleichen“ können. Doch wie „geil“ finden deutsche Verbraucher Geiz wirklich? Das wollte mydealz wissen und hat jeweils 2.000 Briten, Franzosen und Deutsche gefragt, wie sehr sie beim Shopping auf den Preis achten.

Eines vorweg: Sparen möchte (fast) jeder gerne – und dazu bekennen sich auch die meisten Deutschen. 83,9 Prozent antworteten auf die Frage „Würdest Du Dich selber als Schnäppchenjäger bezeichnen?“ mit einem klaren „Ja“ und nur 6,3 Prozent lehnten die Bezeichnung ab.  

Besonders hoch ist der Anteil der selbsterklärten Schnäppchenjäger hierzulande übrigens bei den 25- bis 34-jährigen (86,1 Prozent) und 35- bis 44-jährigen (85,0 Prozent), vergleichsweise niedrig bei Verbrauchern im Alter von 55 bis 64 Jahren (70,3 Prozent). Über alle Altersgruppen hinweg verstehen sich Frauen (85,3 Prozent) eher als Schnäppchenjäger als Männer (84,2 Prozent). 

Verglichen mit den Briten und Franzosen liegen die Deutschen damit in der „goldenen Mitte“: 86,7 Prozent der Briten, aber nur 74,9 Prozent der Franzosen halten sich selber für Schnäppchenjäger.  

Der Preis ist nur selten der ausschlaggebende Faktor

Auch wenn sich viele Verbraucher als Schnäppchenjäger verstehen, machen sie ihren Kauf selten allein vom Preis abhängig. mydealz wollte von den Briten, Franzosen und Deutschen wissen, welcher Faktor für sie den größten Einfluss auf ihre Kaufentscheidung hat: Den Preis nannten dabei nur 21,6 Prozent der Deutschen als KO-Kriterium, während sich Franzosen (33,2 Prozent) und Briten (43,5 Prozent) deutlich preissensibler zeigten. 

78,4 Prozent der Deutschen achten beim Kauf also auf andere Dinge als nur den Preis: Die Beschaffenheit eines Produkts scheint für viele eine wichtigere Rolle zu spielen. So erklärte gut jeder Sechste (17,3 Prozent) „die Qualität des Produkts“ sei für ihn das entscheidende Kaufkriterium während viele andere Deutsche ihren Kauf von Bewertungen abhängig machen: 13,4 Prozent der Befragten erklärten, sich vor allem an Bewertungen anderer Verbraucher zu orientieren, und immerhin noch gut jeder Zehnte (10,9 Prozent) macht seine Kaufentscheidung von Bewertungen in redaktionellen Medien wie Zeitungen und Magazinen abhängig. 

Noch qualitätsbewusster als deutsche scheinen französische Verbraucher zu sein: Jeder vierte Franzose (25,0 Prozent) orientiert sich an Testurteilen in redaktionellen Medien und 16,3 Prozent an Bewertungen anderer Verbraucher während 15,6 Prozent „die Qualität“ namentlich als wichtigstes Kaufkriterium nennen. Ähnlich sieht die Stimmungslage in Großbritannien aus: Einzig Testberichte in Zeitungen und Magazinen haben „auf der Insel“ wenig Einfluss auf die Kaufentscheidung: Nur 2,7 Prozent der Briten machen ihre Kaufentscheidung von redaktionellen Testberichten als wichtigstem Kriterium abhängig. 18,6 Prozent orientieren sich dafür aber an Bewertungen anderer Verbraucher während 23,1 Prozent pauschal „die Qualität“ als ausschlaggebenden Faktor nennen. 

„Cross-Border-Shopping“ weit verbreitet 

Auf der Suche nach Schnäppchen kaufen viele Verbraucher auch gezielt bei ausländischen Online-Shops ein. 84,7 Prozent der Deutschen erklärten bei der Umfrage schon einmal etwas bei einem ausländischen Online-Shop bestellt zu haben. Deutsche Verbraucher neigen damit deutlich eher zum „Cross-Border-Shopping“ als Franzosen (82,4 Prozent) oder Briten (76,4 Prozent).

In Deutschland haben etwa gleich viele Frauen (88,1 Prozent) wie Männer (88,0 Prozent) schon wenigstens einmal über das Internet bei einem ausländischen Händler bestellt. Die 18- bis 24-jährigen (88,4 Prozent) und 35- bis 44-jährigen (90,2 Prozent) neigen allerdings deutlich stärker zum Auslandskauf als ältere Verbraucher ab 65 Jahren: Nur zwei von drei Senioren (66,7 Prozent) erklärten bei der mydealz-Umfrage, schon einmal bei einem ausländischen Online-Shop eingekauft zu haben. 

Wirklich regelmäßig bestellen hierzulande aber nur wenige Verbraucher bei einem ausländischen Online-Shop. Fünfmal oder öfter haben nur 14,6 Prozent der Deutschen, aber 20,9 Prozent der Franzosen in den letzten zwölf Monaten etwas im Ausland bestellt, während sich die Briten (13,2 Prozent) wohl auch angesichts des Brexit-Chaos eher zurückgehalten haben. 

Der Preis ist das häufigste Argument – für und gegen den Auslandskauf

Gründe, im Ausland einzukaufen, haben Verbraucher viele. Auffällig aber ist, dass für sie deutlich öfter der Preis als das Angebot ein Grund sind, im Ausland zu bestellen. Nur 49,4 Prozent der deutschen „Auslandskäufer“ erklärten, der ausländische Online-Shop sei der einzige Händler gewesen, der das Produkt auf Lager hatte. 79,3 Prozent – Mehrfachantworten waren hier möglich – nannten den niedrigeren Preis als Grund für ihre Bestellung. 

Verglichen mit britischen und französischen sind deutsche Konsumenten keine Ausnahme: Auch für Franzosen war der günstigere Preis (82,6 Prozent) deutlich öfter das ausschlaggebende Argument als das Angebot (44,7 Prozent). Etwas weniger preissensibel zeigten sich britische Konsumenten: Nur 72,6 Prozent von ihnen bestellten im Ausland, um Geld zu sparen. 46,5 Prozent konnten das von ihnen gesuchte Produkt nur bei einem ausländischen Internethändler finden.

Vielsagend sind auch die Gründe, weshalb manche Verbraucher bislang vorm Kauf bei einem ausländischen Online-Shop abgesehen haben: 40,3 Prozent erklärten, einfach noch nicht das passende Angebot gefunden zu haben, und 45,9 Prozent fürchten hohe Zollgebühren bei der Einfuhr der bestellten Produkte. Auch Verbraucher, die noch nicht im Ausland bestellt haben, denken also preisbewusst. Die Sorge vor hohen Zollkosten ist angesichts des Brexits übrigens unter britischen Verbrauchern (47,6 Prozent) weiter verbreitet als in Deutschland oder Frankreich (43,9 Prozent).

Die meisten Auslandskäufer bestellen Elektronikartikel und in China

China ist der Grund, weshalb sich so viele Verbraucher vor hohen Zollgebühren fürchten. Nicht innerhalb der Europäischen Union, sondern in Fernost kaufen die meisten Auslandskäufer nämlich übers Internet ein: Satte 61,6 Prozent der Deutschen, die schon einmal etwas im Ausland gekauft haben, bestellten in China. Großbritannien (33,3 Prozent) folgte auf Rang zwei, die USA (20,7 Prozent) auf Rang drei. 

In China bestellen wohl auch deshalb so viele Deutsche, weil bei ihnen Elektronikartikel besonders hoch im Kurs stehen: 50,4 Prozent der Verbraucher, die schon einmal etwas im Ausland bestellt haben, kauften Elektronikartikel. Mode (40,7 Prozent) folgte auf dem zweiten Rang, Haushaltsartikel (21,5 Prozent) auf dem dritten Rang. Spielzeug (17,5 Prozent) und Videospiele (15,9 Prozent) komplettierten die Top-5 der in Deutschland bei Auslandskäufern besonders beliebten Produkte.

Während deutsche Verbraucher ihr Geld also auch in Fernost und Übersee ausgeben, dürfen sich deutsche Internethändler über Zuspruch aus Frankreich freuen: Wenn französische Konsumenten im Ausland bestellen, dann nämlich besonders häufig in Deutschland (51,9 Prozent). Chinesische Online-Shops (19,2 Prozent) liegen in der Gunst unserer westlichen Nachbarn nur auf dem dritten Rang – gleichauf mit spanischen Online-Shops (19,2 Prozent), aber weit hinter britischen Internethändlern (34,9 Prozent). 

 

Hinweis zur Methodik:
Die oben genannten Aussagen sind das Ergebnis einer Umfrage, die das Verbraucherforum mydealz im Zeitraum vom 12. bis zum 15. März 2021 in Deutschland, Frankreich und Großbritannien mithilfe des Marktforschungsdiensts Survey Monkey unter jeweils 2.001 Verbrauchern durchgeführt hat.

https://www.mydealz.de/


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