Anzeige

Die Digitalisierung – obwohl inzwischen fast Alltag – bringt einen Wandel mit sich, der bei vielen Mitarbeitern Ängste auslöst. Dazu gehören auch neue Technologien, die Aufgaben und Prozesse automatisieren.

Die Arbeit vieler Mitarbeiter, so scheint es, könnte damit überflüssig werden. Aber stimmt das? Sehr viel wahrscheinlicher ist es, dass sich Jobs zwar verändern, Unternehmen ihre Mitarbeiter deswegen aber nicht entlassen. Denn Automatisierungstools sorgen dafür, dass Angestellte mehr Zeit für deutlich wertvollere Tätigkeiten haben als bisher. Intelligent Automation steigert sogar die Zufriedenheit der Mitarbeiter, weil sie sie von ungeliebten Aufgaben entlastet. Auch wenn Automatisierungstechnologien im ersten Moment oft Angst vor Jobverlust auslösen – tatsächlich eröffnen sie große Chancen. Für Unternehmen und ihre Mitarbeiter.

Wenn immer mehr Unternehmen sogenannte „Industrie 4.0-Lösungen“ einführen, wirkt sich dies definitiv auf Jobs aus. Denn diese Tools werden immer intelligenter. Stand-Alone Robotic Process Automation-Lösungen, wie sie bereits bei vielen Unternehmen im Einsatz sind, genügen den Ansprüchen oft nicht mehr, da sie lediglich sehr einfache Tätigkeiten automatisieren können, wie etwa das Kopieren von Daten aus einem System in ein anderes. Solche RPA-Tools konnten die Arbeit vieler Mitarbeiter schon deutlich erleichtern, aber an vielen Stellen im Prozess musste der Mensch weiterhin aktiv eingreifen. Die neuen Intelligent Automation- Plattformen sind dagegen in der Lage, Prozesse vollständig zu automatisieren.
 

Angst vor KI

Zu diesen Plattformen gehören in der Regel RPA-Lösungen der nächsten Generation, die um Künstliche Intelligenz und Machine Learning-Funktionalitäten erweitert sind. Eine Intelligent Automation-Plattform ist einem einfachen RPA-System deutlich überlegen. Entsprechend wächst die Sorge der Mitarbeiter, ihr Arbeitgeber könne sie bald vollständig durch KI-Lösungen ersetzen. Auch dies hält manche Unternehmen davon ab, Automatisierungslösungen in ihre IT zu integrieren. Sie möchten wertvolle Mitarbeiter – zumal angesichts des wachsenden Fachkräftemangels – nicht verunsichern und verlieren. Doch Untersuchungen wie die Dell & Intel Future Workforce Study belegen, dass in Unternehmen, die nicht in neue Technologien investieren, genau das Gegenteil eintritt: 42 Prozent der Millennials sind eher bereit, ein Unternehmen zu verlassen, wenn es veraltete Technologien einsetzt. Gleichzeitig fallen solche Unternehmen natürlich gegenüber ihren Wettbewerbern deutlich zurück.
 

Die Ansprüche der Arbeitnehmer wachsen

Die Studie unterstreicht zudem den Wandel im Personal-Bereich – Stichwort Fachkräftemangel. Immer häufiger können sich Arbeitnehmer ihre Jobs aussuchen. Wer als Unternehmen nicht aktiv auf potenzielle Mitarbeiter zugeht, hat das Nachsehen. Für die HR-Abteilung ist es eine große Herausforderung, das Unternehmen als attraktive Arbeitgebermarkt zu positionieren. Auch darum wird es für Unternehmen entscheidend, neuen Technologien gegenüber offen zu sein und sich den veränderten Möglichkeiten agil anzupassen – gerade wenn die neuen Tools oder Geräte die Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen können. Durch solche Systeme verschaffen Unternehmen ihren Mitarbeitern nicht nur mehr Zeit für wertschöpfendere Arbeiten, sondern auch für ihre Weiterentwicklung.
 

Nur ein konsequentes Change Management führt den Prozess des technologischen Wandels zum Erfolg.

Während die virtuellen Kollegen – etwa die Software-Roboter von RPA – lästige, repetitive Aufgaben übernehmen, können sich Angestellte darauf konzentrieren, ihr Wissen zu erweitern, Kunden besser und intensiver zu betreuen und die Kundenzufriedenheit zu steigern.
 

Mitarbeiter mitnehmen

Unternehmen müssen aber nicht nur neue Mitarbeiter und Millenials für sich gewinnen, es gilt genauso, die älteren Mitarbeiter mit an Bord zu holen. Einfach neue Tools einzuführen und die Mitarbeiter dabei vor vollendete Tatsachen zu stellen, kann sogar eine Art Rebellion hervorrufen. Nur ein konsequentes Change Management führt den Prozess des technologischen Wandels zum Erfolg. Denn gerade langjährige Mitarbeiter sind von neuen Prozessen, Tools oder Strukturen nicht leicht zu überzeugen. Sie schätzen Altbewährtes und tun sich schwer, sich auf Neues einzulassen. Deshalb ist es unerlässlich, Angestellte von Beginn an in Digitalisierungsprozesse einzubeziehen und für ihre Partizipation an den Veränderungsprozessen zu sorgen. Im Sinne eines umfassenden Change Managements müssen Unternehmen neue Strukturen, Prozesse oder Systeme mit ihren Mitarbeitern abstimmen. Neben dem Hinweis, was diese Tools alles leisten, ist es wichtig, die allgemeine Veränderung im Wettbewerbsumfeld zu vermitteln: Sich der Digitalisierung und Automatisierung zu verschließen, kann für Unternehmen existenzbedrohend sein. Fest steht: Ängste kann man nur beseitigen, indem man offen darüber kommuniziert und ein klares „Wir“-Gefühl etabliert. Auch darf keine Kluft zwischen jüngeren und älteren Kollegen entstehen – oder zwischen den alten, etablierten Prozessen und den völlig neuen. Darum hilft es, nicht revolutionär, sondern evolutionär zu agieren und Systeme und Prozesse schrittweise und möglichst für alle Mitarbeiter zu migrieren.
 

Vorteile der Automatisierung aufzeigen

Durch Automatisierungsplattformen wandeln sich die Aufgaben der Mitarbeiter. Fürchten müssen sich sie vor ihren virtuellen Roboter-Kollegen aber nicht. Der Großteil der Aufgaben, den die Software-Roboter von ihren echten Kollegen übernehmen können, sind Tätigkeiten, die kaum ein Mensch gern erledigt. Etwa das Abrufen von Daten aus Hunderten von Portalen, um Preisvergleiche durchführen zu können, oder die Recherche nach der Liquidität eines Kunden, bei der Dutzende weitere Portale abzusuchen sind. Ähnliches gilt für das Kopieren von Daten von einem System in das andere.

Wenn RPA und Intelligent Automation solche Sisyphos-Aufgaben übernehmen, sorgen sie für eine deutliche Arbeitserleichterung und reduzieren die unangenehmen Fehleingaben, die passieren können. Mit der Integration einer entsprechenden Software gehört das mühselige Kopieren der Vergangenheit an, und Mitarbeiter können sich auf deutlich wertvollere Aufgaben konzentrieren – wie etwa die Kundenberatung. Dadurch steigt nicht nur die Zufriedenheit der Kunden, sondern auch die der Mitarbeiter: Sie sehen mehr Sinn in ihrer Tätigkeit. Die Zeit, in Intelligent Automation zu investieren, ist definitiv gekommen.

Nur Unternehmen, die sich dem digitalen Wandel stellen, werden sich am Markt behaupten. Dieser Wandel betrifft nicht nur die Technologie, sondern auch die Mitarbeiter. Es ist entscheidend, sie frühzeitig in Change-Prozesse einzubeziehen, um ihnen die Angst vor neuen Prozessen, Strukturen und Tools zu nehmen. Zudem können Unternehmen somit den Widerstand und dadurch resultierende Leistungsverluste kompensieren. Intelligent Automation schafft schließlich beides: ein wettbewerbsfähigeres Unternehmen und zufriedenere Mitarbeiter.

Chris Huff, Chief Strategy Officer
Chris Huff
Chief Strategy Officer, Kofax

Weitere Artikel

Justitia

Sind die für Ende 2022 gesetzten Ziele des Online-Zugangsgesetzes erreichbar?

Bereits vor geraumer Zeit hat die deutsche öffentliche Verwaltung erkannt, dass sie zum eigenen Nutzen, aber auch dem der Bürger*innen ihre Digitalisierung vorantreiben muss. Dazu wurde 2017 das Online-Zugangsgesetz (OZG) erlassen, das auch die Umsetzung der…
Digitale Transformation

Unternehmen gelingt es nicht, den Wandel strategisch anzugehen

Trotz turbulenter Zeiten und drängender Themen wie etwa Digitalisierung und Nachhaltigkeit konnten die deutschen Unternehmen ihre Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit in den vergangenen Jahren insgesamt nur leicht steigern.
Künstliche Intelligenz

Zwei von fünf Deutschen stehen KI skeptisch gegenüber

Künstliche Intelligenz (KI), im Englischen Artificial Intelligence (AI), ist in einigen Teilen unseres Alltags bereits verankert. Digitale (Sprach-) Assistenten, beispielsweise Siri von Apple oder Alexa von Amazon sind dafür Beispiele. Doch wie stehen die…

Anzeige

Jetzt die smarten News aus der IT-Welt abonnieren! 💌

Mit Klick auf den Button "Zum Newsletter anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.