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Unternehmen auf der ganzen Welt schwören auf die Macht des tiefgreifenden digitalen Wandels. Laut IDC werden die weltweiten Ausgaben für die digitale Transformation im Jahr 2022 fast 2 Billionen Dollar erreichen. Auch wenn es im ersten Moment so scheint, dass die digitale Transformation von besseren Algorithmen und fortschrittlicherer Hardware abhängig ist, so beruht ihr Erfolg doch im Wesentlichen auf den Innovationen talentierter Menschen, die zusammenarbeiten. 

Traditionelle Arbeitsweisen, die isoliert und hierarchisch sind, werden nicht die nötige Agilität bieten, um den wachsenden Anforderungen der ständig steigenden Kundenerwartungen gerecht zu werden. Die digitale Transformation scheint somit viel eher eine Revolution der Arbeitsweise als eine technologische Aufrüstung zu sein. 

Digitale Transformation heute

Aus diesem Grund fokussieren immer mehr Unternehmen neue Wege der Zusammenarbeit in ihrer Belegschaft und versuchen Organisationssilos abzubauen. War die „digitale Transformation” einst ein Schlagwort mit zahlreichen Interpretationen – papierlos, in die Cloud übergehend, neue Technologien einführend – so ist sie heute viel mehr.

Der Begriff wird mittlerweile verstanden als die Integration digitaler Technologien und Anpassungen der Arbeitsweisen in alle Bereiche eines Unternehmens. Ziel ist es, die Funktionsweise grundlegend zu verändern und dadurch einen höheren Mehrwert für die Kunden zu schaffen. Das versetzt Unternehmen schneller in die Lage, auf die sich ändernden Wünsche der Kunden zu reagieren und durch kontinuierliche Verbesserung ihrer Produkte und Dienstleistungen den Erwartungen voraus zu sein.

Zu den erfolgreichsten Unternehmen zählen aktuell digital disruptive Organisationen wie Airbnb, Uber, Netflix und Spotify. Ihr Wettbewerbsvorteil liegt vor allem in ihrer Agilität. Sie erspüren die Kundenwünsche und können sofort darauf reagieren. Der Geschäftserfolg wird mittlerweile mehr an den Auswirkungen von Customer-Experience-Anwendungen gemessen als an der Einhaltung von Budgets oder Meilensteinen. Unternehmen müssen dazu neue Inspirationsquellen finden, um ihren Kunden kontinuierliche Innovationen zu ermöglichen und neue Arbeitsweisen einführen. Das gilt nicht nur für „Digital Natives” wie Amazon, Google oder Spotify – auch Unternehmen wie Capital One, Walmart, Philips und Suncorp haben es geschafft, sich neu aufzustellen.

Neue Wege beschreiten

Wenn etablierte Unternehmen sich im Zuge der Transformation neu erfinden und neue Arbeitsweisen integrieren wollen, bedeutet das nicht automatisch offene Büros mit Whiteboards, Mitarbeiter, die den Kopf beim Tischfussball frei kriegen oder auf Sitzsäcken brainstormen während sie den neuesten Mate-Hype trinken.

Neue Arbeitsweisen beinhalten mehr als nur Änderungen an der Infrastruktur. Dabei gibt es vier Schlüsselelemente:

  1. Produkte und Services müssen an den Bedürfnissen des Kunden ausgerichtet werden.
  2. Aktive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachexperten fördern, die das Design in praktikable Produkte und Dienstleistungen umsetzen können. Dies erfordert das Aufbrechen von Unternehmenssilos und die Neudefinition von Strukturen.
  3. Kundenwünsche, Geschäftsnutzen und Technologie in einem “Minimum Viable Product” (MVP) kombinieren. Dabei handelt es sich um die einfachste brauchbare Ausprägung eines Produkts, die als Ausgangspunkt für weitere Ausbaustufen mit neuen Funktionen dient.
  4. Anpassung nahezu in Echtzeit: Teams müssen in der Lage sein, iterativ zu handeln und Produkte und Dienstleistungen ständig neuen Kundenwünschen anzupassen.

Call for Action

Leider gibt es kein Handbuch, wie ein Unternehmen bei der Einführung neuer Arbeitsmethoden agieren sollte. Jedes Unternehmen muss seine eigenen Strategien auf Basis seines Leitbilds entwerfen. Und dabei muss jeder Bereich gewillt sein, sich zu verändern – vom Ingenieurteam bis zum Senior Manager.

Um Silos aufzubrechen, restrukturieren Unternehmen vor allem die Zusammenarbeit in den Teams. Häufig fehlen Organisationseinheiten in der Entwicklung und Qualitätssicherung, aber für „Agile DevOps” ist es notwendig, Produktmanager und IT-Abteilung eng zu verzahnen. Viele Führungskräfte definieren ihre Managementprozesse neu, um eine neue Arbeitsweise durchzusetzen. Dazu gehören neue Positionen und Verantwortlichkeiten, Performancemanagement-Programme und vieles mehr. Dadurch können Mitarbeiter besser erkennen, was von ihnen erwartet wird, welche neue Rollen sie ausfüllen sollen und wie sie ihre Karriere weiter gestalten können.

Es geht aber auch darum, bestehende Strukturen zu verändern. Teams müssen anders denken, arbeiten und interagieren. Dabei helfen Teambuilding-Maßnahmen: Teams bekommen Namen, eine Charta, einen „Teamvertrag” mit Do’s and Don'ts, Meet-and-Greets oder Team-Foren.

Ein weiterer, wichtiger Bestandteil eines offenen Unternehmens ist die Demokratisierung von Informationen. Diese müssen frei verfügbar sein, um den Austausch und die Verbreitung von Wissen zu fördern. Dazu dienen Kaffeerunden zum Thema Agile, Freitagsgespräche, Konferenzen, DevOps-Tage oder Cloud-Roadshows, aber auch Microsites, Yammer-Gruppen und Newsletter. Hier können Teammitglieder organisiert ihr Wissen und ihre Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge teilen.

Für höhere Agilität, weiter verbesserte Arbeitsbedingungen und eine Kultur der Zusammenarbeit wurde in den vergangen Jahren viel Geld in die Neugestaltung der Arbeitsbereiche investiert: Offene Büros, Besprechungs- und Aufenthaltsräumen für Diskussionen, Whiteboards, Chill-out-Zonen mit Tischkicker, Kaffee- oder Leseecken sind heute eher die Regel als die Ausnahme.

Eine Transformation, die sich lohnt

Neue Arbeitsweisen ziehen unweigerlich große Herausforderungen nach sich. Aber sie bieten auch viele neue Chancen. Damit die Transformation wirkungsvoll und erfolgreich ist, müssen Führungskräfte ein einheitliches Verständnis für das ‘Warum’ und das ‘Wie’ haben und verstehen, welche Auswirkungen die Transformation auf alle Bereiche des Unternehmens haben wird – sowohl extern als auch intern. Eine erfolgreiche digitale Transformation hat wenig mit der Größe des Unternehmens oder der eingesetzten Technologie zu tun. Entscheidend ist es vielmehr, eine neue Kultur zu schaffen und die Mitarbeiter auf der Reise mitzunehmen.
 

Rituparna Ghosh, Head Agile DevOps Transformation
Rituparna Ghosh
Head Agile DevOps Transformation, Wipro Digital

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