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Künstliche Intelligenz (KI) ist die Trendtechnologie der Zukunft. Doch was kann sie alles und wo sind ihre Grenzen? Der folgende Beitrag wirft einen Blick auf das Thema Kreativität und zeigt, wie KI noch nicht eingesetzt werden sollte.

Der HubSpot-Studie „Hype vs. Realität – Welche neuen Technologien Verbraucher wirklich wollen“ zufolge sind über die Hälfte aller Befragten (54 Prozent) der Meinung, dass KI die Welt besser machen wird. Doch kann sie neben den automatisierten Aufgaben als Chatbot im Kundenservice oder beim maschinellen Lernen auch kreativ sein und eigene Schöpfungen hervorbringen, wie dies beispielsweise bei Künstlern der Fall ist?

Fakt ist: KI kann Menschen helfen und sie bei ihrer Arbeit oder im Alltag unterstützen. Doch ob sie sich schon auf Augenhöhe mit Kreativen messen kann, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.  Ein Blick auf die Top 3 der größten Fehlschläge und Erfolge verdeutlicht, wo es aktuell noch hakt und wo die Potenziale liegen.

Fehlschlag 1: Wenn Chatbots zu Rassisten werden

Maschinelles Lernen kann sehr hilfreich im Alltag sein. So erkennt der Algorithmus von Spotify zum Beispiel die Lieblingsmusik der Nutzer und stellt darauf basierende Wiedergabelisten zusammen. Nach diesem Prinzip sollte eigentlich auch der Twitter-Chatbot Tay.ai von Microsoft funktionieren, der Twitter wie ein Teenager benutzen sollte. In diesem Fall allerdings ging das Experiment gründlich schief. Denn die KI ist zwar intelligent, aber sie kann keine ethischen Entscheidungen treffen. Was richtig oder falsch ist, lernt sie von den Menschen, mit denen sie interagiert. So begann Tay letztlich, die Tweet-Sprache der anderen Twitter-Nutzer zu imitieren. In weniger als 24 Stunden veränderten sich die Aussagen schließlich von „Menschen sind total toll“ zu Statements wie „Ich hasse Feministen“ und anderen sexistischen und antisemitischen Postings (s. Bild 1). Microsoft musste den Chatbot aufgrund der beleidigenden Inhalte schließlich offline schalten.

Fehlschlag 2: KI kann nicht kochen

„Kognitives Kochen mit Watson“ – Dieses Gourmet-Kochbuch, das in Zusammenarbeit mit dem KI-Roboter Watson von IBM erstellt wurde, ist tatsächlich im Handel erhältlich. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und so gehen die Meinungen über Gerichte wie belgischen Bacon-Pudding, australische Schokoladen-Burritos oder vietnamesisches Apfel-Kebab stark auseinander. Neben dem Kochbuch hat IBM eine Online-Plattform entwickelt, auf der Hobbyköche selbst mit Watson experimentieren und eigene Kreationen generieren lassen können. Es bleibt also abzuwarten, inwieweit die KI auf Basis dieses Feedbacks dazulernt und seinen Geschmack dem Mainstream anpasst.

Fehlschlag 3: Finger weg von Farben

Neue Farbtöne tragen oft sehr ungewöhnliche Namen. Denn wenn etablierte Bezeichnungen wie Aquamarin oder Koralle in verschiedenen Nuancen bereits genutzt werden, müssen kreativere Assoziationen mit realen Objekten her. So ist es naheliegend, Farbtöne mit Hilfe KI zu erfinden. Ausprobiert hat dies die Forscherin Janelle Shane, die einem neuronalen Netzwerk beibrachte, sowohl die Farben als auch die dazu passenden Namen zu kreieren. Leider passten die neuen Namen weder zu den Farbtönen, noch waren Bezeichnungen wie „Turd“ (Exkrement) überhaupt nutzbar (s. Bild 2).

Neben diesen Fehlschlägen gibt es aber auch Positives von kreativen KI-Schöpfungen zu berichten.

Erfolgsgeschichte 1: Intelligentes Fahrzeug und Fahrer vernetzen sich

Das Forschungsprojekt „Hack Rod“ schuf vor einigen Jahren eines der ersten Autos, die mit KI ausgestattet waren. Der am Computer entwickelte Hochleistungsrennwagen wurde mit Sensoren versehen und mit den Hirnwellen des Fahrers vernetzt – die beiden Komponenten bildeten damit die Grundlage für den Machine-Learning-Prozess bei der Jungfernfahrt durch die Mojave-Wüste. Aktuell arbeitet Hack Rod mit Siemens an einem Virtual-Reality-basierten Autodesign, wobei die per KI entwickelte Konstruktion nach Kundenwünschen per 3D-Drucker zum Leben erweckt wird. Dadurch soll die Automobilentwicklung so einfach und unterhaltsam werden wie ein Videospiel.

Erfolgsgeschichte 2: Kognitive Gala-Robe für die Met-Gala

Während der IBM KI-Roboter Watson beim Kochen noch Nachholbedarf hat, ist er beim Entwerfen von Kleidern schon einen Schritt weiter. Gemeinsam mit den Designern von Marchesa schufen die Entwickler für die Met-Gala „Manus x Machina“ ein kognitives Kleid, das Freude, Leidenschaft, Aufregung, Ermutigung und Neugier vermitteln soll. Ein kognitives Farbdesign-Tool, das die psychologischen Effekte von Farben sowie die Wechselbeziehungen von Emotionen und Ästhetik interpretieren konnte, erschuf daraufhin das Kleid samt Farben- und Stil-Input der Marke Marchesa. Die Robe stieß letztlich auf positive Resonanz, es bleibt allerdings zu bezweifeln, ob sich der Aufwand auch für Alltagskleidung lohnen würde.
 

KI Kleid

Das mit Hilfe von IBM Watson entwickelte kognitive Kleid soll Freude, Leidenschaft, Aufregung, Ermutigung und Neugier vermitteln.

 

Erfolgsgeschichte 3: KI macht den Beatles Konkurrenz

Kaum etwas ist so komplex und vielfältig wie Töne und Melodien. Kein Wunder also, dass Komponisten wie Bach oder Beethoven zu den größten Genies der Menschheit zählen. Die Messlatte für KI ist in diesem Fall besonders hoch gelegt. Dennoch gibt es Projekte, die erste Erfolge in diesem Bereich erzielen können. So wurde das Lied „Daddy’s Car“ vom Startup Flow Machines bis auf den Gesang ausschließlich von einer KI komponiert.

Fazit

KI ist in gewisser Weise kreativ, sprich eine kreative Intelligenz. Allerdings zeigen die genannten Beispiele auch, dass es noch viel Entwicklungs- und vor allem Lernbedarf gibt, damit die Technologie weiter verbessert wird. Eine der größten Herausforderungen hierbei ist sicherlich, Menschen zu finden, welche die Sprache der KI wirklich sprechen und erklären können, wie die kreativen Leistungen von Menschen funktionieren.

Kathleen Jaedtke, Regional Marketing Lead DACH bei HubSpot, www.hubspot.com


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