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Denis BaranovVersteckt sich hinter „Blockchain“ nur ein neuer Hype oder hat diese Technologie das Zeug, die Welt zu erobern? Denis Baranov, Chefberater beim global tätigen Technologieunternehmen DataArt, ist von der Blockchain-Technologie überzeugt und erwartet deren Monetisierung bis 2018.

Hallo Herr Baranov. Was macht die Blockchain-Technologie so einzigartig, das Sie von ihrem Erfolg überzeugt sind?

Denis Baranov: Mit der Blockchain werden wir auf direktem Weg, sicher und transparent Waren oder Leistungen gegen virtuelles Kapital austauschen können. Aktionen werden dezentral und dauerhaft gespeichert. Diese Unabhängigkeit von Mittelsmännern, Sicherheit für alle Beteiligten und völlige Transparenz sind aus meiner Sicht überzeugende Argumente für einen bahnbrechenden Erfolg der Blockchain.

Wo sehen Sie die Einsatzgebiete für die Blockchain?

Denis Baranov: Der Finanzsektor und der Online-Handel stehen ganz oben. Aber auch die Musikindustrie, das Rechtemanagement, Logistik und Energieversorgung sowie -vermarktung sind interessante Einsatzgebiete. Bei einer Verknüpfung von Smart Homes und Energieversorgung würden die Energie-Informationen intelligenter Geräte in der Blockchain gespeichert, Computerprotokolle automatisch überprüft und darauf basierende Zahlungen angestoßen. Selbst dem Gesundheits- und Staatswesen kommt die Blockchain zugute.

In welchen Anwendungen wird Blockchain bereits erfolgreich eingesetzt?

Denis Baranov: Auf dem Energiesektor haben bereits Privatpersonen, die eine Solaranlage besitzen, ihren generierten Strom via Etherium Smart Contracts an andere Privatpersonen verkauft. Ganz direkt, ohne zwischengeschaltetes Versorgungsunternehmen. Estland bietet die Anmeldung eines virtuellen Wohnsitzes mit Digital-ID mit einem Programm an, das auf der Blockchain fußt. Und gerade letzte Woche habe ich eine Finca auf den Kanaren gemietet und hätte bei dem Anbieter mit Bitcoins zahlen können. Zur Zeit werden weltweit rund 350.000 Transaktionen täglich mit dem digitalen Tauschmittel Bitcoin getätigt. Weitere bekannte Kryptowährungen sind zum Beispiel Ether und das Anfang August ins Leben gerufene Bitcoin Cash.

Was verändert sich in den genannten Anwendungen durch den Einsatz der Blockchain?

Denis Baranov: Mittelsmänner fallen weg, Lieferketten werden transparent. Das Zahlen peer-to-peer, also ohne zwischenstehende Banken, verläuft schnell, gebührenfrei und wird dezentral als auch dauerhaft gespeichert. 

Sind Blockchain-Anwendungen konform mit der EU-DSGVO, worauf ist in puncto Sicherheit zu achten?

Denis Baranov: Darauf wird hingearbeitet und ich bin sicher, dass ein Konsens gefunden wird. Anwendungen einer teilnahmebeschränkten “Enterprise Blockchain” oder einer Blockchain, die auf Hyperledger Plattform läuft, lassen sich regulieren. Dennoch sollte man die spezifischen Wesensarten der Blockchain wie beispielsweise die Unveränderbarkeit im Hinterkopf behalten, wenn es um personenbezogene Daten geht. Nicht zu regulieren sind Public Blockchains. Diese Blockchains ohne Teilnahmebeschränkung sind weltweit zu hochgradig verbreitet. 

Wer profitiert von der Blockchain? Blockchain-Start-ups, Banken, Konsumenten oder Blockchain einsetzende Unternehmen?

Denis Baranov: Alle! Konsumenten genießen Klarheit beim Handel. Denn oft treten beim Warenaustausch offene Fragen auf, die den Transaktionsfluss bremsen; ursprünglich wurden viele Banken, Gerichte oder Unternehmen überhaupt nur deshalb gegründet, um potenzielle Missverständnisse und Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Der Blockchain gelingt es, solche Unsicherheiten allein durch Technologie zu beheben. Das tut Konsumenten gut und erhöht ihr Vergnügen beim Kauf oder dem Buchen einer Dienstleistung. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass sich Bürger wegen der Blockchain auf lange Sicht über Steuersenkungen freuen könnten, denn die Automatisierung wirtschaftlicher Aktivitäten verringert Anzahl und Aktionsradius von Institutionen. Bei einer Vertragsbeziehung schafft die Blockchain Transparenz, legt den tatsächlichen Verlauf offen und offenbart die Fehlerstelle bei Regressansprüchen. Das genießen beide an der Transaktion beteiligten Parteien. Das Ausmerzen von Fehlerquellen durch den Wegfall händischer Prozesse wirkt sich ebenso positiv auf Blockchain-anwendende Unternehmen aus wie ein signifikantes Erhöhen des Transaktionstempos. Für Banken werden grenzüberschreitende Zahlungen leichter und günstiger; und gerade wenn Aufsichtsbehörden und Auditoren informiert werden müssen, erfahren Einzelgesellschaften durch die Blockchain mit ihren fälschungssicheren, unveränderbaren Smart Contracts wertvolle Unterstützung. Blockchain-Start-ups freuen sich darüber, dezentral und komfortabel über die Blockchain eine Finanzierung ihrer Idee zu generieren. 

Wie finanzieren sich Blockchain-Start-ups?

Denis Baranov: Das Blockchain-Ökosystem wächst mit jedem Monat und lässt neue Anwendungen entstehen. Start-ups setzen zur Finanzierung ihrer Blockchain-Ideen vermehrt auf das ICO-Konzept, kurz für „Initial Coin Offering“. Die einfache, dezentrale Natur eines ICOs hilft ihnen, Crowdfunding via Blockchain zu betreiben, ohne den steinigen Weg über Venture Capitalists, Angel Investors oder die Börse zu gehen. Um das notwendige Kapital zusammenzubekommen, kreieren Jungunternehmer mittels ihrer eigenen Blockchain die eigene Kryptowährung und verkaufen Coins. Eine effektive und innovative Art, wie Blockchain Blockchain finanziert. Dieser junge, dynamische Ansatz hat das Potenzial für üppige Dividenden, denn es erschließt Firmen eine interessierte Förderbasis.

Bislang kennt Otto Normalanwender Bitcoins nur als Zahlungsmittel für Cyber-Erpresser. Warum sollte ein Anleger diese neue Währung eines Start-ups kaufen?

Denis Baranov: Ich denke, es geht nicht um Bitcoins, sondern um die Motiviation des Kaufs. Investoren stecken ihr Kapital nicht in die neue Währung, sondern in eine neue Idee oder in die charismatische Persönlichkeit des Gründers. ICO ist einfach eine neue Form des Investments, ähnlich den Crowdfunding Plattformen. 

Eine neue Währung an Banken und Regierungen vorbei – das klingt nach Anarchie und Steuerverlusten für den Staat. Was sagen die Aufsichtsbehörden zu Bitcoins und Blockchain?

Denis Baranov: Bisher hat die Blockchain-Technologie kaum eine Regulierungsinstanz wirklich beschäftigt. Das ändert sich gerade. Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt nehmen sich allmählich der Thematik an und führen ernsthafte Diskussionen. Denjenigen, die den Fortschritt der Blockchain-Technologie vorantreiben – ganz besonders auf dem Finanzsektor –, wird in den kommenden Jahren mehr Aufmerksamkeit zuteil. Und das lehrt die Erfahrung: Wenn eine Technologie in das Blickfeld der Aufsichtsbehörden gerät, ist ein Durchbruch absehbar.

Mitunter ist die Rede davon, dass Blockchain die Welt verändern wird. Was halten Sie von dieser Aussage?

Denis Baranov: Ich bin überzeugt, dass Blockchain die Welt des Handels grundlegend verändern wird. 

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