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Rechenzentrum

Ein wachsender Kapazitätsbedarf, steigende Anforderungen an die Verfügbarkeit, Lieferengpässe bei kritischen Produkten – die Liste der Herausforderungen, vor denen Rechenzentren weltweit stehen, ist lang.

In seinem aktuellen 11. Global Data Center Survey hat das Uptime Institute rund 790 Besitzer und Betreiber von Datacentern sowie rund 530 Zulieferer, die Produkte und Dienstleistungen für Rechenzentren anbieten, befragt. Die folgenden sechs Erkenntnisse zeigen, wo die Branche 2021 steht.

"Die Umfrageergebnisse für das Jahr 2021 verdeutlichen das anhaltende Wachstum des Sektors und die vielen komplexen Herausforderungen, mit denen Eigentümer und Betreiber von Rechenzentren heute konfrontiert sind", sagte Andy Lawrence, Executive Director of Research, Uptime Institute. „Noch nie stand mehr auf dem Spiel, wenn es um die Vermeidung von Ausfällen, die Umweltverträglichkeit und die Gesamtleistung geht. Deshalb müssen Unternehmen ihre geschäftskritische digitale Infrastruktur und ihren Betrieb weiterhin sorgfältig überprüfen, um das Risiko eines Serviceausfalls zu minimieren und die Ausfallsicherheit zu maximieren."

Erkenntnis 1: Potenzial für mehr Effizienz beschränkt sich auf IT-Racks.

Rechenzentren haben ihre Möglichkeiten, ohne größere Investitionen die Effizienz zu steigern, weitgehend ausgeschöpft. Deutliche Verbesserungen sind nur noch auf Ebene der IT-Racks zu erzielen. Die Power Usage Effectiveness (PUE) stagniert seit rund fünf Jahren. 2021 liegt der PUE-Wert im Durchschnitt bei 1,57. Im Vorjahr war er mit 1,59 nur geringfügig höher. Die Kennzahl beschreibt das Verhältnis des Gesamt-Energieverbrauchs eines Datacenters zur Energieaufnahme der Rechnerinfrastruktur. Theoretisch ist demnach ein PUE-Wert von 1 ideal. Was die Dichte der Serverschränke angeht, ist diese im Vergleich zu 2020 leicht angestiegen und bleibt damit auf einem mittelmäßigen Niveau. Fast drei Viertel der Befragten gaben an, die höchste Rack-Dichte in ihren Rechenzentren – selbst in den modernsten – betrage weniger als 10 Kilowatt (36 Prozent) oder zwischen 10 und 20 kW (36 Prozent).

Erkenntnis 2: Nachhaltigkeitscontrolling ist ausbaufähig.

Nicht zuletzt durch die weltweit wachsende Datacenter-Kapazität rückt das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus. Der erste Schritt hin zu ressourcenschonenderen Rechenzentren besteht darin, die entsprechenden Kennzahlen zu messen – allen voran die Serverauslastung als zentrale Stellschraube für einen geringeren Stromverbrauch. Diesen Wert erheben lediglich 40 Prozent der Befragten. Den Energieverbrauch der IT-Ausstattung oder des Rechenzentrums sowie den PUE-Wert überwachen hingegen 82 beziehungsweise 70 Prozent. Beim Wasserverbrauch gilt das bislang nur für 51 Prozent der Besitzer und Betreiber.

Erkenntnis 3: Die Hälfte aller Ausfälle verursacht spürbaren Schaden.

Eine, wenn nicht die zentrale Anforderung an Rechenzentren ist, eine durchgängige Verfügbarkeit sicherzustellen. 69 Prozent der Befragten haben innerhalb der letzten drei Jahre mindestens einen Ausfall erlebt. 2020 waren es noch 78 Prozent. Mehr als die Hälfte der Störungen (56 Prozent) ließ sich schnell beheben und blieb ohne schwerwiegende Auswirkungen. Die übrigen 44 Prozent hatten empfindliche Verluste hinsichtlich Kosten, Zeit und Reputation zur Folge. Die Wahrscheinlichkeit für Ausfälle ließe sich deutlich reduzieren: durch besseres Management, optimierte Prozesse und Training der Mitarbeiter.

Erkenntnis 4: Wachsende Kapazitäten setzen Lieferketten unter Druck.

Der steigende Kapazitätsbedarf stellt Unternehmen vor gewisse Hürden. Die Mehrheit der befragten Datacenter-Zulieferer rechnet in den kommenden zwei Jahren mit Engpässen bei Komponenten wie Chips und Leistungselektronik. Darüber hinaus beeinflussen die globalen Tech-Konzerne mit ihren Hyperscale-Rechenzentren, wie sich der Markt entwickelt. 63 Prozent der Anbieter von Datacenter-Equipment und -Services erwarten in den nächsten drei bis fünf Jahren, der Wettbewerb im Zulieferbereich werde durch die Internetgiganten eingeschränkt. Denn: Mehr und mehr Rechenzentren mit einer Kapazität über 20 Megawatt entstehen, und Anbieter werden dazu neigen, die Bedürfnisse dieser Großkunden zu priorisieren.

Erkenntnis 5: Der Fachkräftemangel verschärft sich weiter.

Für Besitzer und Betreiber von Rechenzentren wird es immer schwerer, ihren Bedarf an qualifiziertem Personal zu decken. 47 Prozent der Befragten haben Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. Bei der Befragung 2018 gaben dies nur 38 Prozent der Teilnehmer an. Zudem gelingt es einem Drittel (32 Prozent) der Unternehmen nicht, Mitarbeiter langfristig zu binden – das sind fast doppelt so viele wie vor drei Jahren (17 Prozent). Dass künstliche Intelligenz kurz- oder langfristig Arbeitsstellen ersetzen wird, glauben 73 Prozent. Gleichzeitig sind sich drei Viertel der Befragten einig: Die meisten Mitarbeiter in Rechenzentren müssen sich um ihren Arbeitsplatz keine Sorgen machen – auch nicht auf lange Sicht.

Erkenntnis 6: Lithium-Ionen-Batterien lösen Bleibatterien ab.

Immer mehr Rechenzentren setzen für die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) Lithium-Ionen-Batterien ein – und zwar vor allem in zentralen USV-Anlagen. Hier haben bereits 47 Prozent der Befragten die Technologie eingeführt, in verteilten USV-Systemen sind es 16 Prozent. Brennstoffzellen als neuartige Energiequelle sind hingegen noch wenig verbreitet: Erst elf Prozent der Besitzer und Betreiber nutzen sie.

Weitere Informationen:

Das Uptime Institute mit Hauptsitz in Seattle, Washington, ist eine Organisation für Forschung, Bildung und Beratung im Bereich Unternehmensrechenzentren. Seinen Global Data Center Survey gibt das Institut 2021 bereits zum elften Mal heraus. Interessierte können den vollständigen Bericht hier auf Deutsch herunterladen.

https://uptimeinstitute.com/
 


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