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Mainframe

Während sich so vieles um Cloudnutzung und Digitalisierung dreht, läuft IT-Leitern vor allem von Banken und Versicherungen bei einem anderen Thema gerade die Zeit davon: Die Spezialisten der für diese Bereiche so wichtigen Mainframe-Technologie, stehen meist kurz vor dem Ruhestand – und es fehlt an Nachwuchskräften.

Wie sind Mainframe-Modernisierung und Generationenwechsel zu schaffen, ohne dass wertvolles Anwenderwissen in den Unternehmen verloren geht?

Cloud-Computing ist allgegenwärtig in den IT-Abteilungen deutscher Unternehmen: Bereits über drei Viertel der Unternehmen hierzulande nutzen Cloud-Dienstleistungen; weitere 19 Prozent planen oder diskutieren deren Einsatz, wie der Cloud-Monitor 2020 von KPMG und Bitkom Research zeigt. Gleichzeitig liegen riesige Datenmengen, gerade bei Banken und Versicherungen, durchaus nicht auf Cloudservern, sondern verborgen in den Kellern und Untergeschossen der Firmengebäude – auf Mainframes. Die tonnenschweren IT-Urgesteine sind extrem zuverlässig und leistungsstark, darauf ausgelegt, sehr viele Transaktionen parallel zu verarbeiten.

Mainframes stehen für höchste Systemverfügbarkeit, Redundanz und Skalierbarkeit

Konzept wie auch Betriebssystem z/OS für die Großrechner wurden schon in den 1960er Jahren von IBM entwickelt, die Mainframe-Technologie ist also alt, jedoch nicht veraltet. Allen Abgesängen zum Trotz bildet sie bis heute die strategische IT-Plattform für viele Unternehmen, bei deren Transaktionen es auf höchste Systemverfügbarkeit ankommt, wie eben Banken und Versicherungsunternehmen, aber auch Behörden, Fluggesellschaften, Automobilhersteller oder Logistikunternehmen. Aus gutem Grund: Mainframes zeichnen sich durch ein Höchstmaß an Systemverfügbarkeit und Ausfallsicherheit aus.

Diese Sicherheit ist bei Cloudanwendungen so noch nicht gegeben, auch das zeigt die erwähnte Cloud-Monitor-Studie: Jedes zweite Unternehmen berichtet über Ausfälle in den letzten 12 Monaten aufgrund technischer Probleme beim Cloudanbieter. Das ist für viele auch ein Grund, durch Multi-Cloud-Modelle mehr Redundanz und somit weniger Ausfälle anzustreben. Bei Mainframes dagegen beträgt die Downtime nur wenige Minuten im gesamten Betriebsjahr. Redundanz gehört hier zu den Grundprinzipien, ebenso wie Skalierbarkeit. Die Großrechner sind nicht nur rund um die Uhr verfügbar, es können auch beliebig Rechnerinstanzen dazu- oder abgeschaltet und sogar Hardwarekomponenten im laufenden Betrieb ausgetauscht werden. Das erleichtert die Modernisierung der Systeme. Und Modernisierung und Adaption der Legacy Systeme ist natürlich ein Thema für Mainframe-Nutzer. Es geht um Automatisierung, die Kombination mit Cloudanwendungen und die Nutzung agiler Methoden.

Technisch sind diese Aufgaben lösbar: Es gibt spezialisierte Dienstleister und auch seitens der Hersteller werden die Betriebssysteme stetig weiterentwickelt. So wurde etwa das Betriebssystem z/OS schon vor Jahren für Linux und Open Source geöffnet, seit dem Betriebssystem z14 (2017) sind auch Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen möglich. Die Mehrzahl der Unternehmen nutzt bereits moderne Programmiersprachen wie Java, sehr viele arbeiten mit agilen Umsetzungsmethoden (DevOps).

Mainframe-Spezialisten für Betrieb und Modernisierung sind rar

Doch die Frage, die viele Unternehmen umtreibt, ist: Wer soll diese Anpassungen vornehmen, wer wird die Mainframe-Systeme in die Zukunft führen oder auch nur weiter bedienen? Denn nicht nur die Technologie ist in die Jahre gekommen, auch Fachleute, die sie beherrschen, stehen kurz vor dem Eintritt ins Rentenalter. Was ist zu tun?

Der Blick ins Ausland hilft hier nicht weiter, es ist ein globales Problem. Laut einer aktuellen Erhebung von LzLabs unter IT-Entscheidern in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, der DACH Region, USA, Kanada und Nordeuropa sehen 63 Prozent der Befragten ein großes Risiko, dass mit der Verabschiedung hochqualifizierter Mitarbeiter aus dem Mainframe-Bereich in den Ruhestand deren Anwenderwissen und Erfahrung dem Unternehmen verloren geht. Die interne Weiterbildung und Weitergabe von Wissen wäre eine wirkungsvolle Maßnahme, wird aber noch nicht intensiv genug genutzt.


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