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Möchte ein Unternehmen die Infrastruktur seiner hauseigenen Rechenzentren in externe Public Clouds verlagern, hat dies natürlich Auswirkungen auf die Aufbauorganisation (Neudeutsch = Staffing). 

Unter anderem ergeben sich aus dieser Transformation vor allem für das IT-Personal möglicherweise tiefgreifende organisatorische Auswirkungen, die bei der Entscheidung bereits im Vorfeld gut abgewogen werden sollten: Welche Anforderungen ändern sich? Welche bleiben gleich? Drohen unvorhergesehene Anstiege im Personalbedarf?

Natürlich variieren die Antworten auf diese Fragen im Detail von einem Unternehmen zum nächsten, da sie von verschiedenen Faktoren abhängen. So beeinflussen nicht nur das im Einsatz befindliche Sourcing Modell, sondern auch die verfügbaren Mitarbeiterfähigkeiten, sowie das geplante Ausmaß der IaaS-Übernahme, die Art des Workloads und die individuellen Möglichkeiten des Cloud Service-Anbieters die finalen Ergebnisse. Dennoch lassen sich bezüglich Staffing und Arbeitsinhalt bestimmter Personalbereiche einige allgemeine Voraussagen treffen, wie sie sich mit der Migration in die Public Cloud verändern werden. Genau diese Veränderungen zu erkennen und auch zu verstehen ist eine Voraussetzung dafür, um potentielle Risiken besser bewerten zu können und am Ende einen effektiven Business Case für die Cloud-Initiative zu entwickeln.

Die folgenden Bewertungen verwenden klar definierte Personalkategorien, die auch in Benchmarks und anderen Analysen zur Anwendung kommen. Dadurch wird eine umfassende und allgemeine Sichtweise auf die Effekte sichergestellt, die einen Übergang der Infrastruktur zu IaaS auf die jeweiligen Rollen mit sich bringt.

Funktionen

Während des Übergangs werden einige hauseigene Aufgaben verringert oder gar komplett abgelöst, da sie den von der Auslagerung betroffenen Anwendungen zugeordnet werden. Neben den offensichtlichen Einsparungen bei Hardware und Anlagen (Facilities), sollte die Senkung der Personalkosten bei der Entwicklung des Business Case für IaaS stets miteinbezogen werden. Dabei verschwinden die Funktionen, die durch bestimmte Arten von Infrastruktur-Personal abgedeckt werden, natürlich nicht von Zauberhand mit der Public Cloud, sondern wechseln zum IaaS-Anbieter, wo größere Skaleneffekte auf eine Vielzahl Kunden angewendet werden können. 

Die Tabelle fasst die verschiedenen Personalkategorien der Infrastruktur zusammen und zeigt, in wie fern sich der Personalumfang bei fortschreitender IaaS-Integration wandelt. Die verwendeten Kategorien sind rein funktional und können auf zahlreichen Technologie-Architekturen wie beispielsweise Wintel, Linux Server oder Datenspeicher angewendet werden. 

Die offenkundigsten Veränderungen resultieren aus dem Wegfall der Notwendigkeit, sich um die Hardware zu kümmern. Das Unternehmen muss sie nicht mehr anschaffen, installieren, unterbringen, konfigurieren, unterhalten, reparieren oder aktualisieren. In gleicher Weise übernimmt der Serviceanbieter Installationen und Modifikationen für die unterste Ebene des Software Stack, der optional auch das Datenbankmanagementsystem (DBMS) enthalten kann. Dadurch wird zwar weiterhin Know-How benötigt, um Middleware und Applikationen auf der Plattform auszuführen, aber es können einige der Routineaufgaben abgegeben werden.

Dagegen kann die zunehmende Komplexität bei der Integration von IaaS in eine Hybridkonfiguration aus intern und Cloud steigende Personalkosten bedeuten. In diesem Fall muss mit einer umfassenden Lösung gearbeitet werden, die hauseigene und Cloud-basierte Systeme mit einschließt. Dies bedeutet für die Architekturplanungs- als auch Systemadministrations-Teams mehr Technologie, die es zu verwalten gilt. Auf der anderen Seite stehen ihnen dann aber auch zusätzliche Tools zur Verfügung, um dem Unternehmen Mehrwert zu liefern.

Organisation

Zusätzlich zu den genannten funktionalen Veränderungen wird sich die Organisationsstruktur weiterentwickeln, je mehr IaaS einen Anteil der gesamten Infrastruktur des Unternehmens darstellt. Wächst die Verantwortung des Providers für die unteren Technologie-Ebenen, werden separate Fähigkeiten zur Verwaltung unterschiedlicher Architekturen nicht mehr benötigt und letztendlich durch die Steuerung der Cloud-Plattform ersetzt.

Diese Art der organisatorischen Konsolidierung führt damit zu einer erhöhten Produktivität, da die zu verwaltende Umgebung homogener und standardisierter wird. Zu beachten ist jedoch, dass hierbei die größten Vorteile nur mit einer vollständigen Cloud-Migration erreicht werden.

Prozess-Governance

Die dritte und am häufigsten übersehene Auswirkung von IaaS bezieht sich auf die Governance-Prozesse. Jedes Mal, wenn Dienste ausgelagert werden, ändern sich die Anforderungen an die Governance, aber der standardisierte Dienstleistungs-Charakter von IaaS führt im Vergleich zu komplett ausgelagerten Managed Services zu unterschiedlichen Anforderungen.

Diese Tabelle zeigt die wichtigsten Governance-Prozesse zusammen mit Indikatoren, wie sich die Prozessanforderungen bei der Migration einer hauseigenen Private-Cloud, in sowohl einer ausgelagerten Private-Cloud-Lösung als auch einer Public Cloud-Lösung, ändern.

Die Auslagerung einer dedizierten Private Cloud erhöht die Governance-Anforderungen in bestimmten Bereichen durch die Einführung eines Zwei-Parteien-Verhältnisses bezüglich Performance-, Beziehungs-, Finanz- und Vertragsmanagement. Zwar muss bei der Public-Cloud die Geschäftsbeziehung mit dieser zweiten Partei zusätzlich bewältigt werden, der Dienstleistungs-Charakter des Service beinhaltet jedoch die Notwendigkeit zur Verwaltung von Personal, Vermögenswerten usw. Diese liegen nun auf der Provider-Seite und sind als erfüllt anzusehen, so lange die Erwartungen an Service-Levels und Preisgestaltung erfüllt werden.

Das Change Management wird in ähnlicher Weise “versteckt“, allerdings mit der Ausnahme, dass die vom Provider gesetzten Zeitfenster für Standard-Changes je Anwendung für den Kunden akzeptabel sein müssen. Die Verwaltung von Requests hat in diesem Modell wenig Relevanz, da der Service standardisiert ist. Die einzig verfügbaren Leistungen werden einfach aus einem Standard-Menü gewählt. Sowohl Strategie als auch Innovation – die in einer traditionellen Outsourcing-Beziehungen aktiv verwaltet werden müssen – werden bei der Wahl des Anbieters bewertet und müssen dem gesamten Markt demonstriert werden statt individuell für jeden Kunden.

Es zeigt sich also, dass Unternehmen, die den Einsatz von Standard-Service-Delivery-Modellen stark vorantreiben, Skaleneffekte effizient nutzen, ihre Organisationsstrukturen straffen und durch IaaS zudem auch die allgemeinen Prozesskosten reduzieren, insgesamt erhebliche Einsparungen erzielen können. 

John Young, Director, ISG

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