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Wie positionieren sich die führenden Anbieter von Enterprise Public Cloud Services in Deutschland? Im aktuellen Cloud Vendor Benchmark, den Experton Group in diesem Sommer vorstellte, wurde unter anderem das Thema „Enterprise Public Cloud Services“ – auch als „Managed Cloud Services“ bekannt, analysiert.

Bei den so genannten „Managed Cloud“-Betriebsmodellen handelt es sich um eine Mischform aus reinen „Public Cloud“- und „Managed Private Cloud“-Plattformen. Wie auch bei den Public-Cloud-Plattformen greifen bei der Managed Cloud alle Kunden auf die gleiche physikalische Infrastruktur zu. Es handelt sich um eine „Shared Infrastructure“, die entsprechende Skaleneffekte und den Kunden somit Kostenvorteile bietet. Auch wird in diesem Modell die Skalierbarkeit durch den Cloud Service Provider sichergestellt, und die Rechenzentrumsinfrastrukturen verfügen typischerweise über das notwendige Sizing mehrerer hundert oder tausend physikalischer Server pro Rechenzentrumstandort, um Leistungsspitzen oder auch die parallele Nachfrage mehrerer großer Nutzer in einem Zeitfenster bewältigen zu können.

Allerdings unterscheiden sich die Managed Clouds deutlich in Bezug auf das IT-Operations-Modell. Hier werden den Kunden SLAs geboten, die auch den hochverfügbaren Betrieb im 24/7-Modus abdecken und somit den Anforderungen an den Betrieb unternehmenskritischer Workloads nachkommen. Die Provisionierung der Ressourcen funktioniert automatisiert, so dass Lastspitzen über „On-Demand“-Kapazitäten abgefangen werden. Dies kann durch den Kunden über entsprechende Dashboards nachvollzogen bzw. gesteuert werden und funktioniert analog zu den Public Clouds. Da „reservierte“ Kapazitäten günstiger als „On-Demand“-Kapazitäten sind, ergibt es für den Anwender Sinn, sich vorab über das Lastverhalten seiner Anwendung klar zu werden und den Vertrag mit dem Provider entsprechend abzustimmen bzw. zu sizen.

Im Managed-Cloud-Modell stehen den Kunden zusätzlich die Support- und Engineering-Teams des Providers, im Rahmen eines bestmöglich ITIL-konformen Service- und Change-Managements zur Verfügung, um auch technisch komplexe Anpassungen oder die Integration der Technologien von Drittanbietern zu ermöglichen. Die Managed Clouds verbinden die Auslegung einer skalierungsfähigen, geteilten Infrastruktur mit dem Service-Modell des klassischen Managed Services bzw. Managed Hostings. Die Provider steuern und managen einen größeren Teil der infrastrukturbezogenen Implementierungs-, Wartungs- und Serviceprozesse und übernehmen so deutlich mehr Verantwortung gegenüber dem Kunden. Hier liegt der größte Unterschied zum reinen „Public Cloud“-Ansatz, bei dem der Kunde weitgehend auf sich alleingestellt ist und ein umfassendes Know-how der jeweiligen Cloud-Plattform wichtig ist. Die Managed-Cloud-Modelle sind somit deutlich geeigneter für mittelständische und große Unternehmen.

Die „Managed Services“, die rund um die reinen Infrastrukturleistungen erbracht werden, sowie die Gewährleistung entsprechender SLAs sind entscheidungsrelevante Kriterien für die Anwender. Die Gewichtung der reinen Preispunkte der jeweiligen Anbieter spielt daher bei den „Managed Clouds“ keine so zentrale Rolle wie bei „Public Clouds“.

Die elementaren Bewertungskriterien bzw. Anforderungen an die Anbieter von „Managed Cloud IaaS“ lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Leistungsfähige, hochskalierbare Rechenzentrums-Infrastruktur (lokaler RZ-Standort vorteilhaft)
  • Breitgefächertes Portfolio an Infrastruktur-Services
  • 24/7-Betrieb mit „Enterprise-Grade“-SLA
  • Hoher Automatisierungsgrad der Plattform / direkte Bereitstellung der provisionierten Ressourcen über IT-Service-Kataloge
  • Implementierung, Wartung und Security als „Managed Service“
  • Interoperabilität (Unterstützung multipler OS und Virtualisierungs- bzw. Orchestrierungstechnologien)
  • Offene Plattform zum Aufbau hybrider Cloud-Betriebsszenarien
  • Kenntnisse im IT-Service-Management inkl. branchenspezifischer Security- und Compliance Richtlinien zur Prozessmodellierung

Bewertung einzelner Anbieter

In der Kategorie „Enterprise Public Cloud Services (IaaS)“ wurden 29 Anbieter als relevant und wichtig im Markt bewertet. 13 Anbieter werden dabei im Leader-Quadranten geführt.

T-Systems kann weiterhin seine herausragende Position im Markt für Enterprise Public Cloud IaaS behaupten. Die Kombination des eigenen Netzes mit eigenen Rechenzentren (in Deutschland), die starke Position im ICT-Markt sowie die umfangreiche Kundenbasis im Enterprise-Segment bewirken eine starke Wettbewerbsposition. Darüber hinaus ist das Portfolio hinsichtlich Enterprise Private Cloud IaaS nahezu lückenlos.

Auch die führende Marktposition von BT ist weiter unangefochten. Im Rahmen der BT Compute Cloud offeriert das Unternehmen ein Portfolio, das keinen Enterprise-Public-IaaS-Aspekt unberücksichtigt lässt, inklusive Rechenzentrum in Deutschland und deutschsprachigen 24/7-Support.

Mit der Übernahme des IaaS-Spezialisten Softlayer konnte IBM seine Position in einem starken Marktumfeld weiter festigen. Hinsichtlich Enterprise-Public-IaaS-Diensten können nunmehr – bis auf Content Delivery Services – alle Kundenbedürfnisse adressiert werden.

Fujitsu ist weiterhin als „Leader“ im Markt für Enterprise Public IaaS positioniert. Dafür qualifiziert u.a. ein Portfolio, das – bis auf Content Delivery Services – kaum Wünsche offen lässt. Darüber hinaus kann Fujitsu mit starken Partnerschaften punkten.

Colt zählt ebenfalls zu den führenden Anbietern im deutschen Markt für IaaS als Enterprise-Public-Cloud-Dienst. Als Carrier bietet Colt den Vorteil einer End-to-End-Delivery aus einer Hand. Bis auf Content Delivery Services und Managed Data Warehouse ist das Angebot als nahezu komplett anzusehen. Colt arbeitet darüber hinaus an der Stärkung seiner Wettbewerbsposition durch die Gewinnung starker Partnerschaften hinsichtlich seines „Ceano“-Portfolios: Im vergangenen Jahr hat Colt die Go-to-Market-Strategie vereinfacht, indem zwei klar definierte Marken geschaffen wurden: „Colt Optimum“ für den direkten Channel und „Colt Ceano“ für den Partnervertrieb.

Mit seinen Wurzeln als Carrier hat sich auch Claranet im deutschen Markt als ein führender Cloud-Provider etabliert. Claranet Virtual Data Center ist eine Enterprise-Cloud-Lösung, die im eigenen Rechenzentrum in Frankfurt mit deutschsprachigem Support betrieben wird. Das Managed-Cloud-Portfolio lässt bis auf Managed Data Warehouse und Content Delivery Services keine Wünsche offen.

Hewlett-Packard hat seine führende Position im Markt für Enterprise-Public-IaaS-Dienste weiter festigen können. HP zählt mit seinen Produkten „HP Converged IaaS“ und „Managed Virtual Private Clouds“ zu den Leadern. Das Portfolio ist nahezu vollständig, nur auf Content Delivery Services sowie kostenfreien Standard-Support via Web bzw. E-Mail muss verzichtet werden.

Im vergangenen Jahr übernahm Host Europe die als Leader positionierte Telefónica Online Services und katapultierte sich somit selbst vom Challenger- in den Leader-Quadranten. Das Unternehmen offeriert nunmehr ein sehr umfangreiches Portfolio, das keine wesent­lichen Wünsche offen lässt.

Ähnliches gilt für den Anbieter Cancom, der Pironet NDH akquirierte. Somit gelang es Cancom / Pironet NDH durch die Synergie von allgemeiner Marktpräsenz und Cloud-Expertise, in den Leader-Quadranten vorzustoßen.

Atos ist mit Canopy auch hinsichtlich Enterprise Public Cloud Services im Leader-Quadranten vertreten. Wie auch im Public-IaaS-Markt lässt das Portfolio von Canopy (Atos) keine Wünsche offen.

Auch die Telekom Deutschland nimmt im deutschen Enterprise-Public-Cloud-Markt eine führende Position ein. Netz und (deutsche) Rechenzentren in einer Hand tragen u.a. zur starken Wettbewerbsposition bei. Das Portfolio ist breit aufgestellt.

www.experton-group.com

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