Die drei wichtigsten Vorhersagen

Was 2023 der Open-Source-Welt bringen wird

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Gleich mal das Gute zu Beginn: 2023 ist das Jahr, in dem die Welt die Vorteile von Open Source erkennen wird. Während 2022 ein Jahr der geteilten Meinungen war, insbesondere für die Softwarebranche und die Verbreitung von Open Source Software (OSS), sieht es für 2023 in dieser Hinsicht wesentlich positiver aus.

2022 gab es, auch aufgrund der Nachwehen der Pandemiejahre, zahlreiche gesamtwirtschaftliche Warnungen. Dennoch wuchs der Markt für Cloud-Dienste kontinuierlich und auch das Open-Source-Modell fand Anklang. In diesem Artikel werden nun einige Trends und Vorhersagen für 2023 aufgezählt, die im vergangenen Jahr bereits erkennbar waren und die Branche in diesem Jahr wesentlich stärker beeinflussen werden:

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Vorhersage 1

Die Java-Renaissance wird immer wichtiger – Der Einsatz von Java in Unternehmen und anderen Bereichen stößt überall auf immer größeres Interesse. Von MicroProfile und Jakarta EE hat die Konzernwelt stark profitiert. Die Veröffentlichung von Jakarta EE 10 und MicroProfile 6.0 im Jahr 2022 ebnete den Weg für quelloffene, herstellerübergreifende Java-Lösungen in einer Cloud-nativen, an Microservices orientierten Infrastruktur. Unternehmen, die schon seit langer Zeit um Talente kämpfen müssen, suchen nun gezielt Java-Entwickler, um ihre digitale Transformation hin zu einer Cloud-nativen Infrastruktur voranzubringen. Hinzu kommt, dass Unternehmen derzeit überall Strategien einsetzen, um die Komplexität von Kubernetes-basierten Umgebungen abzubauen. Auch dafür ist Open Source Enterprise Java eine praktische und kurzfristige Lösung.

Eine anderer wichtiger Fokus der Stiftung lag im Jahr 2022 auf der Adoptium Working Group, mit der die Eclipse Foundation qualitativ hochwertige Laufzeiten und damit verbundene Technologien für den Einsatz im gesamten Java-Ökosystem fördert. Ziel ist es, auf diese Weise die Bedürfnisse der breiteren Java-Community durch die Bereitstellung von Laufzeiten für Java-basierte Anwendungen zu erfüllen. Auch 2022 wurde die Eclipse Adoptium wieder millionenfach heruntergeladen, da sie in der Branche als hochwertige Open-Source-Laufzeitumgebung für Unternehmensentwickler gilt. Auch die Adoptium-Laufzeitumgebung Temurin wurde von zahlreichen Anbietern übernommen. Zusätzlich haben Google, Microsoft und Red Hat die Unterstützung von Temurin für Cloud-Implementierungen angekündigt. Dank der Zusammenarbeit mit Aquavit verfügt die Branche zudem erstmals über ein Qualitätszertifizierungsprogramm für Java. Es gibt Entwicklern nicht nur die Gewissheit, dass ihre Laufzeitumgebung funktioniert, sondern wurde auch auf Skalierbarkeit, Sicherheit und Leistung getestet, die über die Bedeutung der Java-Sprache hinausgehen.

Vorhersage 2

Ein eigener Beitrag zur Leistungsfähigkeit der OSS-Gemeinschaften wird unverzichtbar – Mittlerweile verlässt sich die Welt bei so gut wie jeder wichtigen Funktion in der Cloud und im Internet auf Open-Source-Software. Deswegen erkennen derzeit auch mehr und mehr Unternehmen, dass die Beteiligung an der Open-Source-Gemeinschaft in ihrem ureigenen Interesse liegt. In den meisten Fällen nutzen Konzerne OSS in Bereichen, die für ihre Kernkompetenzen entscheidend sind.

Unternehmen werden in diesem Jahr vermehrt nach Möglichkeiten suchen, zu den für sie und ihre Märkte wichtigsten OSS-Projekten und -Gemeinschaften beizutragen. Während viele Unternehmen noch daran gewöhnt sind, alle Aspekte ihrer Produktentwicklungen zu kontrollieren, wird zunehmend deutlich, dass eine gute und offene Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg unerlässlich ist, um Innovation und Produktentwicklung voranzutreiben. Darüber hinaus werden dieselben Unternehmen erkennen, dass ein Stiftungsmodell wie das der Eclipse Foundation das beste Modell ist, um Hürden in Bezug auf Sicherheit, Nachhaltigkeit, Herstellerneutralität und Langlebigkeit von OSS-Projekten abzubauen.

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Vorhersage 3

Das softwaredefinierte Fahrzeug (SDV) wird Wirklichkeit – Im vergangenen Jahr sind der Software-Defined Vehicle Working Group (SDV WG) der Eclipse Foundation Dutzende neuer Mitglieder beigetreten. Dabei ist wichtig zu wissen, dass SDV WG ein Forum für Einzelpersonen und Organisationen bietet, um Open-Source-Software, Spezifikationen und offene Kooperationsmodelle zu entwickeln und zu fördern, die für die Schaffung einer skalierbaren, modularen, erweiterbaren und industrietauglichen Open-Source-Softwareplattform für lizenzierte Fahrzeuge erforderlich sind. Hintergrund ist, dass Automobilunternehmen mittlerweile erkannt haben, dass sie nicht unabhängig vom Rest ihrer Branche zu einem hauseigenen Produkt, einem sogenannten “pure model” gelangen, sondern zusammenarbeiten müssen, um Open-Source-Technologien und Offene Standards zu entwickeln, von denen die Branche als Ganzes profitiert. Dieser gemeinsame Weg hilft dabei, Geld zu sparen und Innovationen zu beschleunigen, und er ist den Automobilbauern schon lange bekannt, beispielsweise bei der Nutzung vorgefertigter Komponenten im Karosseriebau.

Die Eclipse Foundation versteht unter Open Source eine offene Technologieplattform, bestehend aus modularen Softwarekomponenten und Frameworks mit offenem Quellcode, die vollständig in eine moderne Entwicklerumgebung mit einem hohen Grad an Automatisierung und Virtualisierung integriert sind. Dabei berücksichtigt der Code-first-Ansatz der Eclipse Foundation sowohl Hochleistungsrechner als auch Steuergeräte (ECU) und deckt Anwendungsfälle im Fahrzeug und in der Cloud sowie Toolchains ab, die für die SDV-Entwicklung erforderlich sind. Diese Lösungen zielen nicht darauf ab, das Rad neu zu erfinden, sondern stützen sich, wo immer möglich, auf Offene Standards. Dieser bahnbrechende Ansatz wird die Art und Weise, wie Fahrzeuge gebaut, gewartet und verkauft werden, weltweit verändern.

Persönliches Fazit von Mike Milinkovich

Bisher liegt die Erfolgsbilanz meiner Vorhersagen bei etwa 60 zu 40, das heißt 60 Prozent der Prognosen sind eingetroffen, 40 Prozent (noch) nicht. Am meisten freue ich mich über das Potenzial der SDV Working Group, doch alle genannten Trends werden sich über Kurz oder Lang auswirken. Nächstes Jahr zur gleichen Zeit wird die Eclipse Foundation wieder Bilanz ziehen. Bis dahin wünsche ich allen Beteiligten ein erfolgreiches 2023!

Mike Milinkovich Eclipse Foundation

Mike Milinkovich

Eclipse Foundation -

Executive Director

Mike Milinkovich ist ein anerkannter Experte der Open Source Community. Er ist seit über dreißig Jahren in der Softwarebranche tätig, von der Softwareentwicklung über das Produktmanagement bis hin zur Lizenzierung von geistigem Eigentum. Seit 2004 ist er Executive Director der Eclipse Foundation.
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