Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit in Deutschland durchbricht Drei-Millionen-Marke

Kündigung

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat erstmals seit einem Jahrzehnt die Schwelle von drei Millionen überschritten. Saisonbereinigt zeigt sich jedoch ein leichter Rückgang, wie Reuters berichtet.

Die deutschen Arbeitsämter vermeldeten am Freitag einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 46.000 auf über drei Millionen Menschen – ein Wert, der zuletzt vor zehn Jahren erreicht wurde. Europas größte Volkswirtschaft kämpft weiterhin mit den Auswirkungen einer zweijährigen wirtschaftlichen Kontraktion, die den Arbeitsmarkt unter erheblichen Druck setzt.

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Saisonbereinigt leichte Entspannung

Trotz des psychologisch wichtigen Überschreitens der Drei-Millionen-Marke in den nicht saisonbereinigten Zahlen zeigt die bereinigte Statistik ein anderes Bild: Hier sank die Arbeitslosigkeit um 9.000 auf 2,96 Millionen. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote blieb mit 6,3 Prozent stabil und entsprach damit den Erwartungen von Analysten einer Reuters-Umfrage. Saisonbereinigte Zahlen rechnen übliche jahreszeitliche Schwankungen wie die winterbedingt höhere Arbeitslosigkeit in Bau- und Tourismusbranche heraus und zeigen so den echten Trend.

“Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor von der wirtschaftlichen Schwächephase der vergangenen Jahre geprägt – allerdings zeigen sich auch erste Stabilisierungsanzeichen”, erklärte Arbeitsagentur-Chefin Andrea Nahles zu den aktuellen Zahlen.

Trump’sche Zölle als zusätzliche Belastung

Der unerwartete Rückgang bei den saisonbereinigten Zahlen kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit anhaltender wirtschaftlicher Schwäche zu kämpfen hat. Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle könnten die Wirtschaft auf Kurs für ein historisch beispielloses drittes Jahr ohne Wachstum bringen.

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Trotz der monatlichen Verbesserung liegt die Arbeitslosigkeit weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Pandemie. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer fiel im August leicht auf 93,8 Punkte, nach 94,0 Punkten im Juli.

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Unternehmen bleiben vorsichtig

“Der Arbeitsmarkt steckt noch immer in der Krise fest”, analysierte Klaus Wohlrabe, Leiter der Umfragen beim Ifo-Institut. “Die stagnierende Wirtschaft lässt die Unternehmen bei der Personalplanung vorsichtig agieren.”

Die deutsche Wirtschaft schrumpfte bereits zwei Jahre in Folge. Da Arbeitsmarktindikatoren typischerweise anderen Wirtschaftsindikatoren hinterherhinken, deutet auch der BIP-Rückgang im zweiten Quartal auf weitere Schwäche hin.

Lars

Becker

Redakteur

IT Verlag GmbH

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