Fachbeitrag

Die 4 größten Irrtümer über das Metaverse

Der Gedanke, dass Metaverse und Web3 zusammenhängen, ist stark verbreitet. Auch der Fakt, dass für das Metaverse zwangsläufig Virtual Reality nötig ist, ist bei vielen Menschen verankert. Das sind nur zwei Beispiele für zahlreiche Irrtümer über die digitale Parallelwelt. Welche sind die größten Irrtümer über das Metaverse? Und was ist wirklich wahr?

Das Metaverse ist neu

Der Irrtum, dass das Metaverse etwas Neues ist, ist stark verbreitet. Grund dafür sind vermutlich viele Unternehmen, die es als Neuheit bewerben. Doch nur, weil es nicht schon immer so hieß, heißt es nicht, dass es das Metaverse zuvor noch nicht gegeben hat. Als Beispiel schaut man sich das Spiel Second Life (zuvor: Linden World) an. Dieses existiert bereits seit fast 20 Jahren. Bei dem Spiel kann man mit einem eigens erstellten Avatar durch die virtuelle Welt gehen und mit anderen interagieren und kommunizieren. Zusätzlich kann man dort verschiedene Aktivitäten ausführen, wie etwa Handel betreiben. Alle Grundlagen, die das Metaverse heute verwendet, gab es also schon vor 20 Jahren. Nur ist die Technologie heute noch weiter ausgereift und die Auflösung der Spiele höher.

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Metaverse und Web3 sind das gleiche

Viele Menschen wissen nicht, dass zwischen dem Metaverse und dem Web3 ein grundlegender Unterschied besteht. Mit dem Web3 sind zwar viele Metaverse-Projekte entstanden, doch es ist lediglich ein Teil des neuen Webs. Beispiele dafür bieten die bekannten dezentralisierte Plattformen wie The Sandbox und Decentraland. Man kann das Metaverse als Spiel sehen, doch es ist keins. Denn auch dieses Missverständnis ist in der Gesellschaft verankert. Das Metaverse ist nämlich nicht wirklich ein Spiel, sondern stellt eine digitale Realität dar. Mark Zuckerberg nennt es auch Parallelwelt. In dieser Welt kann man mit seinem Avatar nämlich alle Aktivitäten ausführen, denen man auch im echten Leben nachgeht. Der Unterschied zu Spielen wie Second Life besteht darin, dass man dort echtes Land besitzen kann. Eigentum wird im Metaverse als Non-Fungible Token (NFTs) abgebildet. Man kann seine digitalen Besitztümer handeln und auf dem Markt kaufen und verkaufen. Bei Decentraland können beispielsweise Immobilien in Form von NFTs mit Kryptowährung gekauft werden.

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Virtual Reality ist für die Nutzung erforderlich

Ebenso ist der Gedanke verbreitet, dass für die Nutzung des Metaverse VR-Produkte notwendig sind. Doch ein Einstieg in die digitale Welt ist auch mit dem eigenen Computer oder einer Spielkonsole möglich. Eine Virtual-Reality-Brille oder ähnliche Produkte sind nicht zwangsläufig nötig. Sie intensivieren das Spielerlebnis zwar, aber man kann auch ohne diese Technologie tolle Erfahrungen machen. Wenn man VR aber nicht nutzt, ist das Metaverse nichts Neues. Man könnte also stattdessen weiterhin Spiele wie Minecraft oder Sims spielen. Der einzige Vorteil im Metaverse besteht dann lediglich in der Einbindung von NFTs als virtuelle Güter.

Genauso weit verbreitet ist aber auch der Irrtum, dass Metaverse gleich Virtual Reality ist. Doch auch das ist nicht der Fall. Wie gesagt, benötigt man keine VR-Technologie, um in das Metaverse abzutauchen.

Das Metaverse wird alles ersetzen

Trotz des aktuell großen Hypes ist eine Übernahme des Metaverse in Zukunft sehr unwahrscheinlich. Es ist kaum vorstellbar, dass in ein paar Jahren alle Menschen 24/7 zu Hause sein und ihren Aktivitäten virtuell im Metaverse nachgehen werden. Die Corona-Pandemie hat zwar dafür gesorgt, dass wir eine Zeit lang rein digital leben mussten, aber eben deswegen freuen sich die Menschen jetzt umso mehr wieder echte persönliche Kontakte zu pflegen und Dinge zu erleben. Vor allem in Sommermonaten zieht es die Menschen nach draußen ins echte Leben. Auch für die Gesundheit wäre es nicht gut nur im Metaverse zu leben, auf physischer sowie psychischer Ebene. Mangelnde Bewegung, wenig frische Luft und echte Erlebnisse und Gespräche würden nicht nur dem Körper, sondern auch der Psyche fehlen.

Trotzdem werden zukünftig mehr Menschen das Metaverse mit all seinen Möglichkeiten nutzen. Vor allem die VR-Technologie bietet Nutzern ein außergewöhnliches Spielerlebnis, das es in dieser Form noch nicht lange gibt. Zuckerbergs Visionen hinsichtlich des Metaverse sind groß. Doch selbst, wenn in dieser Richtung noch viele weitere Entwicklungen stattfinden werden, wird der Hype wahrscheinlich irgendwann wieder abklingen. So verhält es sich nämlich mit fast jedem neuen Markt: Mit dem Aufkommen entsteht ein großer Hype, weil alle die Neuheit austesten wollen, doch am Ende bleiben nur diejenigen, die es wirklich interessiert.

Fazit

Es gibt einige Irrtümer über das Metaverse, die bei vielen Menschen verbreitet sind. Mit der weiteren Entwicklung des Metaverse werden jedoch viele dieser Missverständnisse verschwinden. Es ist wahrscheinlich, dass zukünftig mehr Menschen das Metaverse im Web3 nutzen, doch das Leben wird niemals ausschließlich in der virtuellen Realität stattfinden. Das würde schon allein unsere Gesundheit nicht zulassen. Trotzdem kann das Metaverse zukünftig einiges verändern, wie zum Beispiel unsere Geräte, Geschäftsmodelle, Erfahrungen oder Verhaltensweisen. Was genau man zukünftig vom Metaverse erwarten kann, lässt sich jedoch noch nicht hundertprozentig sagen. Doch Fakt ist, dass es neue Möglichkeiten bietet, im Internet zu leben und vorerst bleiben wird.

Maximilian Schmidt

Maximilian Schmidt

CPI Technologies -

Geschäftsführer

Maximilian Schmidt ist CEO von CPI Technologies. Die Firma entwickelt die NFT-basierte Digital Identity Produkte und ist außerdem spezialisiert auf Software-Entwicklung in den Bereichen Blockchain, Finanzen und KI sowie Marketing und Fundraising.
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