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Selbst gehostetes GLM

Revolut ersetzt Claude Code: Kosten um 90 Prozent gesunken

Die Fintech-Firma betreibt Open-Weight-Modelle von Z.ai auf 56 Nvidia-B200-GPUs. Die Kosten für KI-Coding sollen um rund 90 Prozent gesunken sein.

Revolut ersetzt Claude Code: Kosten um 90 Prozent gesunken
Bildquelle: RixAiArt/Shutterstock.com

Die britische Fintech-Firma Revolut hat ihre Kosten für KI-gestützte Programmierung nach eigenen Angaben innerhalb von weniger als einem Jahr um rund 90 Prozent gesenkt. Dafür hat das Unternehmen selbst betriebene Open-Weight-Modelle zum Standard gemacht, statt vor allem kommerzielle Dienste wie Claude Code von Anthropic und Codex von OpenAI zu nutzen. Das berichtete David Abitbol, Leiter Betrieb und Infrastruktur bei Revolut, auf der Konferenz AI Engineer in New York. Darüber berichtete The Register.

Budgetgrenzen als Auslöser

Revolut hatte Anfang 2025 zunächst Gemini von Google und Anfang 2026 Claude Code eingeführt. Laut Abitbol stand das Unternehmen den Kosten von KI skeptisch gegenüber und führte strenge Budgetgrenzen ein, nachdem einzelne Entwickler 1.000 oder 10.000 US-Dollar im Monat ausgegeben hatten, ohne dass sich das in entsprechenden Ergebnissen niederschlug. Mit festen Token-Kontingenten für die Entwickler begann Revolut, eigene Modelle zu prüfen.

Seit April 2026 setzt Revolut das Modell GLM-5.1 des chinesischen KI-Unternehmens Z.ai ein, inzwischen die Version GLM-5.3. Es läuft auf 56 Grafikprozessoren vom Typ Nvidia B200 in der eigenen Infrastruktur. Die Kosten liegen laut Abitbol bei rund 30 Cent pro Million Eingabe- und Ausgabe-Tokens und damit bei etwa einem Zehntel dessen, was Revolut zuvor für Claude Code und Codex bezahlt hatte. Ob in diesem Wert die Anschaffung der Hardware vollständig enthalten ist, geht aus den Berichten nicht hervor. Die Kontingente für die rund 2.000 Entwickler hat Revolut inzwischen aufgehoben.

„Open Source hat bei Revolut jetzt Priorität, und unsere Wirtschaftlichkeit ist günstig.”
David Abitbol, Leiter Betrieb und Infrastruktur bei Revolut

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Größter Nutzen außerhalb des Codes

Nach der Einführung der KI-Werkzeuge verzeichnete Revolut nach eigenen Angaben eine um 60 Prozent verbesserte Programmierzeit und eine um 70 Prozent verbesserte Durchlaufzeit. Den größten Nutzen sieht Abitbol allerdings nicht beim Schreiben von Code, sondern beim Debugging und bei der Bearbeitung von Tickets in Jira und Confluence. Die Zahlen stammen vom Unternehmen selbst.

Ganz ersetzt hat GLM die kommerziellen Modelle nicht. Das Modell verarbeitet nur Text und eignet sich weniger gut für Aufgaben wie die Gestaltung von Benutzeroberflächen. Revolut leitet Anfragen mit Bildern deshalb über einen Router an Modelle wie Gemini oder GPT weiter, Claude Code und Codex bleiben für Ausnahmefälle verfügbar.

Die Kosten für KI-Coding beschäftigen derzeit viele Unternehmen. Amazon hat seine Entwickler angewiesen, Token-Verbrauch nicht als Produktivitätsmaß zu verwenden, Accenture hat das zentral finanzierte Claude-Budget laut Berichten auf 29 Dollar pro Person und Monat begrenzt. Laut einer Umfrage von VentureBeat bleiben zugleich bei vielen Unternehmen eigene GPUs weitgehend ungenutzt, weil Beschäftigte geschlossene Modelle bevorzugen.

(red)

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