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KI als Vorwand

Gartner: KI-Entlassene werden teils teuer zurückgeholt

Bis 2029 sollen 30 Prozent der durch KI ersetzten Beschäftigten wieder eingestellt werden. Nur 19 Prozent der Firmen planen ihr Personal wirksam.

Gartner: KI-Entlassene werden teils teuer zurückgeholt

Bis 2029 werden 30 Prozent der Beschäftigten, die entlassen und durch KI ersetzt wurden, wieder eingestellt, häufig zu höheren Kosten. Das prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Gartner. Als Grund nennt es, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, Personalentscheidungen an sich ändernde Geschäftsanforderungen anzupassen. Die Prognose hatte Gartner erstmals im September veröffentlicht. Das Unternehmen stellte auf der Gartner HR Symposium/Xpo in Orlando ergänzend einen neuen Rahmen für die strategische Personalplanung vor.

Nur 19 Prozent mit wirksamer Planung

Laut einer Gartner-Umfrage unter 297 Personalvorständen vom Juli 2026 verfügen nur 19 Prozent der Unternehmen über eine Personalplanung, die Führungskräften hilft zu verstehen, wie sich Arbeit verändert, die Auswirkungen von KI berücksichtigt und Talentstrategien an den Geschäftszielen ausrichtet. Unternehmen mit wirksamer Personalplanung übertreffen ihre Umsatzziele laut Gartner 1,4-mal so häufig und ihre Kostenziele 1,5-mal so häufig wie andere.

Die meisten Unternehmen planen ihr Personal laut Gartner von unten nach oben, ausgehend von bestehenden Stellen. Der neue Rahmen soll dagegen von der Unternehmensstrategie ausgehen und Personalentscheidungen an der Arbeit ausrichten, die zur Erreichung der strategischen Ziele nötig ist.

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KI als Vorwand für Umstrukturierung

„Führungskräfte in Unternehmen und IT, die KI vor allem als Hebel zur Kostensenkung einsetzen, riskieren, zu früh zu viele Stellen abzubauen.”
Tori Paulman, VP Analyst bei Gartner

Ihr Team hatte mehr als eine Million Entlassungen aus dem Jahr 2025 ausgewertet. Stellenabbau, weil KI einzelne Beschäftigte so produktiv macht, dass weniger Personal nötig ist, machte demnach weniger als 1 Prozent aus. 17 Prozent der KI zugeschriebenen Entlassungen im ersten Halbjahr 2025 waren laut Gartner Umschichtungen von unrentablen Bereichen hin zu neuen KI-Produkten. Paulman sieht darin teils sogenanntes AI-Washing, bei dem KI als Begründung für gewöhnliche Umstrukturierungen dient.

Gartner empfiehlt, Beschäftigte in Rollen mit geringer Produktivität in neue Aufgaben zu überführen, statt sie zu entlassen. Bis 2027 werden laut einer weiteren Prognose 75 Prozent der Unternehmen, die KI-Produktivitätsgewinne vor allem in Kostensenkungen umsetzen, von Wettbewerbern überholt, die diese Gewinne in Innovation und Weiterbildung investieren.

(red)

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