Öffnet in einem neuen Tab
3.000 Anzeigen

Funktionslose Stalker-Apps zielen auf Abo-Einnahmen

Bitdefender findet in App-Stores und auf TikTok beworbene Überwachungs-Apps, die kaum funktionieren. Für eine Fake-Google-Lens zählte es 3.000 Anzeigen.

Funktionslose Stalker-Apps zielen auf Abo-Einnahmen

Die Bitdefender Labs beobachten eine Welle von Apps, die das Ausspionieren anderer Personen versprechen, ihre Funktionen aber überwiegend nicht erfüllen. Die Anwendungen werden in den offiziellen App-Stores angeboten und vor allem auf TikTok beworben. Ziel der Anbieter sind laut Bitdefender Einnahmen aus Abonnements von Nutzern, die etwa ihre Partner überwachen wollen, zusätzlich zu Zahlungen von Nutzern, die vergessen, ihr Abo zu kündigen.

3.000 Anzeigen für gefälschtes Google Lens

Als Beispiel nennt Bitdefender eine gefälschte KI-Version von Google Lens, die im Google Play Store und im Apple App Store erhältlich ist. Für sie zählten die Forscher im vergangenen Monat mehr als 3.000 Anzeigen. Das Icon unterscheidet sich nur geringfügig in der Farbgestaltung von dem Symbol, das Google von 2019 bis 2023 für Google Lens verwendete.

Die Anzeigen versprechen, Personen anhand ihrer Telefonnummer auszuspähen, private oder versteckte Nachrichten mitzulesen, verborgene Konten aufzudecken und gelöschte Bilder wiederherzustellen. Angeboten werden zum einen KI-gestützte Apps zur Personensuche, die nach Eingabe eines Namens alles über einen Partner oder Verwandten verraten sollen, zum anderen Apps zur Ortung. Die Werbung arbeitet mit Schockmotiven. Die Bewertungen der Apps sind überwiegend negativ.

Anzeige

Code vor allem für Werbung und Abrechnung

In einer analysierten App fanden die Forscher lediglich eine eingeschränkte Funktion, um Fotos und Videos mit Zeit- oder Ortsangaben zu versehen. Ein größerer Teil des Codes diente dazu, Anzeigen auszuspielen, Analysen durchzuführen und Rechnungen zu erstellen. Bitdefender erwartet ähnliche Ergebnisse bei weiteren Apps, die noch untersucht werden.

Tatsächlich funktionierende Stalkerware ist aus den offiziellen App-Stores verbannt und wird außerhalb vertrieben, etwa die App mSpy, die manuell installiert werden muss. Polizei und BSI warnen seit Jahren vor solchen Programmen, die häufig in toxischen Beziehungen, von Ex-Partnern oder unter Jugendlichen eingesetzt werden. In Deutschland ist Nachstellung nach § 238 des Strafgesetzbuchs strafbar. Seit einer Reform im Jahr 2021 erfasst die Vorschrift ausdrücklich auch den Einsatz von Software zum Ausspähen anderer Personen.

(red/Bitdefender)

Anzeige
Anzeige