Öffnet in einem neuen Tab
KI als Schutzfunktion

69 Prozent erwarten autonomes Fahren als Standard

Laut einer Bitkom-Umfrage ist ein Internetzugang beim Autokauf inzwischen wichtiger als Design oder Marke. 71 Prozent trauen der Branche ein Comeback zu.

69 Prozent erwarten autonomes Fahren als Standard

69 Prozent der Menschen in Deutschland gehen davon aus, dass autonomes Fahren künftig Standard sein wird, nach 53 Prozent im Vorjahr. Der Anteil derjenigen, die autonomes Fahren für einen Hype halten, der sich nicht durchsetzen wird, sank von 43 auf 24 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Dafür wurden zwischen Ende Juli und Ende August 2026 telefonisch 1.003 Personen ab 16 Jahren befragt.

Comeback durch digitale Innovation

79 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die deutsche Automobilindustrie ohne digitale Innovationen im Wettbewerb nicht bestehen kann. 70 Prozent halten Kooperationen mit Technologieunternehmen für nötig. 71 Prozent trauen der Branche zu, zu alter Stärke zurückzufinden. Als größte aktuelle Herausforderungen nennen die Befragten steigende Benzin- und Energiepreise (69 Prozent) und Handelskriege (67 Prozent), gefolgt von neuen Wettbewerbern (53 Prozent) und der Abhängigkeit von Batterielieferanten (48 Prozent). Einen Mangel an Ingenieuren mit IT-Kenntnissen sehen 38 Prozent als Problem.

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Internetzugang vor Design und Marke

Beim Autokauf ist 80 Prozent ein Internetzugang im Fahrzeug wichtig, 2023 waren es 66 Prozent. Design und Marke sind dagegen jeweils nur 56 Prozent wichtig. 77 Prozent legen Wert auf neue Fahrassistenzsysteme, 74 Prozent auf die Kompatibilität des Cockpits mit dem eigenen Smartphone und 66 Prozent auf Online-Updates der Fahrzeugsoftware. An der Spitze stehen weiterhin Sicherheit (98 Prozent), Verbrauch (94 Prozent), Komfort (93 Prozent) und Anschaffungspreis (92 Prozent).

KI als Schutzfunktion

Bei KI im Auto stoßen vor allem Sicherheitsfunktionen auf Zustimmung. 83 Prozent fänden es gut, wenn eine KI das Fahrzeug bei einem erkannten Diebstahlversuch blockiert, 78 Prozent, wenn sie das Fahrzeug zur Unfallvermeidung übernimmt. 69 Prozent befürworten eine KI, die Übermüdung oder Alkoholeinfluss erkennt und vom Fahren abrät. 53 Prozent wünschen sich, dass eine KI bei überhöhter Geschwindigkeit oder riskantem Fahrverhalten eingreift.

„Beim automatisierten und autonomen Fahren findet gerade ein deutlicher Stimmungswechsel statt.”
Bitkom-Vizepräsidentin Tanja Rückert

Mit ersten praktischen Erfahrungen wachse das Interesse.

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Erfahrungen bislang auf unteren Stufen

Erfahrungen mit automatisiertem Fahren beschränken sich bislang meist auf niedrige Stufen. 47 Prozent haben Systeme auf Level 1 genutzt, 34 Prozent teilautomatisiertes Fahren auf Level 2. Level 3 haben 5 Prozent erlebt, Level 4 nur 2 Prozent. Am größten ist die Bereitschaft zur Nutzung bei autonomen Bussen (71 Prozent) sowie U- und S-Bahnen (69 Prozent), einen autonomen Pkw würden 62 Prozent nutzen.

Als Hürden nennen 63 Prozent unsichere rechtliche Rahmenbedingungen, 59 Prozent technische Probleme und 47 Prozent mögliche Hackerangriffe. 54 Prozent finden, Deutschland sollte beim autonomen Fahren eine Vorreiterrolle einnehmen.

Weniger Fliegen, mehr Fahrrad

Auch das Mobilitätsverhalten hat sich verändert. Im Vergleich zu 2024 fliegen 36 Prozent seltener, 21 Prozent nutzen das eigene Auto seltener, 16 Prozent häufiger. Am stärksten zugelegt hat das Fahrrad, das 43 Prozent häufiger nutzen. Unter den Befragten, die seltener Auto fahren, nennen 78 Prozent gestiegene Benzin- und Energiepreise als Grund.

(red/Bitkom)

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