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Customer Engagement

Salesforce kauft Braze für 5,66 Milliarden US-Dollar

Salesforce übernimmt die Marketingplattform Braze. Deren Echtzeit-Engine für Push-Nachrichten, In-App-Messaging und E-Mail soll die Marketing Cloud aufrüsten und Agentforce mit Verhaltensdaten versorgen.

Salesforce kauft Braze für 5,66 Milliarden US-Dollar
Bildquelle: DW labs Incorporated/Shutterstock.com

Salesforce hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Braze unterzeichnet. Der CRM-Anbieter bewertet das an der Nasdaq notierte Unternehmen mit rund 5,66 Milliarden US-Dollar (Enterprise Value).

Braze ist vor allem bei B2C-Unternehmen mit großen App-Nutzerzahlen verbreitet. Die Plattform reagiert in Echtzeit auf das Verhalten von Kunden und steuert darauf basierend personalisierte Nachrichten über Apps, Websites, E-Mail, SMS und WhatsApp. Technisch setzt Braze auf eine Cloud-native Event-Streaming-Architektur, die Kundenprofile fortlaufend aktualisiert und Customer Journeys dynamisch anpasst. Nach eigenen Angaben verarbeitet das System jährlich Billionen von Nachrichten und Journey-Aktionen.

Hinzu kommt BrazeAI, das per KI Inhalte, Angebote, Kanäle und Versandzeitpunkte optimieren soll. Einen Teil dieser Fähigkeiten hatte Braze sich 2025 mit der Übernahme des KI-Decisioning-Anbieters OfferFit eingekauft.

Andocken an Data 360 und Agentforce

Nach Abschluss der Transaktion soll Braze laut Salesforce alle vier Schichten der eigenen Architektur ergänzen: Data 360, Customer 360, Agentforce und SIForce. Konkret geht es zunächst um die Marketing Cloud, deren kanalübergreifende Personalisierung Braze verbessern soll. Salesforce verspricht sich davon Echtzeit-Optimierung in einer Größenordnung, mit der sich Hunderte Millionen Endkunden erreichen lassen.

Drei Einsatzszenarien hebt Salesforce hervor: Erstens sollen Live-Signale von Kunden sowie Daten aus Cloud-Data-Warehouses direkt in Nachrichten und Journeys einfließen, während Nutzer surfen, kaufen oder ein Produkt verwenden. Zweitens bringt Braze ausgeprägte Mobile-Funktionen wie In-App-Nachrichten, personalisierte Content-Feeds und Live-Updates mit, die mit E-Mail- und Web-Kanälen zusammenspielen sollen. Drittens soll die KI-Entscheidungslogik von Braze mit dem Kundenkontext aus Salesforce und mit Agentforce verknüpft werden, um Marketing enger an Vertrieb, Service und Commerce anzubinden.

„Ein Großteil des Wow-Effekts entsteht dadurch, dass man seine Kunden kennt und im richtigen Moment reagiert“, sagte Patrick Stokes, bei Salesforce für Applications und Marketing zuständig. Braze sei genau dafür gebaut worden, Live-Verhalten in personalisierte Ansprache im großen Maßstab zu übersetzen.

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Braze soll als Marke bestehen bleiben

Braze-Chef und Mitgründer Bill Magnuson betonte, man habe im vergangenen Jahr so schnell neue Funktionen ausgeliefert wie nie zuvor. Braze werde unter dem Dach von Salesforce „weiter als Braze bauen“ und in die eigene Kunden- und Partnercommunity investieren.

Braze zählt rund 2.770 Kunden, darunter Canva, Dairy Queen, Equinox, Instacart, Urban Outfitters und Venmo. Geführt wird das Unternehmen von den Mitgründern Bill Magnuson und Jon Hyman, die Expertise in Mobile, Data Engineering und Customer Engagement in die Marketing Cloud einbringen sollen.

Abschluss frühestens 2027

Der Deal soll im Salesforce-Geschäftsjahr 2028 abgeschlossen werden, das im Februar 2027 beginnt. Voraussetzung sind die Zustimmung der Braze-Aktionäre sowie die erforderlichen behördlichen Genehmigungen. An der Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2027 ändert sich laut Salesforce nichts; einen Ausblick auf 2028 hat das Unternehmen noch nicht gegeben.

Für Salesforce ist es die nächste größere Übernahme nach Tableau (2019, rund 15,7 Milliarden US-Dollar), Slack (2021, rund 27,7 Milliarden US-Dollar) und Informatica (2025, rund 8 Milliarden US-Dollar). Das Unternehmen begründet den Kauf mit seinem M&A-Rahmenwerk: Übernahmen sollen den Kundenerfolg fördern, zur Strategie passen, Innovation beschleunigen und langfristig Wert schaffen. Im Kern geht es aber um das, was derzeit fast jede Ankündigung im Enterprise-Software-Markt bestimmt: KI-Agenten, die Kunden nicht nur analysieren, sondern selbstständig und in Echtzeit ansprechen sollen.

(red)

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