Erzrivalen verbünden sich für Nvidia: Samsung soll Basis-Dies für NVHBM-Speicher im 3-Nanometer-Verfahren bei TSMC fertigen lassen.
Erzrivalen: Samsung lässt Nvidia-Speicher bei TSMC fertigen

In der Chipindustrie zeichnet sich eine historische Kooperation zweier Erzrivalen ab: Samsung Electronics wird die Basis-Dies für Nvidias neue Hochleistungsspeicher-Linie „NVHBM“ Berichten zufolge im 3-Nanometer-Prozess bei TSMC fertigen lassen.
Wie die südkoreanische Wirtschaftszeitung Seoul Economic Daily berichtet, verlangt Nvidia von allen drei führenden Speicherpartnern – Samsung, SK Hynix und Micron –, für die Logik-Basisschicht der NVHBM-Module einheitlich auf den bewährten 3-Nanometer-Knoten der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) zu setzen. NVHBM, das Nvidia im August 2026 vorgestellt hatte, integriert Nvidias maßgeschneiderte Speichercontroller direkt in das darunterliegende Basis-Die.
Nvidias Strategie gegen Lieferengpässe
Der Vorstoß des KI-Schwergewichts zielt auf eine strikte Standardisierung ab: Indem alle drei Zulieferer dieselbe Basisarchitektur bei TSMC fertigen, kann Nvidia das Zuteilungsvolumen bei Engpässen flexibel zwischen Samsung, SK Hynix und Micron verschieben, ohne auf proprietäre Schnittstellen Rücksicht nehmen zu müssen. Die eigentlichen DRAM-Stapel auf dem Basis-Die werden von den jeweiligen Herstellern weiterhin in ihren eigenen Prozessen der sechsten Generation gefertigt.
Damit verlagert sich der Konkurrenzkampf der Speicherhersteller primär auf die Ausbeute, Packungsdichte und thermische Effizienz der DRAM-Lagen. Bislang galt SK Hynix als dominanter HBM-Lieferant für Nvidias Spitzenbeschleuniger; ein standardisiertes Basis-Die könnte Samsung und Micron helfen, den Rückstand zu verkürzen.
Pragmatischer Spagat für Samsung
Für Samsung bedeutet der Schritt ein heikles Zugeständnis: Die Speichersparte des Konzerns wird damit zum Kunden des größten Konkurrenten der hauseigenen Samsung-Foundry-Division. Interne Prüfungen hätten jedoch ergeben, dass Samsungs Speichergeschäft die Bedingung von Nvidia akzeptieren müsse, um seinen Platz in der GPU-Lieferkette zu sichern.
Reguläre HBM-Produkte und Speicherbausteine für andere Abnehmer will Samsung weiterhin komplett in eigenen Fabriken herstellen. Einem unbestätigten Bericht zufolge könnte die Samsung Foundry zudem als Backup-Partner einspringen, sollten TSMCs 3nm-Kapazitäten für die weltweite NVHBM-Nachfrage nicht ausreichen. Eine offizielle Stellungnahme der beteiligten Unternehmen liegt bislang nicht vor.
(red)




