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Workforce Readiness Report

Fehlende Kompetenzen erschweren die Umsetzung von Unternehmenszielen

Viele Unternehmen wissen, dass ihren Beschäftigten wichtige Kompetenzen fehlen, weisen ihnen aber dennoch Aufgaben zu, für die sie nicht ausreichend qualifiziert sind.

Fehlende Kompetenzen erschweren die Umsetzung von Unternehmenszielen

Der globale „Workforce Readiness Report“ von Skillsoft zeigt, dass diese Lücke zwischen erkanntem Qualifikationsbedarf und betrieblicher Praxis die Arbeitsqualität beeinträchtigt, die Einführung von KI verzögert und die Belastung der Mitarbeitenden erhöht.

Deutsche Unternehmen sehen ebenfalls deutlichen Handlungsbedarf

Weltweit berichten 77 Prozent der befragten Führungskräfte und 60 Prozent der Beschäftigten von Kompetenzlücken am Arbeitsplatz. In Deutschland liegen die Werte mit 79 beziehungsweise 61 Prozent sogar etwas höher. Gleichzeitig geben 59 Prozent der deutschen Führungskräfte und 41 Prozent der Mitarbeitenden an, dass Beschäftigte häufig oder immer Aufgaben übernehmen müssen, für die ihnen die erforderlichen Fähigkeiten fehlen.

Die Defizite werden vielfach erst sichtbar, wenn Probleme bereits auftreten. Weltweit bemerken jeweils 25 Prozent der Beschäftigten fehlende Kompetenzen erst bei Schwierigkeiten mit einer Aufgabe oder im Rahmen einer Leistungsbeurteilung. In Deutschland liegen die entsprechenden Anteile bei 23 und 24 Prozent.

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Qualitätsprobleme und höhere Arbeitsbelastung

Die Folgen zeigen sich in unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Führungskräfte nennen am häufigsten Schwierigkeiten bei der Qualitätssicherung (31 Prozent). Weitere Probleme sind eine erhöhte Arbeitsbelastung und Burn-out (26 Prozent), Verzögerungen bei der Einführung von KI (23 Prozent) sowie eine langsamere Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen (22 Prozent). 20 Prozent berichten zudem von Umsatzeinbußen oder nicht erreichten Geschäftszielen.

Beschäftigte erleben die Situation vor allem als persönliche Belastung. 31 Prozent nennen Überlastung und Burn-out als Folge fehlender Kompetenzen. Weitere 24 Prozent verweisen auf sinkendes Engagement oder eine geringere Bindung an den Arbeitgeber. 21 Prozent sehen Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit.

Auch der Einsatz künstlicher Intelligenz wird durch fehlende Fähigkeiten erschwert. Weltweit verbringen 38 Prozent der befragten Führungskräfte mehr Zeit damit, KI-generierte Arbeitsergebnisse zu überprüfen. In Deutschland trifft dies auf 30 Prozent zu. Der zusätzliche Kontrollaufwand kann damit einen Teil der erhofften Effizienzgewinne aufzehren.

Unterschiedliche Einschätzungen zwischen Führungskräften und Beschäftigten

Der Bericht zeigt außerdem eine deutliche Wahrnehmungslücke innerhalb der Unternehmen. Weltweit sind 62 Prozent der Führungskräfte sehr zuversichtlich, dass ihr Unternehmen die für seine Geschäftsziele benötigten Kompetenzen identifizieren kann. Unter den Beschäftigten teilen nur 35 Prozent diese Einschätzung. In Deutschland beträgt das Verhältnis 53 zu 29 Prozent.

Hinzu kommt, dass Unterstützung bei der Weiterentwicklung oft zu spät erfolgt. Weltweit mussten 30 Prozent der Befragten zwischen drei und zwölf Monate auf Hilfe beim Aufbau benötigter Fähigkeiten warten. In Deutschland waren es 22 Prozent. Jeder zehnte Beschäftigte erhielt überhaupt keine Unterstützung.

Ciara Harrington, Chief People Officer bei Skillsoft, sieht darin mehr als ein reines Weiterbildungsproblem. Unternehmen müssten erkennen, an welchen Stellen fehlende Kompetenzen konkrete Arbeitsergebnisse beeinträchtigen, bevor Fristen, Qualität oder wirtschaftliche Ziele darunter leiden.

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Kompetenzmanagement muss sich an konkreten Aufgaben orientieren

Aus Sicht von Skillsoft reicht es nicht aus, Qualifikationslücken lediglich zu erfassen oder allgemeine Schulungsangebote bereitzustellen. Unternehmen müssen auch verstehen, welche Fähigkeiten für bestimmte Aufgaben benötigt werden, welche Kompetenzen bereits vorhanden sind und welche Unterstützung für die erfolgreiche Umsetzung fehlt.

Ein umfassendes Kompetenzmanagement verbindet deshalb die Geschäftsziele mit den dafür notwendigen Aufgaben, Fähigkeiten und Arbeitsbedingungen. Dazu gehört auch, die Einsatzbereitschaft von Mitarbeitenden und KI-Werkzeugen zu berücksichtigen. Skillsoft beschreibt diesen Zusammenhang als „Skills Supply Chain“, bei der die benötigten Kompetenzen systematisch mit den angestrebten Geschäftsergebnissen verknüpft werden.

KI-Einführung erfordert qualifizierte Teams

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Einführung neuer Technologien allein keine bessere Produktivität garantiert. Beschäftigte benötigen die passenden Fähigkeiten, um KI-Werkzeuge sinnvoll einzusetzen, Ergebnisse zu bewerten und Arbeitsabläufe entsprechend anzupassen. Fehlt diese Grundlage, drohen zusätzliche Kontrollen, Verzögerungen und eine höhere Belastung der Teams.

Unternehmen müssen daher Qualifikationsbedarf frühzeitig erkennen und Weiterbildungsmaßnahmen rechtzeitig bereitstellen. Entscheidend ist, Kompetenzen nicht erst dann aufzubauen, wenn Probleme bereits die Umsetzung von Geschäftszielen beeinträchtigen. Das gilt insbesondere für den KI-Einsatz, bei dem technische Möglichkeiten und die Fähigkeiten der Beschäftigten aufeinander abgestimmt werden müssen.

(red/Skillsoft)

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