Gehaltsreport 2027

Digitale Spezialisierung steigert Lohnaussichten am deutschen Arbeitsmarkt

Gehalt-Spezialist

Der Einsatz künstlicher Intelligenz könnte den Lohndruck in deutschen Unternehmen erhöhen, zugleich entstehen für bestimmte Fachkräfte neue Vergütungs- und Karriereperspektiven.

Der Gehaltsreport 2027 von Michael Page zeigt, dass vor allem die Verbindung von Branchenwissen mit Daten-, Automatisierungs- und Technologiekompetenz an Bedeutung gewinnt.

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Spezialwissen wird wichtiger

Nach einer im August 2026 veröffentlichten Umfrage des ifo-Instituts erwarten viele deutsche Unternehmen durch KI eher sinkende Löhne. Die Entwicklung fällt laut Michael Page jedoch je nach Tätigkeit und Qualifikation unterschiedlich aus.

Gesucht werden zunehmend Fachkräfte, die technologische Möglichkeiten mit ihrem jeweiligen Fachgebiet verbinden können. Dazu gehören beispielsweise die Automatisierung von Prozessen, die Analyse von Daten oder die Integration digitaler Systeme in operative und strategische Entscheidungen.

„KI ist kein einheitlicher Lohndruck-Faktor. Entscheidend ist, ob Fachkräfte die Technologie sinnvoll mit ihrem beruflichen Know-how verbinden können“, sagt Michael Baier, Geschäftsführer von Michael Page in Deutschland.

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Damit gewinnen sogenannte Schnittstellenkompetenzen an Gewicht. Während allgemeine Profile in einigen Bereichen einem stärkeren Wettbewerb ausgesetzt sind, können spezialisierte Kenntnisse neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

Finance und HR im Wandel

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung im Finanz- und Rechnungswesen. Unternehmen suchen laut Gehaltsreport verstärkt Spezialisten. Chancen ergeben sich etwa für Fachkräfte, die Finance-Kenntnisse mit Daten- und Technologiekompetenz kombinieren.

Dazu zählen beispielsweise datenorientiertes FP&A und Controlling, Finance-Transformation sowie die Modernisierung von Unternehmenssoftware. Spezialisten in den Bereichen KI, Data & Analytics und ERP-Transformation können dabei teilweise Vergütungsniveaus erreichen, die sonst eher mit Führungspositionen verbunden sind. Für andere Finance-Profile rechnet Michael Page angesichts des Kostendrucks dagegen mit moderateren Gehaltssteigerungen.

Auch im Personalwesen verändern sich die Anforderungen. Neben klassischen HR-Kenntnissen gewinnen Datenkompetenz, Technologieverständnis und Erfahrung im Veränderungsmanagement an Bedeutung. Gefragt sind unter anderem strategisch ausgerichtete HR Business Partner, HR-Transformation- und Change-Manager sowie Spezialisten für People Analytics, HR-Informationssysteme und KI-gestützte Personalentwicklung.

Für den HR-Bereich insgesamt erwartet Michael Page Gehaltssteigerungen von drei bis fünf Prozent. In Bereichen wie HR-Tech und Talent Acquisition können die Entwicklungen davon abweichen.

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Gehalt bleibt ein wichtiges Kriterium

Wie stark die Vergütung die berufliche Orientierung beeinflusst, zeigen weitere Zahlen aus der Talent-Trends-Studie 2026 von Michael Page. 58 Prozent der deutschen Beschäftigten achten demnach bei Stellenanzeigen besonders auf Gehaltsangaben.

Auch bei einem Jobwechsel werden deutliche Gehaltssteigerungen erwartet. 35 Prozent rechnen mit einem Plus von 10 bis 19 Prozent, während weitere 17 Prozent eine Steigerung von 20 bis 29 Prozent erwarten.

Gleichzeitig ist mehr Geld nicht automatisch ausschlaggebend. 65 Prozent der Befragten würden eine Beförderung samt Gehaltserhöhung ablehnen, wenn dadurch ihr persönliches Wohlbefinden beeinträchtigt würde. Im Vorjahr lag dieser Anteil mit 68 Prozent etwas höher.

Fehlende Transparenz bleibt ein Problem

Neben der Höhe des Gehalts rückt damit auch dessen Nachvollziehbarkeit in den Mittelpunkt. 56 Prozent der deutschen Beschäftigten bewerten die Gehaltsstrukturen ihres Unternehmens als intransparent. Für 30 Prozent sind sie sogar überhaupt nicht transparent.

Vor dem Hintergrund der anstehenden nationalen Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie dürfte die Frage nach nachvollziehbaren Vergütungsstrukturen weiter an Bedeutung gewinnen.

„Beschäftigte wollen nachvollziehen können, welchen Wert ihre Erfahrung, Verantwortung und Spezialisierung am Markt haben“, erklärt Baier. Unternehmen müssten Gehaltsunterschiede deshalb sachlich erklären können. Dazu gehörten unter anderem klar definierte Rollen, Anforderungsprofile und einheitliche Gehaltsbänder.

Die Entwicklung zeigt damit zwei parallele Trends: KI verändert die Anforderungen an Fachkräfte und kann in bestimmten spezialisierten Bereichen neue Vergütungschancen schaffen. Gleichzeitig wächst der Anspruch an Unternehmen, Gehaltsstrukturen nachvollziehbar und transparent zu gestalten.

(red/Michael Page)

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