2026 AI at Work Benchmark-Bericht

85 % sollen KI nutzen – 42 % fehlt der Grund dafür

Die Nutzung von KI nimmt in Unternehmen schnell zu, doch vielen Beschäftigten fehlt weiterhin eine klare Vorstellung davon, welchen Beitrag die Technologie zu ihren Aufgaben und den Unternehmenszielen leisten soll.

85 % sollen KI nutzen – 42 % fehlt der Grund dafür

Das zeigt die Benchmark-Studie „How Employees Really Feel About AI at Work“ von Culture Amp auf Basis von Daten aus 112.000 Befragten in 123 Organisationen.

Viele Unternehmen fördern den Einsatz

85 Prozent der Beschäftigten geben an, dass ihr Arbeitgeber das Ausprobieren und die Auseinandersetzung mit KI aktiv unterstützt. Gleichzeitig wissen 42 Prozent nicht, warum sie KI in ihrer Arbeit überhaupt einsetzen sollten.

Auch bei der Kommunikation durch Führungskräfte besteht eine Lücke. Nur 58 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen ihre Führungskräfte konkret erklärt haben, wie KI zur Erreichung der Unternehmensziele beitragen soll. Auf der Ebene des eigenen Arbeitsalltags geben 60 Prozent an, dass ihre Vorgesetzten konkrete Beispiele für den Einsatz von KI in den jeweiligen Aufgaben oder Arbeitsabläufen liefern.

Damit scheint die praktische Nutzung der Technologie der strategischen Einordnung teilweise vorauszueilen.

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KI wird vor allem mit Produktivität verbunden

Die Beschäftigten nehmen den Nutzen von KI durchaus wahr. 71 Prozent der Befragten sagen, dass sie sich durch KI-Tools produktiver fühlen. Unter den besonders intensiven Nutzern, die Culture Amp als „Power-User“ bezeichnet, steigt der Anteil auf 93 Prozent.

Auch bei der Motivation zeigen sich Unterschiede zwischen Nutzungsgruppen. 72 Prozent der Power-User sagen, dass ihr Unternehmen sie dazu motiviert, mehr zu leisten, als sie es in einer vergleichbaren Position bei einem anderen Arbeitgeber tun würden. Bei den Beschäftigten, die keine KI nutzen, liegt der Anteil bei 57 Prozent.

Eine deutliche Entlastung bei der Arbeitsmenge lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. 72 Prozent der intensiven Nutzer halten ihre Arbeitsbelastung für angemessen. Unter den Nicht-Nutzern sind es 69 Prozent. Der Abstand fällt damit vergleichsweise gering aus.

Mit der Nutzung steigt auch das Risikobewusstsein

Die Beschäftigten setzen sich laut der Studie nicht unkritisch mit KI auseinander. Insgesamt geben 86 Prozent an, sich der mit dem Einsatz der Technologie verbundenen Risiken bewusst zu sein.

Dabei steigt das Risikobewusstsein mit der Intensität der Nutzung. Bei den Nicht-Nutzern liegt es bei 67 Prozent, während 95 Prozent der intensiven KI-Anwender die entsprechenden Risiken wahrnehmen.

Die Ergebnisse deuten damit darauf hin, dass eine stärkere Nutzung nicht zwangsläufig mit einer geringeren Sensibilität für mögliche Risiken einhergeht. Vielmehr steigt das Bewusstsein laut Culture Amp mit der praktischen Erfahrung.

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Unsicherheit bei der beruflichen Entwicklung

Weniger eindeutig fällt das Bild bei den langfristigen beruflichen Perspektiven aus. Das Wissen über interne Karrieremöglichkeiten ist seit Juli 2025 um zehn Prozentpunkte zurückgegangen. Culture Amp verzeichnet damit den bislang stärksten Rückgang innerhalb eines Jahres in seinen Benchmark-Daten.

Gleichzeitig bleibt die Zufriedenheit mit der beruflichen Entwicklung mit 66 Prozent weitgehend stabil. Dieser Wert habe sich seit 2021 nur wenig verändert.

Amy Lavoie, VP of People Science bei Culture Amp, sieht deshalb vor allem die Führungsebene gefordert. „Die Beschäftigten erwarten von ihren Führungskräften keine Gewissheit. Sie erwarten Ehrlichkeit.“

Gerade bei der Frage, welche Aufgaben, Rollen und Kompetenzen sich durch KI verändern werden, besteht demnach weiterhin Unsicherheit. Unternehmen stehen damit vor der Aufgabe, nicht nur die Nutzung von KI zu ermöglichen, sondern auch transparenter über ihre Auswirkungen auf Arbeitsabläufe und berufliche Entwicklung zu sprechen.

Die Studie zeichnet insgesamt ein Bild von Beschäftigten, die KI zunehmend einsetzen und deren Nutzen wahrnehmen, zugleich aber auf mehr Orientierung durch ihre Arbeitgeber warten. Entscheidend ist damit nicht allein, welche KI-Werkzeuge Unternehmen bereitstellen, sondern auch, wie klar sie deren Einsatz und mögliche Folgen für die Arbeitswelt kommunizieren.

(red/Culture Amp)

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