Wettbewerb als Kontrollmechanismus

Zuckerberg lehnt Bremse bei KI-Entwicklung ab

Mark Zuckerberg
Bildquelle: Frederic Legrand COMEO /Shutterstock.com

Meta-Chef Mark Zuckerberg setzt auf Selbstregulierung, während Anthropic, OpenAI und xAI ein langsameres Tempo fordern.

Meta-Chef Mark Zuckerberg hat sich gegen Forderungen führender Konkurrenten nach einem koordinierten, langsameren Tempo bei der KI-Entwicklung ausgesprochen. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte er, jedes KI-Labor trage die Verantwortung und habe den Anreiz, sein eigenes Tempo beim sicheren Training seiner Modelle selbst zu bestimmen, und verfüge über die Möglichkeit, dafür eigene Maßnahmen zu ergreifen. Die Äußerung folgt drei Tage, nachdem Anthropic-Chef Dario Amodei die Branche zu einer Verlangsamung beim Ausbau von KI-Fähigkeiten aufgerufen hatte – im Anschluss an Warnungen mehrerer Forscher vor existenziellen Risiken der Technologie. OpenAI-Chef Sam Altman und xAI-Gründer Elon Musk hatten Amodeis Aufruf innerhalb weniger Stunden öffentlich unterstützt.

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Wettbewerb und Haftung als Kontrollmechanismen

Zuckerberg argumentierte, Vertrauen und Ausrichtung an menschlichen Zielen (Alignment) würden zunehmend zu den entscheidenden Unterscheidungsmerkmalen zwischen KI-Modellen: „Jedes Labor, das sich nicht auf Alignment konzentriert, wird ins Hintertreffen geraten.“ Zudem verwies er auf die Haftungsrisiken, denen sich Unternehmen aussetzten, sollten ihre Modelle Schaden anrichten. Als Beispiel nannte er, dass Meta die Veröffentlichung seines KI-Agenten Muse in diesem Jahr verzögert habe, um dessen Sicherheit zu verbessern. Übersetzt aus dem Englischen erklärte er dazu:

„Wir haben nicht erst alle anderen aufgefordert, das zu tun, bevor wir es selbst tun würden. Wir haben es einfach als Teil unserer täglichen Arbeit gemacht, weil es für die Menschen und für uns eindeutig das Richtige war.“

Mark Zuckerberg, Meta-Chef

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Nach eigenen Angaben lässt Meta Superintelligence Labs, die KI-Abteilung des Konzerns, bereits in mehreren Bereichen von unabhängigen Gutachtern prüfen – aus Zuckerbergs Sicht eine „Branchen-Best-Practice“, der sich auch andere Labore einfach anschließen könnten. Anders als von Amodei für eine branchenweite Verlangsamung der sogenannten rekursiven Selbstverbesserung – also der Fähigkeit von KI, sich selbst weiterzuentwickeln – gefordert, habe Meta den „ganz überwiegenden Teil“ seiner Rechenkapazität bereits auf Produkte für unmittelbare Nutzerbedürfnisse statt auf selbstverbessernde KI-Systeme ausgerichtet, so Zuckerberg.

Unterschiedliche Positionen in der Branche und Politik

US-Präsident Donald Trump hatte die Sorgen vor möglichen KI-Schäden am Montag als übertrieben bezeichnet und erklärt, die USA verfügten bereits über ausreichende Schutzmechanismen; strengere Regulierung würde vor allem China zugutekommen. Diese Einschätzung teilen laut Cybernews auch andere Techmanager, darunter Nvidia-Chef Jensen Huang. Für zusätzliche Unsicherheit sorgten Äußerungen von FTC-Chef Andrew Ferguson, der erklärte, man solle grundsätzlich „zutiefst misstrauisch“ gegenüber KI-Unternehmen sein, die einerseits Ausnahmen vom Kartellrecht anstrebten und gleichzeitig für neue Regulierung lobbyierten. Ferguson nannte zwar kein Unternehmen namentlich, Amodei hatte in der vergangenen Woche jedoch eine kartellrechtliche Ausnahmegenehmigung beantragt, die es Wettbewerbern ermöglichen soll, ein gemeinsames, langsameres Entwicklungstempo aus Sicherheitsgründen abzustimmen.

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Zeitlicher Zusammenhang mit Klage-Vergleich

Zuckerbergs öffentliches Bekenntnis zu Sicherheit bei KI erfolgt wenige Wochen, nachdem Meta zugestimmt hatte, bis zu 18 Milliarden US-Dollar zur Beilegung von Klagen mehrerer US-Bundesstaaten zu zahlen, denen zufolge der Konzern Facebook und Instagram gezielt so gestaltet habe, dass sie bei Kindern und Jugendlichen ein suchtartiges Nutzungsverhalten hervorrufen; Meta räumte dabei kein Fehlverhalten ein.

(red)

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