Meta lockt Nutzer mit vergünstigten Preisen für sein KI-Modell Muse Spark, wenn diese im Gegenzug zustimmen, dass ihre Interaktionen mit der KI für das Training neuer Modelle verwendet werden dürfen.
Nutzer haben grundsätzlich das Recht, der Verwendung ihrer eigenen Interaktionen für das KI-Training zu widersprechen. Meta bietet nun jedoch gezielt jenen Nutzern einen Preisnachlass an, die sich stattdessen bewusst dafür entscheiden, ihre Daten für das Training zur Verfügung zu stellen. In der regulären Preisstufe kostet die Nutzung von Muse Spark 1,25 US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens sowie 4,25 US-Dollar pro Million Ausgabe-Tokens. Nutzer, die der Datennutzung zustimmen, zahlen in der sogenannten Contributor-Stufe dagegen nur 10 US-Cent pro Million Eingabe- sowie 20 US-Cent pro Million Ausgabe-Tokens.
Für Meta eröffnet dieses Modell eine Möglichkeit, an möglichst authentische, für das eigene KI-Training wertvolle Originaldaten zu gelangen, ein Problem, mit dem auch andere KI-Unternehmen zunehmend zu kämpfen haben.
Meta: Vorheriges Mitarbeiter-Tracking-Programm bereits pausiert
Die neue Initiative folgt auf ein zuvor bereits eingestelltes, deutlich weiter gehendes Vorhaben: Metas im April eingeführtes Model Capability Initiative-Programm zeichnete zeitweise Tastatureingaben, Mausbewegungen sowie Bildschirminhalte eigener Beschäftigter auf firmeneigenen Anwendungen und Websites auf, mit dem Ziel, KI-Modelle so zu trainieren, dass sie mit Computern ähnlich wie Menschen interagieren können. Das Programm wurde im Juni 2026 ausgesetzt, nachdem ein interner Datenabfluss möglicherweise private Gespräche, Leistungskennzahlen sowie Besprechungsprotokolle von Beschäftigten offengelegt hatte.
Der aktuelle Vorstoß reiht sich damit in eine Reihe ungewöhnlicher Ansätze verschiedener Unternehmen ein, an einzigartige Trainingsdaten für die eigenen KI-Modelle zu gelangen. Zuvor war etwa berichtet worden, dass Amazon gezielt seltene Bücher aufkaufe, die anschließend in einer firmeneigenen KI-Trainingseinrichtung in Las Vegas zum Zweck der Digitalisierung auseinandergenommen würden, was bei Beobachtern die Sorge weckte, das Unternehmen könnte dabei wertvolle historische Bücher tatsächlich zerstören.
(red)