Microsoft stellt nach eigenen Angaben den Support-Chat-Dienst Live Chat in Teams ein. Nach nur eineinhalb Jahren am Markt zieht der Konzern den Stecker.
Zum 5. Oktober 2026 wird der Dienst endgültig abgeschaltet. Von diesem Zeitpunkt an kommen keine Nachrichten von Kunden mehr in Teams an. Bereits seit dem 6. August können keine neuen Live-Chat-Instanzen mehr eingerichtet werden. Betroffene Unternehmen wurden aufgefordert, das entsprechende Widget von ihren Webseiten zu entfernen. Wer das nicht tut, dessen Widget wird nach der Abschaltung schlicht ausgeblendet.
Simple Funktion mit begrenzter Lebensdauer
Die Funktion war Teil der Microsoft 365 Pakete Business Basic, Standard und Premium in Kombination mit Teams. Sie erlaubte es Firmen, ein Chatfenster auf ihrer Webseite einzubinden. Fragen von Besuchern landeten so direkt bei einem Support-Team in Teams. Zusätzlich ließen sich Servicezeiten definieren und bis zu 25 Mitarbeiter für die Beantwortung eintragen.
Kundendaten sowie die genutzten Teams-Kanäle bleiben auch nach der Abschaltung einsehbar. Neue Konversationen, Weiterleitungen oder sonstige Interaktionen sind über den Dienst dann aber nicht mehr möglich.
Als Ersatz nennt Microsoft zwei eigene Produkte: Dynamics 365 Contact Center mit integriertem Live Chat sowie die KI-Werkzeuge für Contact Center aus Copilot Studio.
Aufräumarbeiten bei Teams gehen weiter
Der Rückblick zeigt, wie schnelllebig Produktentscheidungen bei Microsoft sein können. Bei der Vorstellung im März 2025 klang das noch anders. Brenna Robinson, damals zuständig als General Manager für Microsoft 365 und Copilot im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen, sprach von einer neuen Stufe im Kundenerlebnis und lobte Live Chat als schnellen, ansprechenden Weg zur Kundenbindung. Robinson selbst ist inzwischen in eine andere Position gewechselt und verantwortet nun als General Manager den Bereich AI Business Solutions bei Microsoft.
Live Chat reiht sich in eine ganze Serie von Einschnitten bei Teams ein. Im Februar hatte Microsoft bereits das Aus für Teams Live Events verkündet, das durch ein neu gestaltetes Veranstaltungsformat ersetzt wird. Auch der sogenannte Together Mode, bei dem Teilnehmer optisch in einem gemeinsamen virtuellen Raum platziert wurden, verschwindet aus der Software.
Insgesamt wirkt es so, als räume Microsoft derzeit gezielt sein Teams-Portfolio auf. Welche konkreten neuen Funktionen die Lücke füllen sollen, ließ das Unternehmen offen. Der Hinweis auf Copilot Studio deutet aber klar darauf hin, dass auch bei der Kundenkommunikation künftig verstärkt KI zum Einsatz kommen soll.
(red)