LinkedIn können Nutzer verdächtige Beiträge künftig direkt über das Drei-Punkte-Menü mit der Option „Seems like AI slop“ melden.
Klicken Nutzer die neue Option an, wird der betreffende Beitrag ausgeblendet und eine Rückmeldung eingeblendet, die sich für den Hinweis bedankt und darauf verweist, dass die Meldung zur Verbesserung des Feeds beitrage. Bestätigt wurde die Funktion von LinkedIns Produktchef Hari Srinivasan in einem eigenen Beitrag auf der Plattform. Darin erklärte er, der Umgang mit KI-generierten Inhalten habe für das Unternehmen hohe Priorität, da Menschen auf LinkedIn echte Perspektiven und Fachwissen anderer Nutzer suchten. Die Meldungen der Nutzer sollen dabei direkt in die eigenen Erkennungsmodelle einfließen, da sich die Definition von minderwertigen KI-Inhalten laufend verändere.
Srinivasan betonte zugleich, dass der Einsatz von KI beim Schreiben nicht automatisch mit minderwertigem Inhalt gleichzusetzen sei, da viele Menschen KI lediglich zur Überarbeitung eigener Gedanken nutzten. Für solche Fälle will LinkedIn Verfassern künftig privat über ihre Beitragsanalyse einen Hinweis geben, wenn ein Text unauthentisch wirken könnte, statt den Beitrag öffentlich zu kennzeichnen: „AI Slop hat für uns aller höchste Priorität. Das liegt uns wirklich am Herzen. Die Nutzer kommen zu LinkedIn, um mit echten Menschen in Kontakt zu treten und ihre echten Ansichten, Ideen und ihr Fachwissen zu teilen. Hier sind einige weitere Änderungen, damit das auch so bleibt“, schreibt Srinivasan .

KI-Schreibfunktion auf LinkedIn wird durch Korrekturwerkzeug ersetzt
Parallel zur neuen Meldefunktion entfernte LinkedIn die bisherige, direkt im Beitragseditor verfügbare KI-Schreibfunktion „Enhance your post“. An deren Stelle soll künftig ein reines Korrekturwerkzeug treten, das laut Unternehmen den ursprünglichen Ton eines Beitrags nicht verändert. Zusätzlich verwies Srinivasan auf verstärkte automatisierte Abwehrmaßnahmen, mit denen LinkedIn nach eigenen Angaben täglich mehrere hunderttausend automatisiert erstellte Kommentare blockiert.
Hintergrund der Maßnahme sind Untersuchungen des Erkennungsdienstes Pangram, wonach nach dessen Schätzung mehr als 40 Prozent der längeren Beiträge sowie rund 30 Prozent der kürzeren Beiträge auf LinkedIn mutmaßlich mit KI-Unterstützung entstanden sind. Unklar ist bislang, welche konkreten Folgen eine Meldung für die Reichweite eines Beitrags oder Kontos hat, LinkedIn äußerte sich dazu bisher nicht im Detail.
(red)